Erwischt: Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke kann es auch auf zwei Rädern
Im deutschen Enduro-Mekka Zschopau fand die diesjährige FIM Enduro Vintage Trophy für klassische Motorräder statt. Mittendrin im Geschehen war der Ex-DTM-Pilot Stefan Mücke.
Den Namen Stefan Mücke in der Starterliste zur diesjährigen FIM Enduro Vintage Trophy in und um das sächsische Zschopau zu lesen, warf natürlich die Frage auf, ob es sich bei diesem um «den» Stefan Mücke handeln würde, den man vermutete. Treffer. Als für den ersten Wettkampftag die geschichtsträchtigen Motorräder aus dem Parc Fermé geholt wurden, schob der ehemalige DTM-Pilot tatsächlich eine MZ GS 350 des Baujahres 1975 in Richtung Startrampe.
Natürlich wollte SPEEDWEEK.com wissen: Was macht Stefan Mücke beim Klassik-Enduro? «Um ein bisschen Spaß zu haben», meinte der mittlerweile 54-jährige Berliner mit breitem Grinsen im Gesicht. Und weiter: «Mein bester Freund hat eine ziemlich große MZ‑Sammlung. Bei der alljährlichen normalen Klassik-Veranstaltung in Zschopau sind wir schon ein paar Mal mitgefahren und jetzt halt auch bei der Vintage Trophy. Das ist also noch mal eine kleine Steigerung. Ich glaube, ich bin das vierte Mal in Zschopau am Start, aber das ist diesmal eine ganz andere Herausforderung. Vier Tage mit anspruchsvollen Sonderprüfungen. Mal gucken, was herauskommt.»
Zur Erklärung: Die FIM Enduro Vintage Trophy ist eine an die Six Days Enduro angelehnte viertägige Geländefahrt mit historischen Enduro-Motorrädern und überwiegend auch betagten Fahrern sowie mit Nationenwertung.
Was vielleicht nicht jeder DTM‑Fan weiß: Stefan Mücke fährt schon lange Motorrad. «Das habe ich schon in meiner aktiven Zeit als gutes Training gesehen. Nicht auf historischen Motorrädern, sondern auf jeweils aktuellen. Irgendwann hat es sich dann mit Classic-Bikes ergeben.» Zu seiner für einen Auto-Rennfahrer einst etwas ungewöhnlichen Trainingsmethode ergänzte er: «Ich war nie derjenige, der joggen gegangen ist. Deswegen saß ich immer auf zwei Rädern, entweder auf dem Mountainbike oder einer Enduro. Von daher hatte ich schon immer einen Bezug dazu.»
Am Ende belegte Stefan Mücke mit seinem Drei-Mann-Team Silver Vase Germany 6 - Kalli Racing Classic Platz 39 von 47 gestarteten und zog anschließend folgendes Fazit: «Das Wichtigste war, dass wir am Samstag das Ziel erreichen. Das ist auch geschehen. Es war eine sehr herausfordernde Veranstaltung, die härteste, an der ich bisher teilgenommen habe – das muss ich ganz klar sagen. Sie war top organisiert und an der Strecke waren echt viele Zuschauer. Das war eine richtig tolle Atmosphäre und ich bin glücklich, das miterlebt zu haben. Insofern auch ein großes Lob an den Veranstalter.»
Dass es nur der 39. Platz in der zweitwichtigsten Nationenwertung nach der sogenannten Trophy wurde, war auch der Tatsache geschuldet, dass er selbst wegen einer aus dem Rahmen heraus gebrochenen Fußraste den zweiten von vier eigentlichen Fahrtagen abbrechen musste und dafür eine Stunde Strafzeit kassierte. «Da brauchte ich erst mal ein Schweißgerät, dann ging es den nächsten Tag aber weiter. Eine Stunde Strafzeit holst du aber nicht wieder auf. Leider hatten auch meine Mannschaftskollegen Michael Raschemann und Uwe Böttcher immer mal wieder einen kleinen technischen Ausfall. Trotz alledem sind wir ins Ziel gekommen und es hat unheimlich viel Spaß gemacht.»
Zu seiner Zukunft auf zwei Rädern meinte er: «Ich werde nicht die Zeit haben, irgendwelche Meisterschaften zu fahren, aber wenn es sich ergibt, fahre ich wieder. So einmal im Jahr kann ich mir schon gut vorstellen.»
Seine knapp bemessene Zeit ergibt sich aus seiner Funktion als nach wie vor Teammanager bei Mücke Motorsport in der ADAC GT4 Germany und im historischen Auto-Bereich bei Klassik-Rennveranstaltungen. «Da fahre ich mit unseren Kunden oft noch zusammen. Nächstes Jahr werden wir aktiv auch ein paar Autos bei der Le Mans Classic Series betreuen. Da werde ich auch mit am Start sein. Ansonsten suchen wir auch weiter junge Talente.»
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