Langstrecken-Weltmeister Steven Odendaal (BMW) enthüllt schwere Verletzung
Steven Odendaal wurde 2026 mit BMW Weltmeister in der Langstrecken-WM. Nun enthüllt er, wie sehr ihn eine Rückenverletzung zu Saisonbeginn körperlich und mental belastete.
Steven Odendaal gehörte 2026 zu den großen Gewinnern der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Gemeinsam mit Markus Reiterberger und Michael van der Mark führte der Südafrikaner das
In einem emotionalen Beitrag in den sozialen Medien machte Odendaal nun öffentlich, mit welchen gesundheitlichen Problemen er zu Beginn der Saison zu kämpfen hatte. Ein schwerer Sturz hatte seine Vorbereitung erheblich beeinträchtigt und ihn über Monate zurückgeworfen.
«Manche Kämpfe werden lange vor dem Erlöschen der Startampel ausgetragen», leitete der BMW-Pilot seinen Beitrag ein.
Drei Monate bis zur Rückkehr ins normale Training
Bei dem Sturz zu Jahresbeginn hatte Odendaal eine Bandscheibenvorwölbung im Bereich zwischen dem fünften Lendenwirbel und dem ersten Kreuzbeinwirbel (L5/S1) erlitten. Die vorgewölbte Bandscheibe berührte einen Nerv.
«Ab Anfang Februar konnte ich überhaupt nicht mehr trainieren. Kein Motorradfahren, keine richtige Vorbereitung und keine Möglichkeit, die Form aufzubauen, die ich gebraucht hätte», schilderte Odendaal.
Trotz dieser Einschränkungen musste sich der Südafrikaner auf den Saisonauftakt bei den 24 Stunden von Le Mans vorbereiten. Dass er dabei weit von seiner gewünschten körperlichen Verfassung entfernt war, machte die Situation besonders schwierig.
«Trotzdem musste ich bei meinem ersten 24-Stunden-Rennen der Saison antreten, obwohl ich bei Weitem nicht auf dem Niveau war, auf dem ich sein wollte.» Die Verletzung stellte den BMW-Piloten nicht nur körperlich auf eine harte Probe.
«Es war eine der schwierigsten Phasen, die ich je durchmachen musste – sowohl körperlich als auch mental. Es gab frustrierende Tage, langsame Fortschritte und Momente der Ungewissheit», teilte Odendaal mit. «Aber ich habe niemals aufgegeben»
Odendaal arbeitete sich mit Unterstützung seines Umfelds Schritt für Schritt zurück. Dabei waren vor allem Geduld und Disziplin gefragt. «Tag für Tag haben mein Team und ich daran gearbeitet. Rehabilitation, Geduld, Disziplin und kleine Fortschritte. Keine Abkürzungen, keine Wunder über Nacht. Einfach jeden Tag weitermachen und dem Prozess vertrauen.»
Erst nach drei Monaten war der Südafrikaner wieder in der Lage, sein gewohntes Trainingsprogramm aufzunehmen. Die lange Rehabilitation veränderte auch seine Einstellung zum Erreichen sportlicher Ziele. «Diese Erfahrung hat mir viel darüber beigebracht, wie man seine Ziele auf eine völlig andere Weise erreicht. Es geht darum, die Geduld aufzubringen, sich wieder aufzubauen, wenn einem alles genommen wurde», schrieb Odendaal. Besonders deutlich wird Odendaals Entschlossenheit in einer weiteren Aussage: «Aufgeben ist eine Entscheidung. Und ich habe mich entschieden, weiterzukämpfen.»
Vom schwierigen Saisonstart zum historischen WM-Titel
Sportlich entwickelte sich die Saison für Odendaal und seine BMW-Teamkollegen zu einer Erfolgsgeschichte. Nach dem schwierigen Auftakt in Le Mans gewann das BMW-Werksteam die 8 Stunden von Spa-Francorchamps, erreichte bei den 8 Stunden von Suzuka einen Podestplatz und krönte sich schließlich mit dem Sieg beim Bol d’Or zum Weltmeister.
Damit gelang BMW ein historischer Erfolg: Erstmals gewann ein europäischer Hersteller den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft. Für Odendaal bekommt dieser Triumph durch seine persönliche Vorgeschichte eine zusätzliche Bedeutung.
«Diese Reise hat mich daran erinnert, dass Stärke nicht nur bedeutet, wie schnell man sein kann, wenn alles perfekt läuft. Sondern auch, was man tut, wenn alles völlig schiefläuft», so der EWC-Champion. Seinen Beitrag schloss der Südafrikaner mit einer Botschaft, die seinen Weg durch die Saison zusammenfasst: «Ich stehe noch immer. Ich kämpfe noch immer. Ich jage noch immer meinem Traum hinterher. Heute kann ich voller Stolz sagen, dass ich Weltmeister bin.»
Ein besonderes Dankeschön richtete Odendaal an Miroslav Sokol, der ihn während dieser schwierigen Zeit unterstützte, sowie an BMW. Nach Monaten voller Rückschläge und harter Rehabilitationsarbeit konnte der Südafrikaner die Saison somit mit dem größtmöglichen sportlichen Erfolg beenden.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach