Euro Moto Sportbike
Jakob Rosenthaler erlebt in Assen nach tollem Samstag einen zähen Sonntag
Übermäßig viele Strafen mussten beim Besuch auf der MotoGP-Strecke ausgesprochen werden. Streckenlimits und Geschwindigkeitsübertretungen waren besonders ein Fall für die Kontrolleure.
Beim Blick auf die Strafzettel-Liste der Euro Moto in Assen mit den drei Solo-Klassen und den drei Cup-Klassen im Rahmenprogramm kann einem schwindelig werden. Denn satte 41 Mal, ja einundvierzig, gab es ein Ticket der Rennleitung oder den Stewards. Entweder sind die Fahrer unter die Gesetzlosen gegangen oder die Entscheider waren höchstmotiviert.
Die obligatorische Fahrerbesprechung zu verpassen kostet 100 Euro. Bezahlen musste Ole Säuberlich. Gleich 260 Euro Strafe und die Disqualifikation von Quali 1 gab es für Kawasaki-Cup-Fahrer Robert Stiehler. Er war in der Boxengasse in der falschen Richtung unterwegs. Auf der Arbeitsspur der Boxengasse war Jolina Groschopp in der falschen Richtung gefahren und kassierte eine Verwarnung und ein 130 Euro Ticket. Genauso erging es Moritz Konrad.
Los ging es in der Euro Moto mit Supersport-Pilot Daniel Blin. Der Ducati-Pilot aus Polen hatte in der Boxengasse die Geschwindigkeit um 11 km/h überschritten. Eine zweite Überschreitung betrug 10 km/h. Dafür ging es in der Startaufstellung um drei Plätze nach hinten und 75 Euro gehen an die DMSB-Kasse. Noch schneller war nur noch Supersport-Kollege Luca Göttlicher. Auch für ihn ging es in der Startaufstellung drei Plätze zurück und um 75 Euro ärmer ist er jetzt auch. 75 Euro und eine Verwarnung gehen für zu schnelles Fahren auf die Kappe des Junior Cup-Piloten Paul Linsbichler. Udo Reichmann aus dem Pro Superstock Cup schloss sich dem bunten Reigen an und durfte 75 Euro für die Geschwindigkeitsübertretung am Ende der Boxengasse berappen. ADAC Junior Tiago Dhondt schloss sich beim Gang zur Kasse an und verlor drei Positionen. Da er zwar auch zu schnell, aber unter 10 km/h, war, musste Jaden Immanuel nur 75 Euro blechen.
Besonders beliebt waren auch Verwarnung, weil man über die weiße Linie am Ende der Boxengasse gebrettert war. Es erwischte vom ADAC Junior Cup: Quinn de Joode, Yevsevii Kovalov, Viktor Cech, Fabian Beitschek und Luigi Orsolini. Vom Kawasaki-Cup erwischte es Simon Fuchs, Nick Weber und Rocco Kempker. Luca Alfredo vom ADAC Junior Cup war im ersten Qualifying mit unmarkierten Reifen unterwegs. Dafür ging es in Rennen 1 drei Plätze nach hinten. Eine Meldung an die Rennleitung gab es wegen eines Unfalls Ende der Boxengasse, in den vier Piloten aus dem Kawasaki-Cup involviert waren. Robert Stiehler hatte bei der Startübung gepatzt und kam mit einer Verwarnung davon. Ebenso Max Herzog.
Im ersten Supersport-Rennen war erneut Daniel Blin dran. Da er in Turn 6 abgekürzt, aber anschließend nicht genügend verzögert hatte, gab es ein Long Lap Strafe, die in eine Drei-Sekunden-Strafe umgewandelt wurde. Gleich zwei Mal durch die Long Lap musste ADAC Junior Zenno Bulté. Er war in die Warm-up-Runde vom Boxenausgang gestartet. Gleiches Vergehen, gleiche Strafe gab es für Superstock-Pilot Ouri Bikkems. Nur eine Strafsekunde gab es für Viktor Cech, der beim Abkürzen in Turn 17 nicht genügend Zeit verloren hatte. Junior Cup-Kollege Mick Koomen bekam sechs Sekunden, da er in Turn 16/17 einen Kontakt zu einem Mitstreiter heraufbeschworen hatte.
In Rennen 2 verlor ADAC Junior Ole Säuberlich einen Platz, er hatte in der letzten Runde in Turn 18 das Strecken-Limit überschritten. Genauso erging es Sportbike-Leader Stepan Zuda, Ruben Bijman und Alexander Weizel sowie Cup-Fahrer Jaden Immanuel. Supersport-Pilot Luca de Vleeschauwer war gepflegte fünf Mal mit dem Strecken-Limit in Konflikt geraten und bekam drei Sekunden obendrauf.
Prominentester Gast auf der Liste der Übeltäter war Superbike-Pilot Markus Reiterberger, der laut Rennleitung in Turn 6 abgekürzt hatte und durch die Long Lap musste. Blin hatte gegen seine Bestrafung Protest eingelegt, dieser wurde allerdings von der Rennleitung abgeschmettert. Die 500 Euro für seinen Protest dürften damit auch futsch sein.
Sportbike-Pilot Luis Rammerstorfer war wegen eines zu ambitionierten Überholmanövers in einen Unfall verwickelt und muss beim nächsten Rennen, bei dem er an den Start geht, zwei Mal durch die Long Lap. Wegen einer nicht ordentlich gesicherten Ölschraube wurde Sportbike-Pilot Ty Henriksen nach Rennen 2 disqualifiziert.
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