Charles Leclerc (Ferrari) vor Bahrain-GP Malaysia: «Dumm und respektlos»
Die ganze Erfahrung von Charles Leclerc am Sepang International Circuit beschränkt sich auf ein freies Training, damals im Sauber. Aber das ist nicht das Hauptthema vor dem Bahrain-GP in Malaysia.
Zehn Fahrer haben auf dem Sepang International Circuit schon Grands Prix bestritten, Charles Leclerc gehört nicht dazu. Der neunfache GP-Sieger war 2017 zwar in Malaysia, fuhr aber lediglich das erste Training, als Freitags-Pilot im Sauber-Ferrari.
Der 28-jährige Leclerc meint: «Das nützt mir herzlich wenig. Ich weiss noch, dass der erste Teil des Trainings auf nasser Bahn stattfand, dann trocknete die Strecke ab. Aber an viel mehr kann ich mich nicht erinnern.»
In Sachen Konkurrenzfähigkeit meint Leclerc: «Sepang sollte für uns ein wenig besser sein als Baku, wo sich auf der langen Geraden unser Power-Nachteil bemerkbar machte. Aber Mercedes hat hier ein Upgrade am Wagen, also wird der Abstand zu ihnen kaum weniger. McLaren und Red Bull Racing haben schöne Fortschritte erzielt, wir hingegen sind ein wenig ins Hintertreffen geraten. Ich erwarte ungefähr die gleiche Hackordnung wie an den vergangenen paar GP-Wochenenden.»
Grosses Thema rund um Ferrari: Die Spekulationen um Teamchef Fred Vasseur und einen möglichen Nachfolger sowie die Bestätigung der Firmenführung, wonach der Franzose das volle Vertrauen geniesse.
Leclerc meint dazu: «Es gab sehr viel Unruhe, grösstenteils in den ganzen sozialen Netzwerken. Ich schotte mich da weitgehend ab, also habe ich vom ganzen Trubel nicht viel mitbekommen. Aber viele Ferrari-Mitarbeiter bekommen so etwas natürlich zu lesen, und das ist nicht gut. Letztlich haben wir keine Kontrolle, was über uns geschrieben wird. Es ist am besten, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren.»
«Intern stand immer fest, dass wir auf Fred Vasseur setzen, daran hat sich nichts geändert. Gegen aussen entstand jedoch ein anderes Bild, daher muss man hin und wieder darauf hinweisen. Aber ich wünschte mir manchmal schon, es gäbe etwas weniger dumme Gerüchte.»
«Wir alle versuchen hier, unser Bestes zu geben. Es ist auch okay, wenn fundierte Kritik geäussert wird. Aber ich finde es ein wenig respektlos, wenn einfach Gerüchte in die Welt gesetzt werden, die nur Unruhe stiften und niemandem helfen.»
«Ich kenne und schätze Fred seit vielen Jahren, wir haben eine besondere Beziehung. Seine Stärke liegt darin, dass er mit Menschen umgehen kann, er findet die richtigen Worte, und er schafft es durch seinen Führungsstil, das Beste aus den Leuten zu holen. Daher ist er so wichtig für Ferrari.»
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