WM-Leader Jorge Martin: «Mit Marc im Titelkampf zu sein, ist ein Privileg»
Zuletzt schlug wieder die Stunde von Jorge Martin – beim Österreich-GP ergriff der Aprilia-Werksfahrer die Flucht nach vorne. Die große Frage: Wie läuft es für den MotoGP-Spitzenreiter in Motegi?
Als Jorge Martin (Aprilia) und Marc Marquez (Ducati) mit identischem Punktestand den Red Bull Ring erreichten, da deutete alles auf eine Übernahme durch Rot und «MM93» aus. Doch es kam anders. Ausgerechnet auf der «Ducati-Strecke» in der Steiermark mussten sich der Champion hintenanstellen. In Konsequenz schuf Jorge Martin vor der Reise nach Asien ein Polster von 12 WM-Punkten. Auf den WM-Dritten, Teamkollege Bezzecchi, sind es nun 42 – womit auch klar ist, dass Bezzecchi in Japan nicht an die Spitze zurückkehren kann.
Wenig überraschend musste sich der Tabellenführer mit Fragen zum Klassement befassen. Solange die Motoren noch nicht gestartet sind, antwortet Martin mit kühlem Kopf: «Noch ist alles offen – auch wenn wir jetzt einen kleinen Vorsprung haben. Doch der Weg ist lang, es geht weiter darum, konstant viele Punkte zu holen. Wir wissen, es sind mehrere Piloten im Rennen um den Titel. Dass Marc jetzt der erste Rivale ist, sehe ich auch als Privileg.»
Neben Martin war auch Japans MotoGP-Aushängeschild Ai Ogura bei der Auftaktpressekonferenz anwesend. Der Spanier hat den Markenkollegen auf der Rechnung. «Ai zeigt die ganze Saison, dass er zu den Besten gehört. Dass er nach der Pause zuletzt direkt wieder so eine gute Leistung gezeigt hat, war erstaunlich und zeigt seine Qualität. Er ist einer der Jungs, die noch alle Chancen haben – auch noch dieses Jahr.»
Erneut unterstrich Martin, dass er sich insgesamt nicht als schnellsten Piloten sieht: «Auch wenn ich große Verbesserungen gespürt habe, ich bin nach wie vor nicht bei 100 Prozent Speed. Ich denke, Marc und Marco haben noch etwas mehr Tempo. Ich muss noch ein wenig mehr aus mir und dem Motorrad herausholen.» Die Aussage kann, zumindest mit Blick auf den letzten GP, so nicht gelten. In Österreich holte sich Martin zuletzt auch die Pole-Position und auch in beiden Rennen fuhr Martin bessere Zeiten als die beiden WM-Verfolger.
Jorge Martin relativiert: «Es gibt eben Events mit Rückschlägen wie etwas in Aragon, aber dann gibt es auch sehr gute wie zuletzt in Österreich, als auch ich wieder zurückschlagen konnte. Insofern war ich zuletzt natürlich sehr happy.»
Kein Thema bei der Auftaktpressekonferenz zum Japan-GP im Mobility Resort Motegi war der unglückliche Auftritt des «Martinators» vor zwölf Monaten, bei dem Martin nicht nur sich außer Gefecht setzte, sondern auch noch Teamkollege Bezzecchi aus dem Sprint entfernte. Bessere Erinnerung hat der «Martinator» an 2023. Damals stand die Nummer 89 auf Startplatz 1, auch der Sprint-Sieg ging damals an Jorge Martin.
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