Apreco-Teambesitzerin Brandhorst über die IDM-Zusammenarbeit mit Ten Kate
Corine Brandhorst vom Team Apreco hat aktuell viel zu tun. Mit Supersport-Meister Dirk Geiger wird das Team in die IDM Superbike aufsteigen. Twan Smits hat derweil einen WM-Vertrag ergattert.
Ten Kate war in den letzten Jahren stets fest mit Hersteller Yamaha verbandelt. Jetzt hat die niederländische Tuning-Schmiede die Zusammenarbeit mit dem Hersteller aus Japan beendet und wird in Zukunft mit einem Hersteller aus China ein der Supersport-WM antreten. Vor wenigen Tagen hat auch das Yamaha-Team Apreco, welches 2027 mit Dirk Geiger in der IDM Superbike und mit Lennox Lehmann in der IDM Supersport antreten wird, das Ende der Zusammenarbeit mit Ten Kate verkündet. Doch auf Nachfrage erklärt Teambesitzerin Corine Brandhorst, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.
«Ich denke, die größte Schwierigkeit in dieser Situation besteht darin», beschreibt sie die aktuelle Situation, «dass von außen betrachtet jeder denkt, diese beiden Dinge seien nun miteinander verbunden. Einerseits gab es das Gerücht, dass Ten Kate zu einer anderen Marke wechselt. Und andererseits hat mein Team eine Verbindung zu Yamaha und gleichzeitig eine langjährige Partnerschaft mit Ten Kate.»
Yamaha-Planung für die IDM 2027
Ten Kate hat nun auch offiziell ihren Einsatz in der Weltmeisterschaft mit dem chinesischen Motorradhersteller bestätigt. «Ich habe weder Kontakt zu Ten Kate auf WM-Ebene», versichert Brandhorst, «noch Kenntnisse darüber. Aber natürlich waren die letzten Tage auch für mich und mein Team weniger lustig, da wir von anderen Teams und Fahrern angesprochen wurden, ob wir ebenfalls zu einem anderen Hersteller wechseln würden, und obendrein kam langsam das Gerücht auf, dass Twan Smits in der WSBK bleiben würde – manche deuteten sogar an, ich würde ganz aufhören. Das alles ist nicht wahr, und deshalb haben wir gemeinsam mit Yamaha die Pressemitteilung verfasst, um Klarheit und Transparenz zu schaffen.»
Das alles ist nicht wahr.Corine Brandhorst
In dieser Pressemitteilung wurde über die Zukunft des IDM-Teams, auch in Sachen Ten Kate, gesprochen und über den WM-Vertrag für Twan Smits berichtet, der damit 2027 nicht neben Dirk Geiger in der IDM Superbike antreten wird. «Um auch hier ganz klar und transparent zu sein: Wie ich bereits in der Presse gelesen habe, dass die Trennung zwischen mir und Ten Kate keine Überraschung gewesen sei – das stimmt nicht», betont Brandhorst. «Ich habe Ten Kate bereits während des fünften IDM-Rennens in Assen darüber informiert, dass sich unsere Zusammenarbeit ändern würde. Im Jahr 2025 haben sie mit der R1 für Twan großartige Arbeit geleistet, aber auf der Seite der R6 mit Lennox gab es einige Herausforderungen.»
«Wir haben das alles nie öffentlich gemacht», sagt sie, «aber für 2026 haben wir mit Dirk und Lennox unsere eigenen R9-Maschinen komplett und eigenständig aufgebaut. Es gab keinerlei Beteiligung von Ten Kate, abgesehen von der Motorenlieferung, die wir im Laufe der Rennsaison auf Motoren aus der Rennsportabteilung von Yamaha umgestellt haben, da sowohl Lennox als auch Dirk Motorprobleme hatten (meistens). Wenn man sich die Ten Kate R9 und die Apreco R9 ansieht, erkennt man viele Unterschiede. Auch bei der R1, die wir 2026 neu für Twan gebaut haben, wurden die Motoren geliefert, während wir den kompletten Aufbau und die Entwicklung wie Gabelbrücke und Schwinge des Motorrads gemeinsam mit der Rennsportabteilung von Yamaha selbst übernommen haben.»
Das Team Apreco entwickelte Yamaha in Eigenregie
Die Gegner in der IDM Supersport und Superbike bissen sich an den Yamaha-Jungs mit zunehmender Saison die Zähne aus. «Im Laufe des Jahres 2026 beschlossen wir gemeinsam mit der Yamaha-Rennsportabteilung», berichtet Brandhorst, «für 2027 auch das gesamte Daten-Engineering der R1 intern zu übernehmen. Das bedeutete, dass sich der Beitrag von Ten Kate im Zeitraum von 2025 bis 2027 von der anfänglichen Arbeit an der R1 und R6 (2025) auf lediglich Motoren (teilweise R9 und R1) und die Datenentwicklung für die R1 (2026) bis hin zu 2027 ‚möglicherweise‘ nur noch auf den Motorenbau für die R1 (2027) eingeschränkt wurde. Daher haben wir 2026 auch unseren Namen von Apreco-Ten Kate (2025) in Apreco-Yamaha geändert.»
«Letztendlich befinden wir uns also seit September in Verhandlungen mit Ten Kate über die Motorenlieferung für die R1, da wir zwei R1 in der IDM einsetzen wollen, was insgesamt acht Motoren bedeutet, aber gleichzeitig möchte auch die Yamaha Racing Division dies übernehmen», beschreibt die Niederländerin die Lage. «Ich habe diesbezüglich noch keine offizielle Entscheidung getroffen, aber das hat dann nichts mit einer Partnerschaft zu tun, denn wenn wir uns hierfür für Ten Kate entscheiden würden, hätten sie die Rolle eines Lieferanten. Wir werden einen von Yamahas Rennsportabteilung gelieferten Motor testen, und mein Team wird die Leistung beider Motoren vergleichen – für mich wird der beste Lieferant den Liefervertrag erhalten, denn ich will nur das Beste!»
«Dennoch möchte ich auch wirklich betonen und hervorheben», meint Corine Brandhorst abschließend, «dass Ten Kate in den Jahren 2024 und 2025 eine großartige Hilfe beim kompletten Wiederaufbau des Teams war und 2026 ein super gutes Jahr war – und sie haben sicherlich zu diesem Erfolg beigetragen, da sie gemeinsam mit mir hart an den Grundlagen dafür gearbeitet haben. Ich wünsche ihnen daher alles Gute, aber es ist einfach an der Zeit, uns 2027 vollständig von ihnen unabhängig zu machen, da mein Team wächst und Yamaha Racing sich als großartige strategische Unterstützung für uns erwiesen hat. Ich hoffe also, dass dies etwas Perspektive auf das Ganze gibt.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach