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Corona-Katastrophe Italien: Es wird alles schlimmer

​In keinem Land sind mehr Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 verstorben als in Italien: Inzwischen sind es 8215. Der italienische Formel-1-Journalist Luigi Perna befürchtet: «Es wird alles noch schlimmer.»

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Italien ist das europäische Epizentrum der Corona-Katastrophe: In keinem anderen Land der alten Welt gibt es so viele Erkrankte, so viele Tote. Nach neuestem Stand sind 80.589 Menschen an Covid-19 erkrankt, jeder zehnte davon ist gestorben.

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Luigi Perna berichtet für unsere Kollegen von der Gazzetta dello Sport über die Formel 1, für die berühmte, rosafarbene Sportzeitung, die zur Pflichtlektüre der Tifosi zählt. Er sagt über die derzeitige Lage in seiner Heimat: "Italien hat auf diesen Notfall stark reagiert. Gemessen an anderen Ländern wurden Ausgehverbote früh verhängt, schon Anfang März. Die Polizei patroulliert seither in den Strassen um sicherzustellen, dass die Menschen zuhause bleiben."

"Danach wurde die Schraube angezogen, Geschäfte wurden geschlossen, Fabriken gingen zu. Was nicht lebenswichtig ist, musste zusperren. Aber die Auswirkungen der Pandemie sind so gewaltig, dass sie das Gesundheitssystem, die Spitäler, Ärzte und Krankenpfleger auf die härteste Probe stellt, die man sich vorstellen kann, vor allem im Norden."

"Ich bin der Ansicht, dass Italien auf die Bedrohung schnell und verantwortungsvoll reagiert hat. Nun aber muss mehr getan werden, um die Wirtschaft zu stützen. Die Menschen und die Unternehmen brauchen Soforthilfe."

"Das italienische Gesundheitswesen ist meiner Meinung nach nicht das schlechteste. Aber diese Krise bringt sie alle an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. In den Krankenhäusern schuften Ärzte, Pflegepersonal und Freiwillige rund um die Uhr. Arbeitstage von zwölf Stunden sind inzwischen normal, unter riskanten Bedingungen. Längst ist klar: Sie können sich nicht mehr um alle Menschen kümmern, dazu sind einfach zu viele Italiener an Covid-19 erkrankt. Sie müssen sich um die schlimmsten Fälle kümmern, die Intensivstationen sind überfüllt."

"Natürlich denke ich auch – wir haben das alles unterschätzt. Die meisten von uns glaubten doch, es handle sich hier um ein Problem, das in China bleiben würde. Leider ist die Realität komplett anders und überaus tragisch."

"Ausser zum Einkaufen setze ich keinen Fuss mehr vor die Tür. Ich bin auch nicht nach Melbourne zum vermeindlichen Saisonbeginn geflogen. Meine Kollegen und ich tun unser Bestes, um den Lesern der Gazzetta dello Sport interessante Geschichten zu bieten – auch wenn niemand mehr einen Ansprechpartner treffen kann."

"Ich habe das grosse Glück, dass derzeit all meine Lieben gesund sind. Meine Mutter, meine Schwester, mein kleiner Neffe und ein Teil meiner Freunde, sie alle leben im Süden. Dort ist die Lage nicht ganz so dramatisch wie im Norden. Aber es ist derzeit unmöglich, sie zu sehen, auf Wochen, vielleicht auf Monate hinaus. Das macht mir am meisten zu schaffen."

"Denn eines muss jedem in diesem Land klar sein – es wird alles noch schlimmer. Die Zahlen steigen weiter. Zwar sind in den letzten Tagen zwei Mal in Folge die Anzahl neuer Ansteckungen und die Anzahl Toter gefallen, dann gestern aber wieder gestiegen. Das hat den Hoffnungsschimmer gedämpft, dass sich die ganzen Massnahmen der Regierung auszuzahlen beginnen, und deshalb fürchte ich, haben wir das Schlimmste noch nicht überstanden. Aber wie lange es dauert, bis wir behaupten können, wir hätten die Lage im Griff, weiss keiner. Wir reden hier sicher nicht von Wochen, sondern eher von Monaten."

"Der Motorsport in Italien ist komplett zum Erliegen gekommen. Einige Rennstreckenbetreiber helfen den Krankenhäusern. Misano unterstützt das Spital von Rimini finanziell. Die medizinische Ausstattung zur Notfallversorgung am Mugello Circuit – darunter zwei Beatmungsgeräte, zwei Vitaldatenmonitore und vier Monitor/Defibrillator-Einheiten – wurde dem Sanitätsbetrieb der Region Toskana übergeben. Damit konnten die Intensivstationen des "Ospedale del Mugello" in Borgo San Lorenzo und der Universitätsklinik "Careggi" in Florenz unterstützt werden."

"Die Folgeschäden dieser Pandemie werden für die italienische Wirtschaft enorm und dramatisch sein, in jedem Bereich, auch für den Motorsport. Wir haben vor kurzem ein Interview mit dem früheren Motorrad-Weltmeister Fausto Gresini veröffentlicht. Er weiss nicht, wie lange er seine 70 Angestellten noch beschäftigen kann. Und das ist nur ein Beispiel von vielen."

Wie lange wird es dauern, bis die Welt zur Normalität zurückfindet und bis die Formel-1-Saison beginnen kann? Luigi Perna glaubt: "Der Optimist in mir denkt an Mitte Juni. Der Realist in mir hingegen hält September für wahrscheinlicher. Ich bin inzwischen nicht mal mehr sicher, ob wir so etwas wie eine richtige Saison haben werden. Wenn ich Formel-1-CEO Chase Carey von 15 bis 18 Rennen sprechen höre, dann halte ich das für etwas zu zuversichtlich, um es höflich auszudrücken. Im Fussball und anderen Sportarten ist die Lage gleich – keiner weiss, wann und wie es weitergeht. Die Olympischen Sommerspiele von Tokio sind auch verschoben. Auch für die Sportwelt gilt: Wir sitzen alle im gleichen Boot."

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05. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A

19. Juli: Silverstone, Silverstone Circuit/GB

02. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H

30. August: Francorchamps, Circuit de Spa-Francorchamps/B

06. September: Monza, Autodromo Nazionale/I

20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP

27. September: Sotschi, Sochi Autodrom/RUS

11. Oktober: Suzuka, Suzuka Circuit/J

25. Oktober: Austin, Circuit of the Americas/USA

1. November: Mexico City, Autódromo Hermanos Rodríguez/MEX

15. November: São Paulo, Autódromo José Carlos Pace/BR

29. November: Abu Dhabi, Yas Marina Circuit/UAE

Ohne neuen Termin

Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH

Melbourne, Albert Park Circuit/AUS

Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN

Hanoi, Street Circuit Hanoi/VN

Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL

Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E

Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ

Abgesagt

Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC

Das ursprüngliche WM-Programm

15. März: Melbourne, Albert Park Circuit/AUS

22. März: Bahrain, Bahrain International Circuit/BRN

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19. April: Shanghai, Shanghai International Circuit/RCH

3. Mai: Zandvoort, Circuit Park Zandvoort/NL

10. Mai: Montmeló bei Barcelona, Circuit de Barcelona-Catalunya/E

24. Mai: Monte Carlo, Circuit de Monaco/MC

7. Juni Aserbaidschan, Baku City Circuit/AZ

14. Juni: Montreal, Circuit Gilles Villeneuve/CDN

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5. Juli: Spielberg, Red Bull Ring/A

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2. August: Mogyoród bei Budapest, Hungaroring/H

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6. September: Monza, Autodromo Nazionale/I

20. September: Singapur, Marina Bay Street Circuit/SGP

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