Ferrari-Chef Vasseur: «Hamilton/Leclerc? Wollten’s am Funk nicht verraten»
Ferrari bleibt in Zandvoort seit 1983 sieglos, Funk-Zoff mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc, am Ende nicht mal ein Podestplatz für die Italiener. Viel Redebedarf mit Teamchef Fred Vasseur.
Die Tifosi bleiben nach dem spektakulären Grossen Preis der Niederlande in Zandvoort einigermassen ratlos zurück: Wie konnte Ferrari zwischendurch die besten Rundenzeiten fahren, und am Ende kommt nicht mal ein Podestplatz heraus, vom Sieg ganz zu schweigen? Wie geht so etwas?
Als Grundlage: Eigentlich sollte das Pistenlayout von Zandvoort zum Ferrari-Rennwagen passen, aber unterm Strich kam lediglich Platz 4 für Hamilton und Rang 5 für Leclerc heraus.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagt: «Zunächst mal denke ich, dass das Tempo bei beiden Autos gut war, und wir hätten im Rennen ein besseres Ergebnis erzielen können. Wenn uns etwas gefehlt hat, dann eher gestern im Qualifying als heute im Rennen.»
«Die Umsetzung war zugegebenermassen nicht perfekt: Wir hatten einen schlechten Start mit Charles, haben eine Position an Piastri verloren, obwohl wir die weichen Reifen hatten, dann haben wir auch einen schlechten Boxenstopp mit Charles gezeigt und bei Lewis gab es ein Missverständnis.»
Missverständnis? Wie das denn? Vasseur weiter: «Wir gingen eigentlich davon aus, dass die Reifen am Auto von Lewis halten, um bis zum Schluss durchzufahren. Wir wollten diese Strategie verfolgen, weil Antonelli mit dem Reifenverschleiss zu kämpfen hatte. Lewis hätte bis zum Schluss durchhalten können, und wir haben Charles nicht gebeten, den Platz an Hamilton zu geben, weil Leclerc ohnehin an die Box kommen musste.»
Der Franzose gibt zu: «Wahrscheinlich hätten wir das besser machen können, aber es war auch schwierig, Lewis die Situation über Funk zu erklären, ohne unseren Plan den Gegnern preiszugeben, und das hat uns zu dieser Entscheidung geführt.»
«Aber letztlich glaube ich nicht, dass uns aufgrund dieser Entscheidung verloren gegangen ist. Wahrscheinlich haben wir gestern im Qualifying mehr Fehler gemacht, denn heute war das Tempo genauso gut wie gestern im Sprint. Auch wenn der sechste Platz am Ende der ersten Runde bedeutet, dass man zu weit von der Spitze entfernt ist.»
Im Hinblick aufs kommende Heimrennen in Monza meint Teamchef Vasseur: «Heute hatten wir das Tempo, um besser abzuschneiden, ja wahrscheinlich sogar, um das Rennen zu gewinnen, aber es war eher eine Frage der Umsetzung, die uns unterm Strich daran gehindert hat, besser abzuschneiden – und das bedeutet, dass wir in Monza perfekte Arbeit leisten müssen, wenn wir ein positives Ergebnis erzielen wollen.»
«Schliesslich haben wir gesehen, dass im Sprint-Qualifying vier Autos nur um wenige Hundertstel voneinander getrennt waren, aber wenn man wie hier in Zandvoort zum Grand Prix als Fünfter und Sechster startet, ist die Situation bereits beeinträchtigt.»
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