Vasseur/Ferrari: Stallorder? «Zu früh, Entscheidung vor Monza zu treffen»
Lewis Hamilton und Charles Leclerc duellierten sich in Monza eng. Ferrari-Teamchef Vasseur spricht offen über eine Stallorder: «Natürlich muss man irgendwann eine Entscheidung treffen.»
Gleich nach dem Rennstart in Monza kamen sich die beiden Ferrari von Charles Leclerc und Lewis Hamilton in die Quere. Hamilton wich aus, fiel dadurch vom Duell um Platz 3 kurzzeitig auf Rang 10 zurück. Die Diskussionen über die Verantwortung für die Szene und um eine mögliche Stallorder ging danach so richtig los.
Szene nicht gut fürs Team
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sagte nach dem Italien-GP, der enttäuschend mit einem Unfall-Aus für Leclerc und Platz 6 für Hamilton endete: «Das Ergebnis der Szene aus in den Kurven 1 und 2 ist nicht gut für das Team, wenn das die Frage ist.»
Vasseur zieht Vergleich zu McLaren
Zur Stallorder sagte der Franzose: «Ich habe kürzlich einen guten Vergleich angestellt, denke ich. Und zwar, dass Piastri letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt der Saison bei McLaren in Führung lag. Und wenn McLaren alles auf Piastri gesetzt hätte, wäre Max Verstappen Weltmeister geworden.»
Formel-1-Fans erinnern sich: Nach der Sommerpause führte Oscar Piastri vor seinem McLaren-Teamkollegen Lando Norris die WM-Wertung an. Dann hatte Piastri einen Leistungseinbruch – und gleichzeitig drehte Max Verstappen von Red Bull Racing auf, legte eine spektakuläre Aufholjagd über die zweite Saisonhälfte hinweg hin. Am Ende wurde Lando Norris knapp vor Max Verstappen Weltmeister. Vor dem Final-Rennen in Abu Dhabi hatten noch alle drei Fahrer Chancen auf den WM-Titel. Heißt also übersetzt auf Ferrari und die Gegenwart: Bloß nicht zu früh entscheiden und damit dem anderen Fahrer oder womöglich die Chance auf den Titel nehmen.
Vasseur: «Aber natürlich muss man irgendwann eine Entscheidung treffen, doch ich denke, es war zu früh, diese Entscheidung schon vor Monza zu treffen. Jetzt haben wir Zeit, mit den Jungs darüber zu sprechen.» Heißt das also, dass nach Monza, also vor Madrid (sprich: jetzt) eine Entscheidung getroffen wird?
Keine einfache Entscheidung
Vasseur: «Wir haben schon früher über solche Situationen gesprochen: Für ein Team ist es natürlich nie gut, Punkte zu verlieren, aber das ist klar. Nun, zu Beginn der Saison würde wohl jeder Teamchef auf der Welt seine Fahrer am liebsten gegeneinander antreten lassen, aber als Teamchef die Startpositionen einzufrieren – man darf sich nicht vorstellen, dass das eine einfache Entscheidung ist. Man tut es für das Team, man tut es für die Ergebnisse am Ende, aber es ist nie ein leichtes Unterfangen.»
Der Franzose: «Grundsätzlich würde ich sie am Wochenende gerne fahren lassen. Aber vernünftigerweise muss man irgendwann eine Entscheidung treffen, und jedes Team ist anders, und wir werden eine Entscheidung treffen müssen, und wir werden entscheiden.» Was das genau für die nächsten Rennen bedeutet, wird sich vielleicht schon am Wochenende in Madrid zeigen.
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