Hülkenberg-Spruch gegen Liam Lawson: «Das ist sein Markenzeichen»
Nach dem Italien-GP sagte Audi-Pilot Nico Hülkenberg über Liam Lawson: «Er drückt die anderen immer gerne weg. Er will nie wirklich die Wagenbreite lassen, das ist sein Markenzeichen.»
Nico Hülkenberg beendete den Italien-GP in Monza auf Platz 12. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde Elfter, landete also denkbar knapp außerhalb der Punkteränge. Audi hat deshalb eine mögliche Berufung vorgemerkt, erhofft sich eine nachträgliche Zeitstrafe für Yuki Tsunoda (10.) und damit ein Aufrücken auf die Plätze 10 und 11. Hülkenberg geht aber, egal wie es mit einem möglichen Protest weitergeht, außerhalb der Punkteränge.
In der VSC-Phase nach dem Aus von Lance Stroll kam Hülkenberg daher wie viele andere Fahrer zum Reifenwechsel, auch wenn er wohl auch ohne frische Gummis durchgekommen wäre. Hülkenberg: «Wir wussten, dass es schwierig werden würde, aber zu diesem Zeitpunkt lag ich außerhalb der Punkteränge, und wir sagten uns: Wenn das der Fall ist, müssen wir natürlich versuchen, etwas anders zu machen und das auszugleichen.» Gezockt also – aber trotzdem punktlos geblieben.
Hülkenberg fiel zurück
Hülkenberg über die Situation beim Neustart nach der Unterbrechung wegen Leclercs Unfall: «Schade, der Start war ganz gut. Nicht so sehr der Start selbst, aber in der ersten Runde habe ich zwei, drei Positionen gutgemacht und war an einer wirklich guten Position. Aber dann in Runde zwei und drei dachte ich mir: Ich weiß nicht, was passiert ist, ob es ein Problem gab, aber ich bin auf der Geraden einfach zurückgefallen und wurde von zwei, drei Autos wieder überholt. Von da an ging es bergab.»
Auf der motorenleistungsintensiven Geraden hatte Audi mit dem eigenen Paket zu kämpfen. Monza ist aber selbst unter den Highspeed-Kursen der Extremfall, insofern dürfte es bei den weiteren Rennen besser werden. Hülkenberg: «Wir sind immer noch relativ konkurrenzfähig. Wir hatten einfach nicht die saubersten Starts. Das ist es, was es dann schwierig macht.»
Lawson «drückt die anderen immer gerne weg»
Eine brenzlige Szene mit Liam Lawson (derzeit als Hajdar-Ersatz für Red Bull Racing unterwegs) hatte Hülkenberg in Runde 18, als der Neuseeländer ihn in Kurve 4 und 5 ins Gras drückte. Hülkenberg sagte dazu später: «Er drückt einfach gerne. Er drückt die anderen immer gerne weg, wenn man neben ihm fährt. Er will nie wirklich die Wagenbreite lassen, das ist sein Markenzeichen. Ich nehme es ihm nicht übel, aber es ist einfach ein bisschen knifflig.»
Eine Untersuchung gab es am Ende nicht. Hülkenberg hatte zum Zeitpunkt seiner Medienrunde noch keine Aufnahmen von den Streckenkameras und andere Perspektiven gesehen. Er sagte daher: «Ich muss mir das mal von außen ansehen, aber in den Briefings haben wir gesagt, dass man das ernst nehmen sollte, besonders bei diesen Geschwindigkeiten. Im Auto hat es sich in dem Moment ein bisschen unsicher angefühlt.»
Mit Blick auf das kommende Rennen in Madrid sagt Hülkenberg: «Es ist immer etwas Aufregendes, auf einer brandneuen Rennstrecke anzukommen. Niemand weiß wirklich, was ihn erwartet, bis die Autos auf die Strecke gehen. Daher ist es eines dieser Wochenenden, an denen man sehr schnell lernen und sich anpassen muss. Insgesamt haben wir uns in den letzten Rennen in die richtige Richtung entwickelt, und wenn wir die Situation frühzeitig in den Griff bekommen, können wir uns hoffentlich in eine gute Ausgangsposition bringen, um den europäischen Teil der Saison positiv abzuschließen.»
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