Euro Moto Superbike
Markus Reiterberger: «Zwei Mal Blechmedaille war nicht zufriedenstellend»
Der Euro Moto Superbike-Pilot des Teams GERT56 by RS Speedbike stand in beiden Rennen am Nürburgring auf dem Podium und konnte dabei jedes Mal den aktuellen Tabellenführer hinter sich lassen.
Die vergangene Woche war für Marcel Schrötter in vielerlei Hinsicht ein echter Kraftakt, denn er reiste am Mittwochabend direkt von einem Test für das Finale der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet in Südfrankreich zum Nürburgring weiter. Dort fand das vorletzte Saisonmeeting 2026 der Euro Moto statt.
In der Eifel ging es bereits am Donnerstag mit einem Testtag los. Obwohl Schrötter in der Nacht nur wenig Schlaf gefunden hatte, gehörte er zu den Ersten, die den intensiven Arbeitstag in Angriff nahmen, was sich für Schrötter und sein GERT56-Team am Ende auszahlen sollte. Lief es anfangs für Schrötter noch ein wenig schleppend, wurde es am Ende Rang 3 in der Startaufstellung.
Die Aufgabenstellung für Schrötter war in beiden Rennen klar. Alles daransetzen, möglichst weit vorne im Ziel zu landen und dabei den aktuell Führenden der Meisterschaftstabelle Lukas Tulovic hinte sich halten. Denn nur so konnte Schrötter die vorzeitige Titelverteidigung des Ducati-Piloten vereiteln. Auch wenn die letzten Reserven gegenüber dem entfesselt agierenden Twan Smits am Ende nicht für den Sieg reichten, ging Schrötters Plan, die Titelentscheidung bis zum Finale in Hockenheim zu verschieben mit zwei zweiten Plätzen auf.
«Das Wochenende am Nürburgring war großartig», zeigte sich Marcel Schrötter hinter gut aufgelegt. «Es ist eine Freude zu sehen, welche Fortschritte wir im Laufe der Tage gemacht haben. Vor allem nach einem schwierigen Start haben wir uns stetig verbessert, bis wir wirklich schnelle Rundenzeiten fuhren. Wir waren zwar nicht die Schnellsten in der Superpole, aber angesichts der Tatsache, dass die Zeiten fast eine Sekunde schneller waren als der bisherige Rundenrekord, und dass wir diese Pace auch in den Rennen beibehalten haben, unterstreicht das hohe Niveau, auf das wir zurückgekehrt sind.»
«Im ersten Rennen gab die Spitzengruppe sogar dieses Tempo über die gesamte Distanz vor», schilderte er. «Ich bin sehr froh, dass ich immer in der Lage war, mithalten zu können. Bis drei oder vier Runden vor Schluss hatte ich sogar das Gefühl, dass ich mich stärker in den Kampf um den Sieg einmischen könnte. Aber das Tempo war während des gesamten Rennens sehr hoch, und ich hatte das Gefühl, dass ich etwas näher am Limit fahren musste als unsere Konkurrenten, was bedeutete, dass ich die Reifen stärker beanspruchen musste. Als die Reifen schließlich nochmal nachließen, wurde es etwas schwieriger. Aber ich war mit meiner Leistung und dem zweiten Platz sehr zufrieden.»
«Für das zweite Rennen haben wir nicht viele Änderungen am Motorrad vorgenommen, da wir bereits in Schlagdistanz lagen», so Schrötter. «Abgesehen von ein paar kleinen Anpassungen an der Elektronik, die wir ausprobiert haben, wusste ich, wie sich das Motorrad anfühlen würde. Allerdings waren die Bedingungen am Nachmittag aufgrund der wärmeren Temperaturen ganz anders, was sich auf den Grip auswirkte. Deshalb habe ich mich nicht ganz so wohl gefühlt wie zuvor. Es war insgesamt etwas schwieriger, ins Rennen zu kommen und das Gefühl für das Motorrad zu entwickeln. Aber am Ende war es das Wichtigste, vor Lukas ins Ziel zu kommen und damit die Titelentscheidung auf Hockenheim zu verschieben. Das war unser Hauptziel für dieses Wochenende. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn in beiden Rennen mehr Motorräder zwischen uns gelegen hätten. Aber wir haben genau das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten: eine deutliche Verbesserung gegenüber den letzten beiden Wochenenden. Darüber freue ich mich am meisten.»
«Jetzt freue ich mich auf das Finale in Hockenheim, das für mich ein bisschen wie ein Heimrennen sein wird», so Schrötter Blick in die nahe Zukunft. «Die Strecke liegt zwar nicht direkt in Bayern, ist aber diejenige im Rennkalender, die meinem Wohnort am nächsten liegt. Viele Freunde und Fans werden dort sein, um mich anzufeuern. Ich möchte es einfach genießen und alles geben. Dann werden wir sehen, wie es ausgeht. Ich denke, insgesamt war es für mich bereits eine erfolgreiche Debütsaison in der Euro Moto. Es macht Spaß, und ich genieße es, hier zu fahren. Aber wenn wir diese Saison mit einem grandiosen Finale abschließen könnten, wäre das natürlich absolut fantastisch.»
«Wir haben in den bisherigen Rennen gezeigt, wozu wir fähig sind, und dass noch viel mehr Potenzial in uns steckt», fügte der Bayer selbstbewusst an. «Meine vorläufige Saisonbilanz sieht also vielversprechend aus. Wir haben zwar ein paar Rennen hergeschenkt, aber das sind Erfahrungen, die man im ersten Jahr sammelt und mitnimmt. Trotzdem werden wir in Hockenheim um jeden Preis alles geben. Dazwischen steht noch eine Rennwoche in Le Castellet in der Langstrecken-Weltmeisterschaft an, auf das ich mich genauso freue. Im letzten Rennen dort steht noch ein Platz unter den Top 5 in der Gesamtwertung auf dem Spiel. Der September wird also sehr spannend. Aber der Nürburgring war bereits ein großartiger Start in den Monat und macht Appetit auf mehr.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.