Toto Wolff zu Antonelli vs. Russell: «Wir hätten wie Idioten dagestanden»
Die beiden Mercedes duellierten sich in Monza erneut hart. In einer Szene musste Kimi Antonelli George Russell im Kies ausweichen. Teamchef Toto Wolff gab zu: Er hatte den Finger auf dem Knopf.
Am Ende fuhren die beiden Mercedes-Piloten in Monza am Sonntagnachmittag friedlich hintereinander über die Ziellinie des Italien-GP: Kimi Antonelli, der wegen einer Motorenstrafe nur von Platz 19 gestartet war, wurde der erste italienische Sieger beim Italien-GP seit 1966. Und sein Teamkollege George Russell wurde Zweiter. Doch so harmonisch war es nicht das ganze Rennen über. Nervenkitzel für Mercedes-Fans und in der Garage der Silberpfeile.
Obwohl beide Silberpfeile denkbar weit auseinander im Feld gestartet waren (Antonelli 19., Russell 2.), lieferten sich die beiden auf den letzten Runden enges Racing, Antonelli ging in Runde 49, Kurve 3 sogar einmal dramatisch über den Kies, weil die beiden Teamkollegen sich so intensiv behakten. Und auch schon vorher gegen Mitte des Rennens lieferten sich die beiden viele enge Duelle, bis wegen des gestrandeten Stroll-Aston-Martin in Runde 28 eine kurze Safety-Car-Phase ausgelöst wurde. Da bog Antonelli zum Reifenwechsel unter Zeitersparnis ab, Russell blieb in Führung liegend draußen, die Streithähne waren getrennt – bis zu den finalen Runden.
Nicht das erste Mal, dass es in dieser Saison haarscharf zugeht zwischen den beiden Silberpfeilen. Bei Fans wurden spätestens in Kanada Erinnerungen an den Krieg der Sterne in der Ära Hamilton/Rosberg wach (da fiel Russell mit einem Motorschaden nach vielen engen Szenen aus). Bislang blieb die Katastrophe im teaminternen Racing aber aus.
So sah Toto Wolff die engen Szenen
Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte nach dem Rennen in Italien: «Wir versuchen, mögliche Szenarien vorauszusehen. Die beiden haben die Teamdynamik hervorragend verstanden und angenommen, was für einen Rennfahrer, der einen Grand Prix gewinnen will, schwierig ist, insbesondere für Kimi in Monza und vor allem für George, der weiterhin Punkte sammeln muss, um im Rennen zu bleiben.» Nach dem Italien-GP liegt der Punkteabstand zwischen den beiden Teamkollegen bei 66 Punkten.
Wolff: «Hatte den Finger schon am Knopf»
Wolff sagt aber trotz der engen Szenen in Monza: «Sie sind immer fair gefahren. Manchmal dachten wir: Das ist zwar fair, aber es ist ein bisschen knapp. Und ich hatte den Finger schon am Knopf, um Marcus, Bono, Kimi oder George zu warnen, aber ich habe nicht gedrückt.» Marcus Dudley und Peter «Bono» Bonnington sind die Renningenieure der beiden Mercedes-Piloten.
Wolff zur Szene in Runde 49, in der Antonelli in den Kies ausweichen musste: «Der letzte Vorfall war bedauerlich. George hat versucht, die Kurve nicht zu schneiden, und Kimi war dann offensichtlich auf den Marbles und fuhr geradeaus – das hätte in Bezug auf das Rennergebnis in einer Katastrophe enden können. Wir hätten wie Idioten dagestanden. Deshalb werden wir diese Situation als weiteren Baustein dafür besprechen, wie wir in Zukunft Rennen fahren wollen. Aber ich denke, es hat sich gelohnt, den Rennsportgeist des Teams zu zeigen und die Fahrer miteinander konkurrieren zu lassen.» Spannend war’s allemal – und es ging ja immerhin alles gut!
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