SidecarCross of Nations: Medaillenchancen für Team Deutschland?
Am kommenden Wochenende findet im französischen Dardon Gueugnon das SQXoN 2026 statt. Neun Nationen schicken ihre Seitenwagen-Teams ins Rennen, darunter Deutschland und die Schweiz.
Seit 2017 haben die schon zuvor oft siegreichen Niederländer immer das SidecarCross of Nations gewonnen. Doch diese beeindruckende Serie könnte nun zu Ende gehen. Verzichten muss das Team Oranje nämlich auf gleich zwei seiner besten Fahrer. Ex-Weltmeister Koen Hermans, in dieser Saison ohnehin schwächer als erwartet, fällt seit seinem Sturz im Baltikum verletzungsbedingt aus. Beim letzten Grand Prix in Rudersberg stürzten zudem die Leferink-Brüder, wobei sich Beifahrer Sem eine Knieverletzung zuzog. Als Ersatz starten nun Stephan Wijers/Han van Hal (WM 9.) gemeinsam mit Julian Veldman/Rodolphe Lebreton (WM 8.) und Koen Grondman/Ross Vincent (WM 10.). Laufsiege sind am ehesten Veldman zuzutrauen.
Auf heimischem Terrain dürften auch die Franzosen vorne mitmischen, allen voran Killian und Evan Prunier (Vizeweltmeister). Mit ihnen kämpfen Gwendal Carcreff/Mathis Hupon (WM 15.) und Guennady Auvray/Jarno Stegmans (WM 24.) um einen Medaillenrang. Stärker sind allerdings die Engländer mit Brett Wilkinson/Joe Millard (WM 4.) und Dan Foden/Noah Weinmann (WM 7.) einzuschätzen, die immer für Top-Platzierungen gut sind. Als drittes Team unterstützen sie Michael Hodges/Ryan Henderson (WM 21.).
Mit den Weltmeistern Marvin Vanluchene/Ben van den Bogaart und Davy Sanders/Jens Vincent (WM 6.) können auch die Belgier auftrumpfen. Komplettiert wird die Mannschaft durch Niels Hendrickx/Tayim Kaethoven (WM 20.). Der erst 18-jährige Sohn von Weltmeister Jan Hendrickx bestritt nur sporadisch Grands Prix, zeigte aber zuletzt mit einem achten Laufrang beim letzten GP, dass er durchaus in die Top-10 fahren kann.
Als weitere Nationen treten Estland, Italien, Dänemark, die Schweiz und Deutschland an. Die eidgenössische Equipe bilden die Gelegenheitsfahrer Marco und Remo Heinzer (WM 26.), Sven und Marc Buob (WM 33.) sowie Remo und Luca Käser (WM 29.). Für Deutschland starten Adrian Peter/Julian Zimmermann (WM 14.), Leon Hofmann/Leon Freygang (WM 34.) und Patrick Hengster (WM 16.), der wie schon in Rudersberg von Joel Hoffmann im Beiwagen unterstützt wird. Im letzten Jahr blieb die deutsche Mannschaft mit Rang neun hinter den Erwartungen, nachdem Tim Prümmer wegen einer Verletzung seines Beifahrers Jarno Steegmans nicht an den Hauptrennen teilnehmen konnte.
In dieser Saison fuhr Prümmer mit Patrick Schneider auf den dritten WM-Rang. Da fragt sich der geneigte Sidecarcross-Fan, warum die Bronzemedaillen-Gewinner nicht für das deutsche Team nominiert wurden – obwohl wie die drei zuvor Genannten auch im Kader. Prümmer: «Mich hat offiziell nie jemand gefragt...». Eine Aussage, die Team-Manager Wolfgang Reinhardt auf unsere Anfrage hin bestätigte. Er betonte aber auch, dass die DM-Platzierungen nicht mehr wie früher das ausschließliche Kriterium für die Mannschaftsaufstellung ist. Umso mehr kann man nur mutmaßen, warum die WM-Dritten und Sieger des GP von Straßbessenbach außen vor blieben. Nun gab es zwischen Prümmer und dem DMSB in der Vergangenheit durchaus Meinungsverschiedenheiten. Auch mögen finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt haben. Wobei zu bemerken ist, dass kurz vor dem SQXoN bislang immer genug Sponsoren auftraten, um die Kosten für die Teams zu decken. Was auch diesmal wieder der Fall ist. Wer allerdings Wert auf Planungssicherheit legt, wird sich mit dem Prinzip Hoffnung kaum zufrieden geben.
Schon in früheren Jahren, als das Championat noch von der UEM respektive FIM Europe ausgerichtet wurde, gab es Diskussionen um die Teambesetzung. Um diese zu vermeiden, sind klar definierte Kriterien für die Auswahl der Teams sowie eine frühzeitige und offene Kommunikation mit allen Aspiranten notwendig. Überdies sollte sich die FIM Gedanken über eine Regelung zu Reserve-Teams respektive zum zulässigen Austausch von verletzten Beifahrern vor dem Rennsonntag machen. Schließlich erwarten die Zuschauer auch beim SQXoN spannende Rennen mit allen Nationen in kompletter Besetzung.
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