Fred Vasseur (Ferrari): Wieso in Kanada so wütend?
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur musste sich am Circuit Gilles Villeneuve von Montreal sichtlich zusammenreissen, um nicht grob zu werden. Was hat den 57-jährigen Franzosen in Kanada so wütend gemacht?
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Das ist eine Seite von Frédéric Vasseur, die wir selten zu sehen bekommen: dünnhäutig, wütend, wie ein Dampfkochtopf kurz vor der Explosion. Normalerweise ist der Ferrari-Teamchef nie um einen Scherz verlegen und lächelt Probleme souverän weg. Nicht so in Kanada.
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Vasseur gab selber zu: "Ich muss aufpassen, dass ich meine Zunge im Zaum halte, ihr wisst schon wieso." Wieso? Weil die FIA von Team-Mitgliedern keine Schimpftiraden sehen will, ganz zu schweigen von Kraftausdrücken. Aber Vasseur war anzusehen, dass er am liebsten ordentlich losgeflucht hätte. Fred also, mit sichtlich angezogener Verbal-Handbremse: "Was da teilweise geschrieben wird, das ist respektlos für unsere Mannschaft, und ich verstehe es nicht. Wenn es nur darum geht, Mist zu verbreiten, dann ist das nicht zielführend, was uns angeht. Denn wir sind hier nun in Kanada, und seit Anfang der Woche reden wir von nichts Anderem. Wenn das ihr Ziel war, dann haben sie es erreicht."
"Als Teamchef war mir klar, was da alles auf mich zukommt. Damit habe ich kein Problem. Aber für unsere Angestellten ist das ganz schwierig. Sie arbeiten so hart, und alles, was sie dann hören ist – der wird ersetzt und der wird ersetzt und der ist nicht zu brauchen. Ich will nicht alle Journalisten über den gleichen Kamm scheren, aber das ist nicht akzeptabel, das ist respektlos und dumm. Und jetzt will ich über darüber nicht mehr reden." Respektlosigkeit hat Vasseur in seiner Brandrede mehrfach erwähnt, und natürlich drängt sich die Frage auf: Was hat Fred dieses Mal so wütend gemacht? Der Hintergrund ist möglicherweise dieser: Im März 2023 ist bei Ferrari Aerodynamik-Chef David Sanchez von Bord gegangen, er sollte bei McLaren James Key als leitender Techniker ersetzen. Aber die Chemie stimmte nicht zwischen Sanchez und McLaren, der Vertrag wurde im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. Sanchez zog im Mai 2024 zu Alpine. Seit Anfang August 2024 ist Diego Tondi neuer Aero-Chef bei Ferrari, früherer Assistent von Sanchez. Am 1. Oktober 2024 kam Fahrzeug-Ingenieur Loic Serra (Ex-Mercedes) zu Ferrari, als Leiter der Chassis-Abteilung. Im Frühling 2025 wurde Kritik an Tondi laut, nachdem die Ergebnisse von Ferrari unter den Erwartungen blieben. In Italien – und damit kommen wir zum Punkt, der Vasseur wohl so auf die Palme gebracht hat – ist nun bei einigen Zeitungen davon die Rede, dass Ferrari die Angel nach Enrico Balbo ausgeworfen habe, und zwar mehrfach, also nach dem leitenden Aerodynamiker von Red Bull Racing. Anstelle von Tondi. So erhalten die obigen Worte von Vasseur einen Sinn: "Für unsere Angestellten ist das ganz schwierig. Sie arbeiten so hart, und alles, was sie dann hören ist – der wird ersetzt und der wird ersetzt und der ist nicht zu brauchen." Ob an einem Ferrari-Angebot für Enrico Balbo etwas dran ist, bleibt offen.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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01. George Russell (GB), Mercedes, 1:12,123 min 02. Lando Norris (GB), McLaren, 1:12,151 03. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:12,411 04. Alex Albon (T), Williams, 1:12,445 05. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:12,458 06. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:12,562 07. Carlos Sainz (E), Williams, 1:12,631 08. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:12,653 09. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:12,666 10. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:12,751 11. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, 1:12,799 12. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:12,874 13. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:12,896 14. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:12,914 15. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:12,939 16. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:13,080 17. Esteban Ocon (F), Haas, 1:13,175 18. Franco Colapinto (RA), Alpine, 1:18,898 19. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, ohne Zeit Nicht im Einsatz: Charles Leclerc (MC), Ferrari
1. Training, Kanada 01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:13,193 min 02. Alex Albon (T), Williams, 1:13,232 03. Carlos Sainz (E), Williams, 1:13,275 04. George Russell (GB), Mercedes, 1:13,535 05. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, 1:13,620 06. Isack Hadjar (F), Racing Bulls, 1:13,631 07. Lando Norris (GB), McLaren, 1:13,651 08. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, 1:13,737 09. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:13,817 10. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:13,885 11. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, 1:13,927 12. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:13,972 13. Kimi Antonelli (I), Mercedes, 1:14,002 14. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:14,198 15. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:14,203 16. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, 1:14,324 17. Oliver Bearman (GB), Haas, 1:14,520 18. Esteban Ocon (F), Haas, 1:14,605 19. Franco Colapinto (RA), Alpine, 1:14,645 20. Nico Hülkenberg (D), Sauber, 1:14,821
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