Lewis Hamilton enthüllt nach Ferrari-Sieg: «Zweifel machen etwas mit dir»
Das Timing stimmt: 30 Jahre nach Michael Schumacher hat nun auch Lewis Hamilton seinen ersten Ferrari-Sieg in Barcelona errungen. Lewis spürt Genugtuung: «So viele Leute haben an mir gezweifelt.»
Ein Sieg mit Ferrari, das macht etwas mit einem Rennfahrer, selbst mit einem so Erfolg-verwöhnten Fahrer wie Lewis Hamilton. Lewis Hamilton ist tief gerührt nach seinem ersten GP-Sieg für Ferrari, passenderweise 30 Jahre nach dem ersten GP-Sieg von Michael Schumacher für Ferrari an gleicher Stelle.
Lewis Hamilton stehen die Tränen zuvorderst, als er mit brechender Stimme sagt: «Ich finde es ziemlich schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist für mich sehr schwer zu glauben, dass ich das endlich spüren darf, nach endlosen Tagen des Versuchens und des Scheiterns, des erneut Versuchens und des wieder Scheiterns.»
«So viele Leute haben an mir gezweifelt, insgeheim, doch auch sehr öffentlich – ganz ehrlich, das war nicht leicht zu verdauen. Aber Hartnäckigkeit zählt sich aus, es gehört zu meiner Lebenseinstellung, niemals aufzugeben, und ganz tief in mir drinnen wusste ich immer, wozu ich noch immer fähig bin.»
«Ich hätte das nie geschafft ohne diese fabelhafte Mannschaft, die mich immer unterstützt hat, das ist ein monumentaler Moment in meiner Laufbahn und in meinem Leben.»
«Ferrari hat heute alles richtig gemacht, und ich war ein Teil davon. Es war auch meine Entscheidung, auf einen Dreistopper zu setzen. Ich konnte das einschätzen, weil ich wusste, wie sich der Wagen in diesem Renntrimm in der Simulation angefühlt hatte.»
«Es ist schwer zu vermitteln, was in mir vorgeht. Aber all die Jahre stand ich neben Fahrern wie Sebastian Vettel, und unten stand die Ferrari-Mannschaft und sang die italienische Hymne. Heute haben die Jungs für mich gesungen. Jetzt weiss ich, wie sich Seb gefühlt hat – das ist wirklich etwas unfassbar Tolles.»
«In ein paar Tage werde ich über diesen Tag denken: Wieso habe ich nicht die passenderen Worte gefunden? Ich meine, wie kleidet man Emotionen in Worte, wenn deine wildesten Träume übertroffen werden?»
«Ich habe immer fest daran geglaubt, dass meine Entscheidung die richtige war, zu Ferrari zu gehen. Und ich habe immer fest daran geglaubt, dass ich mit Ferrari Aussergewöhnliches leisten kann.»
«Es begann Anfang 2025 alles im Hochgefühl, aber dann entstanden viele Zweifel und viel Negativität. Und das dauerte dann ungefähr ein Jahr. In dieser schwierigen Phase wurde ich von meinen Fans gerettet, von meiner Familie, von meinen Freunden. Sie haben zu mir gehalten.»
«Und dann haben wir sehr viele Änderungen umgesetzt, und das alles hat es mir ermöglicht, heute ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen. Ich fühle grossen Stolz auf die ganze Scuderia und tiefe Dankbarkeit.»
«Die Leidenschaft der Ferrari-Mitarbeiter ist einzigartig, gleichzeitig sind sie erdverbunden und warmherzig. Sie heute von da oben zu sehen, mit welcher Inbrunst sie die italienische Hymne gesungen haben, wow, das hat mich aus den Socken gehauen! Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein berauschenderes Gefühl gibt.»
«Jeder Sieg hat seinen ganz eigenen Geschmack. Aber natürlich stechen einige hervor. Der erste. Oder der erste in Silverstone. Oder Silverstone 2024, der nach langer Zeit kam, in einer Phase, wo du dich natürlich zu fragen beginnst, ob du es nochmals ganz nach oben schaffst. Und nun Barcelona.»
«Ganz ehrlich – während des schwierigen Jahres 2025 schoss mir natürlich durch den Kopf: ‘Uff, vielleicht ist es ja wahr, vielleicht habe ich wirklich diesen letzten Biss verloren.’ Ich bin auch nur ein Mensch. Ich sah Schlagzeilen über mich, und natürlich macht das etwas mit dir.»
«Das war auch der Zeitpunkt, an dem ich mich aus dem ganzen Rummel ein wenig ausklinkte. Ich verbrachte mehr Zeit mit Familie und Freunden, mit Menschen, die wissen, wie ich ticke und die es gut mit mir meinen.»
«Viele haben das 2025 vielleicht nicht bemerkt, aber ich habe im Hintergrund so immens geackert, um Ferrari wieder auf die Siegerstrasse zu bringen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich ein offenes Ohr gefunden habe. Ich habe in Maranello gesagt – wir müssen wieder Vorreiter werden. Dann kam dieser Zusatzflügel hinter dem Auspuff. Und ich habe mich auch für den Drehflügel stark gemacht. Ich habe meiner Mannschaft gesagt: ‘Wir müssen wieder Leader sein.’ Und Ferrari hat gezeigt, dass sie das noch immer drauf haben.»
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