Fred Vasseur/Ferrari nach Hamilton-Sieg: «Diese Falle müssen wir vermeiden»
Viele Mitarbeiter von Ferrari schämten sich ihrer Tränen nicht: Erster GP-Sieg für den berühmtesten Rennstall der Welt seit Mexiko 2024, Hamilton sei Dank. Teamchef Vasseur sagt, wie es weitergeht.
Während der schwierigen, sieglosen Ferrari-Saison 2025 musste sich Teamchef Fred Vasseur Einiges anhören: Er war es, der Lewis Hamilton engagiert hatte, für eine baumdicke Stange Geld, und der Engländer wurde von Charles Leclerc meist versägt. War Hamilton über das Ablaufdatum des grossen Champions vorbei?
Seit Barcelona 2026 ist alles ein wenig anders: Lewis Hamilton hat auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die Konkurrenz in Grund und Boden gefahren, erster Ferrari-Sieg seit Mexiko 2024 (mit Carlos Sainz), erster Sieg für Hamilton seit Belgien 2024, aber dieser erste Platz war geschenkt, weil sein damaliger Mercedes-Teamgefährte George Russell aus der Wertung genommen werden musste, da sein Auto zu leicht war. Erster waschechter Sieg also für Hamilton seit Silverstone 2024.
Erster Sieg für Ferrari in Barcelona seit 2013, und die Genugtuung steht Teamchef Fred Vasseur ins Gesicht geschrieben: «Ein grossartiger Tag für das Team, für Lewis und für alle Mitarbeiter in der Fabrik. Wir müssen immer bedenken, dass sie wie verrückt arbeiten, und das ist der einzig richtige Weg, es ihnen zu danken.»
«Es ist auch eine sehr gute Art, die europäische Saison einzuläuten. In Monaco haben wir einen feinen zweiten Platz geholt, und hier haben wir gewonnen. Wir haben auch gezeigt, dass wir gestern das Tempo hatten, die Pole zu erobern.»
Und was nun? Was ändert dieser Sieg für Ferrari? Vasseur weiter: «Wir müssen in den nächsten Rennen einen so guten Ansatz beibehalten, wie heute – also maximale Konzentration auf Details. Unser Ansatz wird sich ändern, weil wir heute den Sieg einfahren konnten. Wir müssen immer als Team arbeiten, an guten Tagen und noch mehr an schwierigen. Und das haben wir auch in den letzten Monaten getan, als wir nicht so stark waren wie heute.»
Die alte Formel-1-Faustregel lautet: Ein Auto, das in Barcelona gut ist, das ist auch auf den meisten anderen Strecken gut. Fred Vasseur differenziert: «In den letzten 25 Jahren traf es oft zu, dass der Sieger in Barcelona auch das beste Auto über die ganze Saison hatte. Ich glaube jedoch nicht, dass dies in diesem Jahr der Fall ist.»
«Denn 2026 werden die Leistungen davon bestimmt, wie sich die Autos weiterentwickeln, und ich denke, dass sich die Kräfteverhältnisse alle zwei bis drei Rennen ändern können. Es ist besser, heute ein gutes Auto zu haben als eines, das nicht funktioniert, aber entscheidend für uns wird sein, für die kommenden Rennwochenenden mehr Leistungsfähigkeit aus dem Auto zu holen.»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat am Abend in Barcelona gesagt, dass Ferrari nun ein echter Herausforderer um den Titel sei. Fred Vasseur lächelt das weg: «Wir sind nah dran, aber genau das ist die Falle, die wir nun vermeiden müssen. Wir dürfen nicht vom Titel sprechen, wir müssen den Fahrern das bestmögliche Auto geben, ohne auf irgendwelche Erwartungen zu achten. Man muss sich auf ein Rennen nach dem anderen konzentrieren.»
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