Joan Mir auf der Suche nach dem Gefühl – weshalb er in Ungarn scheiterte
Joan Mir ist der Sturzkönig der laufenden MotoGP-Saison und hat schon einige Punkte durch Crashs verschenkt. Auf der Suche nach Besserung dreht die Honda-Mannschaft beim Setup jeden Stein zweimal um.
«Wir konnten die Möglichkeit nicht nutzen.» Gemeint hatte Joan Mir damit die Möglichkeit, sichere Punkte einzufahren, und traf die Aussage nach dem Rennwochenende in Ungarn. Schon in der ersten Kurve hatte Jorge Martin auf dem Balaton Park Circuit sich selbst und drei weitere Piloten aus dem Rennen gekegelt, nur Fabio Di Giannantonio konnte das Rennen wenigstens wieder aufnehmen – allerdings mit gehörigem Rückstand. Die Konkurrenz war ausgedünnt für den Fahrer mit der Startnummer 36. Dieser kam in der 14. Runde, auf dem achten Rang liegend, zu Sturz. Eine Situation, die sich so oder ähnlich in der laufenden Saison regelmäßig wiederholt.
In den 16 Rennen 2026 kam der Mallorquiner 11 Mal zu Sturz, in 9 Fällen davon auf der Jagd nach Punkten. Kein Fahrer der Königsklasse stürzt häufiger im Rennen. Ein Grund dafür, weshalb Joan Mir 42 Zähler hinter Teamkollege Luca Marini zurückliegt, obwohl er in aller Regel vor diesem in der Startaufstellung steht. Die Stürze gleichen sich dabei oft, meist rutscht dem Spanier das Vorderrad weg. Geschuldet ist dies dem Mangel an Rückmeldung am Limit seiner RC213V. Für die Problemlösung versuchten Mir und seine Mannschaft bei den diesjährigen Rennwochenenden mehrere Lösungsansätze, in Ungarn folgte dabei ein Schritt zurück: «Es geht um die Einstellung bei der Gabel. Wir haben ein älteres Setup nochmal ausprobiert und konnten einige Probleme damit lösen, denn ich konnte besser fahren. Wir haben in Barcelona etwas Neues ausprobiert, weil wir dort die Bedingungen kannten und Vergleichsdaten hatten.»
Beim Rennwochenende in Mugello kamen die gleichen Einstellungen zum Einsatz, beim MotoGP-Event auf dem Balaton Park Circuit folgte die Rolle rückwärts: «In Ungarn sind wir auf unsere Standardeinstellungen zurückgegangen und die haben sich um einiges besser angefühlt. Ich konnte damit aggressiver fahren und hatte mehr Vertrauen.» Zum Sturz in Ungarn habe stattdessen der Luftdruck im Vorderreifen geführt, das allgemeine Problem der fehlenden Rückmeldung habe sich jedoch gebessert. Ein Schritt nach vorn, denn: «Das Gefühl fürs Fahren ist schließlich das Wichtigste.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach



