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Werner Daemen: 34 Jahre Anlaufzeit bis zum ersten WM-Titel in der EWC

Aufgeben ist ein Wort, welches im Wortschatz des Belgiers, der ein Team in der IDM Superbike und eines in der Langstrecken-WM hat, nicht vorkommt. In der EWC holte er nun für BMW den Titel.

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Irgendwie schafft es Werner Daemen, sowohl in der IDM Superbike als auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft, die Zügel zwar locker zu lassen, aber wenn nötig auch mit klaren Ansagen alle wieder einzunorden und damit die Fäden in beiden Teams in der Hand zu haben. In der Euro Moto Superbike 2026, im kommenden Jahr wieder als IDM unterwegs, lief es für Daemen und seine Piloten Markus Reiterberger (D), Hannes Soomer (EST), Jan Mohr (A) und Milan Merckelbagh (NL) nicht ganz so rund wie in der Vergangenheit. Neun Mal konnte das personalintensive Team den Titel schon holen, dieses Jahr spielte man im Titelkampf eher die zweite Geige. Besser lief es für Daemen als Teamleiter des BMW-eigenen Langstrecken-Teams mit Reiterberger, Michael Van der Mark (NL) und Steven Odendaal (RSA). Dort holte man im September beim EWC-Finale in Le Castellet den Titel.

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Seine ersten Runden drehte Werner Daemen, heute 55 Jahr alt, im Jahr 1992, also vor 34 Jahren. «Die ersten fünf Jahre war das nur ein Hobby», erinnert er sich. «Da bin ich alles Mögliche gefahren. Auch Bergrennen.» 1999 kam gemeinsam mit Ehefrau Wendy das erste von vier Kindern zur Daemen-Mannschaft hinzu. «Ich habe die Rennerei aufgebaut wie ein Schloss», erklärt er seinen Weg zum Erfolg. «Erst habe ich Erfahrungen gesammelt, die muss man machen, die kann man nicht kaufen. Dann braucht man Geld. Anfangs bin ich an einem WM-Wochenenden mit einem Satz Reifen gefahren.»

Nach der Supersport-WM kam die IDM Superbike

Nach seiner Zeit in der Supersport-WM, er hatte es in seiner aktiven Zeit unter anderem im Jahr 2000 mit dem Weltmeister Jörg Teuchert zu tun, wechselte Daemen noch für einige Jahre in die IDM. 2009 holte er beim IDM-Rennen auf dem Salzburgring zudem den ersten internationalen Sieg für die damals neue BMW S 1000 RR. Als Teambesitzer in der IDM und Teammanager in der EWC sollte es mit den Erfolgen noch weiter nach oben gehen. «Mit BMW ging die Zusammenarbeit in der Langstrecke 2019 los, und dauert bis heute an», erzählt Daemen. «Man braucht die Ausrüstung und die besten Leute, die man von überall herholt und den besten Hersteller. Das beste Material zusammenzutragen benötigt auch Zeit und Geld. Im Vergleich mit SERT und YART muss man sich als ‚der Neuling‘ auch erst einmal beweisen.»

Es ist einfach das beste Team, ever.

Werner Daemen

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«Im letzten Winter haben BMW und auch wir als Team einen echten Schritt nach vorne gemacht», ist der Belgier überzeugt. «Und wir hatten drei Top-Fahrer. Als wir in Le Mans dieses Jahr nur Siebter geworden waren, habe ich trotzdem das erste Mal gedacht, dass wir es dieses Jahr mit dem WM-Titel schaffen können. Wenn wir in Spa gewinnen, sagte ich damals, dann klappt es mit dem Titel. Es klappte mit beidem. Den Sieg in Spa und dem WM-Titel bei den 24 Stunden in Le Castellet.»

Freie Hand vom Hersteller

«BMW hat uns freie Hand gelassen», so Daemen. «Der Druck ist natürlich nicht weniger geworden. Die Hardware war perfekt und wir als Team sind solch eine Einheit geworden, sowas habe ich vorher noch nicht erlebt. Als wir beim Bol d’Or endlich im Ziel waren und den Titel hatten, war ich schon glücklich. Aber ich bin jetzt nicht durchgedreht.» Bei den Erzählungen über seine Frau, seinen Sohn Indy, sowie seine Mutter, alle drei waren beim Titelgewinn dabei, muss Daemen dann doch mit den Tränen kämpfen, um den Kloß im Hals wieder loszuwerden. «Das war schon emotional, als ich die Drei dann gesehen habe. Es war ein langer Weg. Meine Mutter hatte immer viel Angst, als ich noch selbst gefahren bin. Auch meine Familie musste viel auf mich verzichten. Sei es Urlaub oder Kommunion oder die Schulaufführung. Ich habe oft gefehlt und alles wurde dem Ziel untergeordnet.»

Wer Daemens Mutter kennenlernt, weiß, woher der Teamchef seine Energie hat. Denn die beiden stehen ein 24 Stunden Rennen spielend durch, ohne auch nur fünf Minuten die Augen zuzumachen. Sohn Indy, inzwischen auch schon 27 Jahre alt, ist im EWC-Team für alles rund um das Thema Timing zuständig. «Es war ein langer Weg», weiß der Familienvater. «Jetzt kann ich sagen, das habe ich gemacht und selbst aufgebaut.»

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«Mandy Kainz war in Frankreich der Erste, der mir gratuliert hat», berichtet Daemen, «das war schön.» Und nicht selbstverständlich. Denn immerhin hatte Daemen mit seinen Jungs die Kainz-Truppe von YART vom Thron geschubbst. «Noch beim letzten gemeinsamen Abendessen vor dem Bol d’Or habe ich zu meinen Jungs gesagt», verrät Daemen, «wir können es schaffen. Wir müssen einfach immer, in jeder Session, die Schnellsten sein und den Druck hochhalten. Auch beim Rennen um Mitternacht. Denn da werden viele müde. Das ist einfach die schlimmste Zeit bei einem 24 Stunden Rennen, aber da macht man Meter.» Seine Mannschaft hielt sich dran und das Konzept ging auf. «Es ist einfach das beste Team, ever.»

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