Hamilton/Ferrari gibt Einblicke in Arbeit: «Suche nach Nadel im Heuhaufen»
Der 41-jährige Lewis Hamilton 2026 im dritten Frühling: Erster GP-Sieg mit Ferrari in Barcelona, nun erste GP-Pole mit Ferrari in Mexiko. Der Brite ist überglücklich: «Endlich hat alles geklappt.»
Das war weltmeisterlich: Lewis Hamilton hat sich in Mexiko seine 105. Pole-Positon in der Königsklasse gesichert, seine erste seit mehr als zwei Jahren (Ungarn 2025) und seine erste für Ferrari. (Poles für einen Sprint zählen in der F1-Statistik nichts.)
Klar ist Hamilton im Autódromo Hermanos Rodríguez hin und weg. Der siebenfache Formel-1-Weltmeister erzählt: «Diese Pole bedeutet mir sehr viel. Es ist schon so lange her, dass ich an diesem Platz gesessen habe. Ich erinnere mich fast nicht mehr daran, wann ich das letzte Mal auf der Pole-Position stand.»
«Diese Reise mit Ferrari zu beginnen und all die Herausforderungen und Höhen und Tiefen zu erleben, und selbst der Freitag war noch sehr herausfordernd, als mein Auto auf der Strecke stehen blieb und wir die Chance auf einen Dauerlauf verloren.»
«Ich habe immer an der Hoffnung festhalten, dass wir eines Tages wieder auf P1 stehen werden, sobald wir das Auto richtig eingestellt haben. Aber es war ein so enges Qualifying und so schwierig für alle, die Reifen zum Arbeiten zu bringen.»
«So wenig Abtrieb und Grip, wie man hier hat, man muss millimetergenau fahren. Es war eine wirklich saubere Runde. Ich brauchte die auch dringend, weil Charles beim ersten Versuch drei oder vier Zehntel vor mir lag, und das ist ein ziemlich grosser Rückstand, den man in der letzten Runde erst mal aufholen muss.»
«Aber ich wusste, in welchen Bereichen ich mich verbessern konnte, und es ist einfach mein Glaube an dieses Team, die Gelegenheit, die sie mir gegeben haben, das Vertrauen, das sie in mich gesetzt haben. Es fühlt sich grossartig an, sie mit einer Pole zu belohnen. Und die erste Ferrari-Poles zu erobern, ich meine, wow!, das bringt mich zurück zu der Zeit, als ich Michael dabei zusah, wie er all diese Pole-Positions bei Ferrari holte und all diese Siege. Also, es ist sehr, sehr besonders.»
«Ich wusste das ganze Wochenende, dass ich das Tempo hatte, um auf der Pole zu sein, aber meine Trainings waren ein einziges Auf und Ab. Ich denke, der Schlüssel liegt darin, die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Man sieht uns alle rausfahren, und es sieht oft so aus, als würden wir das ganz anständig machen, aber die Reifen funktionieren nur in einem sehr kleinen Bereich, in dem sie wirklich gut sind, und dann überhitzen sie.»
«Der Umgang mit diesen Reifen ist etwas, mit dem ich wirklich zu kämpfen hatte in den letzten paar Jahren, besonders seit wir auf den 18-Zoll-Reifen umgestiegen sind. Also musste ich einfach lernen, anders zu fahren; es ist eine andere Art, wie man die Kurven angehen muss, und es erfordert eine andere Art der Balance-Nutzung. Also, ich denke, ich konnte ein paar weitere Werkzeuge nutzen, die ich seit etwa 13 Jahren nicht mehr verwendet hatte. Sobald ich durch die Kurven 1, 2 und 3 war, lief es von dort an ziemlich glatt, und ich denke ehrlich gesagt nicht, dass ich irgendwo Zeit verloren habe. Also, es war einfach eine insgesamt gute Runde.»
«Wir haben natürlich Vorgaben für die Reifentemperaturen, die wir erreichen müssen. Wir alle geben auf den Auslaufrunden sehr viel Gas, um die Reifen zum Arbeiten zu bringen und ins richtige Temperaturfenster zu bekommen. Doch wenn man die Geraden hinunterfährt, verlieren die Reifen Temperatur.»
«Es ist ein ziemlich harter Reifen. Ich erinnere mich, dass wir früher super-langsam herumgekrabbelt sind, und dann fängst du an zu drücken und die Reifen sind bereit. Ich denke, die 13-Zoll-Periode war für mich ein schönerer, weicherer Reifen. Es hat die Unebenheiten besser aufgenommen. Ich mag die Bewegung des Reifens. Man könnte den Reifen mehr spüren.»
«Heute sind die Walzen wie eine steinhart feste Wand. Es bewegt sich nicht viel, weil er eine so kurze Seitenwand hat. Es funktioniert gut, wenn man den Reifen zum Laufen bringt, und ich denke, genau so habe ich mich heute gefühlt. Endlich konnte ich das Beste aus dem Reifen herausholen, und er hielt die ganze Runde durch.»
«Oft denkst du aber: Der Vorderreifen ist für Kurve 1 nicht bereit, aber die Hinterreifen sind es, und die Vorderreifen fangen an zu greifen, während die Hinterreifen nachlassen. Es ist dieses ständige Auf und Ab, das du hast.»
«Dann sind die Hinterreifen manchmal nicht bereit, wenn du aus der letzten Kurve kommst, um die Runde zu starten, aber am Ende sind sie dann besser. Manchmal sind sie gewissermassen zu bereit.»
«Also hier die Balance zu finden, ich sage dir, das ist wie die Nadel im Heuhaufen. Und die war sehr, sehr, sehr schwierig zu finden. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.»
«Als wir in dieses Wochenende starteten, haben wir uns am Mittwoch getroffen. Wir haben alle Bereiche durchgesprochen, in denen wir uns verbessern wollen, verschiedene Ansätze, Dinge, die wir aus dem letzten Rennen gelernt haben. Wir waren uns einig: Wir werden sicherstellen, dass wir dieses Wochenende einen langen, guten Dauerlauf hinbekommen. Und dann blieb das Auto stehen!
«Daher weiss ich nicht, wie sich das Auto mit viel Treibstoff an Bord verhalten wird, und ich kenne auch nicht die Einstellungen, die ich benötigen werde. Das sind die Dinge, die ich am Abend vor dem Rennen irgendwie schätzen muss, und wir werden unser Bestes tun, um das Auto hoffentlich in das richtige Fenster fürs Rennen.»
«Es ist ein langer Weg vom Start zu Kurve 1. Man schaut sich da immer die Rennstarts der vergangenen Jahre an, und offensichtlich müssen wir sicherstellen, dass wir einen guten Start hinlegen, und dann geht es nur noch die Positionierung des Autos und den Bremspunkt. Aber ich war hier noch nie in dieser Position, also werde ich mich einfach darauf konzentrieren, den Start zu optimieren.»
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