Jean Alesi (Ex-Ferrari) nach Verstappen-Crash: «Tod von Bianchi vergessen?»
Das gibt noch immer zu reden: Unfall von Max Verstappen in der Quali zum Österreich-GP, zunächst nur eine gelbe Flagge, Russell schnappt sich listig die Pole. Ex-GP-Star Jean Alesi ist fassungslos.
Zum Schluss des spannenden Abschlusstrainings zum Österreich-GP überschlugen sich die Ereignisse: Hamilton neu an der Spitze, dann Leclerc vorne – und Crash von Verstappen!
Der vierfache Weltmeister verlor seinen Wagen beim Einlenken in die zweitletzte Kurve aus der Kontrolle (weil der Heckflügel zu spät schloss, wie später herausgefunden wurde), der Renner rutschte über das Kiesbett und schlug breitseits in die Reifenstapel ein, Max stieg selber aus dem Wagen und ging, sichtlich durchgeschüttelt, davon.
Als wären die Fans nicht baff genug, tauchte kurz darauf Mercedes-Fahrer George Russell an der Spitze auf, während WM-Leader Kimi Antonelli seinen Versuch abgebrochen hatte.
Russell hatte listig erkannt: Vor der Unfallstelle wird nur gelb gezeigt, nicht doppel-gelb, daher reichte ein Lupfen, um dennoch eine schnelle Rundenzeit zu fahren und sich die Pole zu krallen.
Der langjährige Formel-1-Fahrer Jean Alesi (201 Grands Prix, WM-Vierter 1996 und 1997) ist fassungslos. Gegenüber den Kollgen des Corriere della Sera sagt der 62-jährige Franzose: «Der Ausgang des Rennens wurde durch ein Qualifying entschieden, das kompromittiert war. Dass nach dem Unfall von Max Verstappen nicht sofort eine rote Flagge gezeigt wird, obwohl ein verunfalltes Auto am Streckenrand steht, lässt mir die Haare zu Berge stehen.»
Der Sieger des Kanada-GP 1995 (mit Ferrari) findet: «Das sendet eine schreckliche Botschaft an alle, die in der Formel 1 fahren, und besonders an die jüngere Generation.»
«Hier geht es nicht darum, sich an die Herangehensweise des Rennleiters anzupassen, sondern darum, zu fordern, dass solche Situationen nie wieder vorkommen. Es ist, als hätte es die Tragödie von Jules Bianchi 2014 nie gegeben. Das ist wirklich schändlich.»
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