Newey (Aston Martin) nach Krankheit: So will er Alonso am Rücktritt hindern
Der Engländer Adrian Newey (67) spricht über gesundheitliche Probleme. Aber nicht nur der Technikchef war krank, auch sein 2026 Rennauto. Der Brite sagt, wie es nun weitergehen soll, auch mit Alonso.
Schwierige Zeiten für Aston Martin: Die Grünen, die in Silverstone eine beneidenswerte Infrastruktur errichtet haben, sind WM-Letzter.
Auf der eigenen Webpage von Aston Martin hat Adrian Newey über die Probleme mit der eigenen Gesundheit und über die Probleme mit dem Rennwagen gesprochen.
Newey sagt: «Mir geht es jetzt wieder gut, aber es war eine schwierige Zeit. Ein Unglück kommt halt selten allein. Ehrlich gesagt war ich letztes Jahr nicht zu 100 Prozent fit. Ich musste Gesundheit und Arbeit viel sorgfältiger in Einklang bringen. Das Team hat das unglaublich gut gemeistert. Ich hatte ein sehr gutes Verhältnis zu den Ingenieuren, und ich glaubte nicht, dass dies allzu grosse Schwierigkeiten erzeugt hat. Das zeigt, wie verlässlich dieses Team arbeitet.»
Nun zu den Problemen mit dem Rennwagen. Newey fährt fort: «Wir haben uns jahrelang auf Werkzeuge und Prozesse verlassen, die nur geflickt und zusammengeschustert waren. Einige davon lassen sich bis in die frühesten Tage des Jordan-Teams zurückverfolgen, das hier in Silverstone ansässig war – lange bevor Aston Martin wieder an den Start ging. Irgendwann ist ein System, das nur aus Flickwerk auf Flickwerk besteht, nicht mehr zweckmässig. An diesem Punkt waren wir angelangt.»
«Das Ergebnis war ein sehr frustrierender Autobau. Teile wurden nicht rechtzeitig bestellt – nicht weil die Mitarbeiter ihre Arbeit nicht gemacht haben, sondern weil das zugrundeliegende System sie im Stich liess.»
«Da Aston Martin spät mit der Entwicklung seines Autos für die neuen F1-Regeln von 2026 begonnen hatte, traten bei der Integration des Honda-Antriebs Probleme auf, die weitere Kompromisse erzwangen.»
«Auf der Chassis-Seite sind wir deutlich über dem Gewichtslimit. Ein Teil davon kommt von der Integration der Antriebseinheit und dem Umgang mit Vibrationsproblemen, die wir mit Honda durcharbeiten mussten, aber wir haben auch auf unserer Seite keine gute Arbeit geleistet, um Gewicht zu sparen. Wenn man unter Zeitdruck konstruiert, leidet das Gewicht als Erstes, weil man nicht die Zeit hat, alles gründlich zu optimieren.»
«Punkto Aerodynamik haben wir eine mutige Richtung eingeschlagen – die grösstenteils von mir vorangetrieben wurde – allerdings ohne den Luxus, mehrere Konzepte eingehend zu erkunden, weil uns die Zeit davonlief. Ich würde nicht sagen, dass die eingeschlagene Richtung grundlegend falsch ist, aber sie hat Herausforderungen mit sich gebracht, die wir nicht vorhergesehen hatten.»
Ab Ungarn sollen Fernando Alonso und Lance Stroll endlich ein erheblich geändertes Auto fahren. Newey weiter: «Die wichtigsten strukturellen Elemente bleiben gleich, die Chassis- und Getriebearchitektur ändert sich nicht grundlegend. Aber wir haben Gewicht aus beiden herausgenommen, was eine erneute Homologation und Crashtests des vorderen Chassis erforderte.»
«Die Vorderradaufhängung ist unverändert. Die Hinterradaufhängung wurde leicht überarbeitet. Wir haben eine neue Nase und grundlegend überarbeitete aerodynamische Oberflächen entwickelt. Während die Kernstruktur also ähnlich ist, handelt es sich um ein grosses Aerodynamikpaket in Verbindung mit einer erheblichen Gewichtsreduzierung. Das Ziel ist es, sehr nahe an die Gewichtsgrenze heranzukommen.»
«Fernando freut sich sehr auf das Upgrade, und wenn es funktioniert, hoffen wir, dass er für eine weitere Saison im Cockpit sitzt. Angesichts seiner Erfahrung, seines Gespürs für das Auto und seiner Fähigkeit, die Entwicklung zu lenken, ist er ein enormer Gewinn. Aber er möchte klare, greifbare Fortschritte sehen. Wenn wir zeigen können, dass wir uns entschlossen in die richtige Richtung bewegen, ist er absolut bereit, auch 2027 am Steuer zu sitzen.»
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