Toto Wolff (Mercedes) deutet an: Kommt jetzt doch die Stallorder?
Mercedes-Teamchef Toto Wolff deutet in Barcelona an: Eine Regelung zwischen seinen Fahrern muss her: «Wir riskieren, uns gegenseitig auszubremsen.» Denn: Lewis Hamilton funkt im WM-Kampf dazwischen.
Nach einem Ausfall (Montreal) und einem Pannen-Rennen durch Strafen (Monaco) lief es für Mercedes-Pilot George Russell in Barcelona mit Platz 2 endlich wieder rund. Doch nun konnte Teenager Kimi Antonelli das Rennen nicht beenden, ging in Barcelona punktlos aus. Teamchef Toto Wolff gibt das Barcelona-Wochenende Anlass zur Sorge – aus zweierlei Gründen.
Der Österreicher gratulierte zunächst herzlich seinem früheren Schützling Lewis Hamilton, der seinen ersten GP-Sieg mit Ferrari holte – also gleichzeitig auch seinen ersten Sieg nach dem Abschied von Mercedes. Beim Blick aufs eigene Team musste Wolff dann aber feststellen: «Ansonsten bin ich nicht gerade begeistert. Wir dürfen uns nicht mit diesen immer wieder auftretenden Ausfällen abfinden.»
Ausfälle summieren sich
Antonelli fiel in Barcelona aus. In Kanada streikte mitten im Rennen der Bolide von George Russell, als der gerade in Führung lag. Wolff: «In Montreal haben wir 25 Punkte in der Konstrukteurswertung verloren, und heute weitere 18 Punkte – um Erster zu werden, muss man erst einmal ins Ziel kommen. Zuverlässigkeit, das ist es, woran wir arbeiten müssen. Das hat oberste Priorität. Niemand ist damit zufrieden. Wir werden nichts unversucht lassen, um die Ursache zu finden.»
Wolff hat aber noch mehr auf dem Herzen, nämlich das erneut enge Racing zwischen seinen beiden Fahrern – die sich beinahe selbst im Weg standen: «George hatte einen unglaublichen Start ins Rennen hatte, bei dem es so aussah, als stünden alle hinter ihm still. Doch dann ließ das Tempo nach, und in den weiteren Stints gegen Ende des ersten sowie in den beiden anderen Stints hatte Kimi eindeutig die Oberhand. Wir haben uns nicht in ihren Kampf eingemischt, denn so sind wir schon immer gefahren.» Also freies Racing ohne Stallorder oder anderweitige Bevorzugung eines Fahrers.
Wolff: Besprechen, wie man künftig mit solchen Situationen umgeht
Wolff: «Aber es ist eine Situation, die wir für die Zukunft untersuchen müssen. Wir besprechen, wie wir mit einer Situation umgehen, in der es einen Geschwindigkeitsunterschied gibt, wenn wir um einen Sieg kämpfen oder das Risiko besteht, einen Sieg zu verlieren. Das wird eine interessante Diskussion werden. Aber immer vollkommen transparent und im besten Interesse des Teams.»
Dritte Partei im WM-Kampf aufgetaucht
Denn Wolff mahnt: Hamilton mischt plötzlich mit mit Titelkampf. Der siebenmalige Weltmeister liegt sein Monaco zwischen den Mercedes-Piloten: Stand nach Barcelona 41 Punkte hinter Kimi Antonelli, aber neun Zähler vor Russell. Wolff mahnt daher: «Es gibt jetzt einen Dritten, der sich in den Kampf um die Meisterschaft einmischt. Konstrukteurstitel und Fahrertitel.» In der Team-WM hat Mercedes 72 Punkte Vorsprung auf Ferrari.
Wir riskieren, uns gegenseitig auszubremsen.Toto Wolff
Wolff: «In dieser Hinsicht besprechen wir intern mit den Fahrern, wie wir mit der Situation umgehen wollen. Wir riskieren, uns gegenseitig auszubremsen. Ich glaube nicht, dass das ein Problem sein wird, es zwingt mich nur dazu, mich neu zu orientieren.»
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