Erste Titelchance für Kimi Antonelli in Austin? Das sagt Toto Wolff
In Austin kann Kimi Antonelli sich zum Formel-1-Weltmeister krönen. Doch dafür muss einiges zusammenkommen. Dazu stehen Fragezeichen hinterm Saisonfinale. Was Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagt.
Er ist gerade mal 20 Jahre jung und ist sehr wahrscheinlich der nächste Weltmeister der Formel 1: Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot legt eine richtig starke Saison hin, fährt allen davon. Und beim nächsten GP hat er die erste Gelegenheit, seinen ersten WM-Titel auch rechnerisch festzuzurren. Er wäre damit der jüngste F1-Weltmeister aller Zeiten. Aktueller Rekordhalter ist Sebastian Vettel mit 23 Jahren und 134 Tagen.
Offiziell sechs Rennen vor Ende der Saison (dazu gleich mehr!) hat Antonelli 102 Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell. Mit sechs GPs sind noch maximal 150 Punkte zu holen. Sprints gibt es keine mehr.
So kann Antonelli in Austin F1-Weltmeister werden
Folgende Konstellation bräuchte es für den Antonelli-WM-Titel schon in Austin: Sieg Antonelli, George Russell höchstens Neunter, Lewis Hamilton höchstens Fünfter. Bedeutet also: Es braucht nicht nur ein starkes Wochenende von Antonelli, sondern auch Pech für seine Konkurrenz.
Wie läuft das F1-Saisonfinale?
Ein kleines Fragezeichen gibt es hinter dieser Rechnung aber noch: Denn, dass wirklich noch sechs Rennen stattfinden, bezweifeln nicht wenige. Das Saisonfinale ist für Abu Dhabi geplant, davor soll noch in Katar gefahren werden. Die weltpolitische Lage sorgte ja bekanntlich schon für eine Absage des Saudi-Arabien-GPs im Frühjahr und für eine Verlegung des Bahrain-GPs von April nach Oktober und von Bahrain nach Malaysia. Was also, wenn sich die rechnerische Ausgangslage durch eine Rennabsage verändert?
Offiziell plant die Formel 1 weiterhin mit dem Finale im Nahen Osten, CEO Stefano Domenicali bekräftigte das kürzlich erneut. Es wird parallel aber an einer Alternative in Imola gearbeitet. Das wäre dann ein einzelnes Rennen am Abu-Dhabi-Termin (6.12.), also nur fünf verbleibende GPs. Plan A ist es, sechs Rennen zu fahren. Aber daran glauben im Fahrerlager nicht alle.
Nach dem Rennen in Singapur wurde Mercedes-Teamchef Toto Wolff gefragt, ob es nicht schlecht für den Sport sei, in ein möglicherweise titelentscheidendes Rennen mit all diesen Fragezeichen zu gehen. Der Österreicher scherzte: «Ihr seid alles so negativ», sagte dann aber: «Aus der Perspektive habe ich das noch gar nicht gesehen. Denn im Moment überlege ich eher, wie viele Punkte es noch sind. Ich erinnere mich immer wieder daran, dass es Rennsport ist und das schon verrückte Dinge passiert sind.»
WM-Titel in Austin? Kein so wahrscheinliches Szenario
Wolff sagte – zugegebenermaßen kurz nach dem GP: «Ich habe noch gar nicht auf die Punkte geschaut, es bräuchte wohl Ausfälle von George und Lewis. Also ist das kein so wahrscheinliches Szenario. Aber das Ziel ist es, Punkte zu sammeln, nicht zu viele Punkte auf die anderen zu verlieren und vielleicht Punkte gutzumachen wie heute auf Lewis, was so nicht zu erwarten war.» Antonelli wurde in Singapur Dritter, Lewis Hamilton nur Sechster. «Und damit rückt es näher für ihn. Ob es dann Mexiko oder Brasilien oder noch später ist, werden wir sehen. Aktuell sagen alle, dass Katar und Abu Dhabi stattfinden. Also gehen wir mal davon aus, dass es noch sechs Rennen sind und nicht vier.»
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