Fernandez-Manager über Trackhouse: «Haben ihnen ein Ultimatum gestellt!»
Erst spät in diesem Jahr einigten sich Raul Fernandez und Trackhouse darauf, auch 2027 und 2028 zusammenzuarbeiten. Weshalb es so lange dauerte und welches Angebot er noch auf seinem Tisch hatte.
Nach seinem Vize-WM-Titel in der Moto2-Saison 2021 schaffte Raul Fernandez den Aufstieg in die MotoGP. Er dockte bei KTM Tech3 an – als Teamkollege des Australiers Remy Gardner. In seinem Rookie-Jahr 2022 tat sich Fernandez schwer mit der RC16, in der Gesamtwertung belegte er Rang 22.
Zur Saison 2023 wechselte er ins RNF-Team, wo er an der Seite von Miguel Oliveira eine Aprilia RS-GP fuhr. Es sammelte damals insgesamt 51 WM-Punkte, was am Ende Gesamtrang 20 bedeutete. 2024 übernahm dann Trackhouse Racing das Ruder in dem Satellitenteam. Fernandez konnte sich weiter steigern, bis er 2025 beim Großen Preis von Australien seinen ersten MotoGP-Sieg holte. Letztes Jahr schaffte es der Spanier beim Saisonfinale in Valencia noch einmal auf das Podest.
Ab der zweiten Saisonhälfte 2025 erzielte Raul Fernandez regelmäßig Top-Platzierungen. Im ersten Grand Prix 2026 bestätigte er seine Form, als er in Thailand zweimal auf das Podest raste. Es folgten zwei Sprintsiege (Mugello und Assen) und zwei GP-Podeste (Assen und Sachsenring). Der 25-Jährige zeigte starke Leistungen, doch etwas fehlte: Fernandez hatte für 2027 keinen Vertrag.
Der Manager von Raul Fernandez ist der erfahrene Spanier Paco Sanchez. Er betreut auch Joan Mir. Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com-Autor Manuel Pecino schilderte Sanchez, weshalb sich die Vertragsverhandlungen mit Trackhouse Racing so lange hinauszögerten und wo er noch überall angeklopft hatte.
Raul Fernandez hatte ein Angebot von KTM Tech3
«Ich habe mit allen Herstellern gesprochen; nach und nach schlossen sich die Türen, und bei einigen stand der Deal kurz vor dem Abschluss, doch letztendlich entschieden sie sich für einen anderen Fahrer», erzählte Sanchez. «Erst beim Rennen in Assen kontaktierte mich KTM und unterbreitete uns ein Angebot für Tech3. Wir hatten ein Treffen mit dem Teambesitzer und erhielten ein verbindliches Angebot, dorthin zu wechseln. Erst da reagierte Trackhouse mit einem verbindlichen Angebot. Das Problem bei Trackhouse schien, als ob dort so etwas wie ein Machtvakuum herrschte.»
Als Grund für dieses Vakuum nannte Sanchez die Ankündigung, dass Teamchef Davide Brivio die Struktur Ende 2026 verlassen wird. «Es war unklar, wer für die Vertragsverlängerungen der Fahrer zuständig war. Justin Marks war in diesem Jahr bis zu jenem Zeitpunkt nur bei zwei Rennen dabei, das dritte war jenes in Silverstone. Und offensichtlich verfügt er nicht über die Erfahrung in der MotoGP», meinte Sanchez. «Er musste ein Team umstrukturieren, das nach der Bekanntgabe des Abgangs von Davide etwas ins Wanken geraten war. Dann musste er sich auf die Suche nach einem Teammanager machen, was die Verlängerung der Verträge bzw. die Verpflichtung neuer Fahrer etwas verzögerte, und genau das hat ihre Entscheidung hinausgezögert. Aber als wir die Möglichkeit hatten, zu KTM zu wechseln, haben wir ihnen ein Ultimatum gestellt, und ihre Reaktion erfolgte umgehend: Sie legten einen Vertrag auf den Tisch, und Rauls Absicht war es immer, bei ihnen zu bleiben.»
Geregelt wurden unterdessen auch die weiteren wichtigen Rollen. Mit Enea Bastianini kommt ein MotoGP-Großkalilber als Teamkollege. In der Box gesteuert wird das Team dann vom ebenfalls sehr erfahrenen
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