Kimi Antonelli: Warum Toto Wolff die Senna-Vergleiche nicht gern liest
Der Medienrummel um WM-Leader Kimi Antonelli ist riesig. Der junge Italiener wird in Italien als künftiger Weltmeister gefeiert, mit Ayrton Senna verglichen. Warum sein Chef das gar nicht gerne hört.
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli ist der jüngste WM-Leader der Formel-1-Geschichte. Der Hype um den jungen Italiener ist riesig, vor allem in seinem Heimatland Italien. In seiner gerade mal zweiten Saison geht der Rummel richtig los. Die Vergleiche mit den ganz Großen prasseln herein: der neue Verstappen, der neue Senna. Die Kombi aus deutscher und italienischer Hymne bei Antonellis Siegen weckt Erinnerungen an Schumi.
Erwartungen «nicht irrational» erhöhen
Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der Antonelli ins Team geholt hat, würde diesen ganzen Hype am liebsten ein wenig leiser stellen. Der Österreicher sagt über seinen Schützling: «Wir waren immer klar in unserer Zielsetzung: Ein erstes Lehrjahr mit einer großartigen Performance, Highlights und dann aber auch anderen Momenten, in denen es schwierig war. Und genau das haben wir gesehen. Und jetzt sind wir in einem zweiten Jahr und er entwickelt sich in einer Weise weiter, die wir uns erhofft haben und die wir auch vorhergesehen hatten. Aber gleichzeitig erhöhen wir unsere Erwartungen nicht in irrationalem Maß.» Nicht im Team – doch der Druck der Öffentlichkeit ist schon jetzt enorm.
Wolff liest Senna-Vergleiche nicht gerne
Wolff: «Natürlich will in Italien jeder über Weltmeisterschaften sprechen, und Vergleiche mit Senna kommen auf. Das ist etwas, das ich gar nicht gerne lese. Denn er ist ein 19-Jähriger, der in Italien enorm sichtbar ist. Und es geht mehr darum, die Erwartungen zu reduzieren und den Druck zu reduzieren, und nicht darum, all das zu verstärken.»
Antonelli: Mal Umarmungen, mal Druck
Wolff merkt an: «Aber er kommt sehr gut damit zurecht, er hat ein sehr gutes persönliches Umfeld. Und im Team gibt es Momente, in denen wir den Arm um ihn legen. Und in anderen Momenten üben wir etwas mehr Druck aus. Aber insgesamt kommt alles so zusammen, wie wir es erwartet haben.»
Wolff erklärt, wie er uns sein Team vorgehen: «Wir müssen weiterhin authentisch in unserer Beziehung mit ihm bleiben. Wenn es gut ist, ist es gut. Und wenn es schlecht ist, ist es schlecht. Und dann müssen wir sagen, wie er das verbessern kann. Er muss nicht mehr beweisen, dass er das Tempo, das Talent oder den Charakter hat. Es geht mehr um die Erfahrung. Und das kommt mit der Zeit. Wir machen also so weiter wie bisher und hoffen, dass das weiter zu großartigen Leistungen und Ergebnissen führt.»
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