Toto Wolff zu Sorgenkind George Russell: Formel 1 ist Physik, keine Mystik
George Russell holte in Monaco wieder keine F1-Punkte, fiel in der WM auf Platz 3 zurück. Warum sein Teamchef bei Mercedes, Toto Wolff, trotzdem nicht den Glauben an seinen Schützling verliert.
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli holte in Monaco seinen fünften GP-Sieg in Serie. Für seinen Teamkollege George Russell dagegen lief es mal wieder bescheiden. Der Brite scheint vom Pech verfolgt. Nach dem Ausfall in Montreal vor zwei Wochen nun das Strafen-Pech in Monaco. Doch schon vor dem Zeitstrafen-Hagel war Russell langsamer gewesen als sein Teamkollege Kimi Antonelli.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff nimmt es aber gelassen. Der Österreicher sagte nach dem Monaco-GP: «Das Rennen in Montreal wäre sein Sieg gewesen. Wir haben ihn im Stich gelassen.» Russell fiel da in Führung liegend mit einem Schaden an der Antriebseinheit aus.
Wolff: In Monaco wäre Podium möglich gewesen
Wolff sagte nach dem Monaco-GP: «Heute hätten wir mit ihm wahrscheinlich einen Podiumsplatz holen können, wenn da nicht die Strafe gewesen wäre – ein Fehler.» Russell bekam erst eine Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse. So erging es vielen Fahrern und es handelte sich dabei wohl um ein Problem beim Messen, das auch eigentlich unter dem Limit von 60 km/h liegende Fahrer teilweise als zu schnell bestrafte. Dazu kam bei Russell, dass im Chaos rund um die Safety-Car-Phasen und die Umleitung der Autos durch die Boxengasse beim Verbüßen der Strafe ein Fehler gemacht wurde, sodass George Russell zusätzlich zur 5-Sekunden-Strafe für die Geschwindigkeitsüberschreitung auch noch eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt bekam. Damit war sein Rennen endgültig ruiniert. Nur Platz 12 im End-Klassement und daher keine Punkte.
Die Saison ist noch lang
In der WM hat Russell jetzt 68 Punkte Rückstand auf Antonelli, verlor seinen zweiten Platz an seinen früheren Teamkollegen Lewis Hamilton (jetzt Ferrari). Dennoch will Wolff die WM für Russell nicht abschreiben: «Es ist eine lange Meisterschaft. Ich erinnere mich, dass die Leute letztes Jahr gesagt haben: Na ja, Piastri hat gewonnen.» Hatte er nicht. Oscar Piastri führte zwischenzeitlich 2025 die WM an, wurde am Ende im Dreikampf um den Titel aber nur Dritter, sein Teamkollege Lando Norris wurde Weltmeister.
Physik, keine Mystik!
Wolff: «Es geht nicht unbedingt nur um ein Jahr, sondern um viele Jahre. Manchmal ist es eine Frage des Glücks, und manchmal auch nicht. Und es geht nicht darum, es nicht zu versuchen. Es geht darum, ein Auto zu haben, auf das man sich verlassen kann und mit dem man schnell fahren kann. Und das ist das Beste daran. In der F1 geht es um Physik und nicht um Mystik. Ein Fahrer verlernt nicht plötzlich zu fahren und jemand wird nicht plötzlich zu einem Meisterfahrer. Ich mache mir also wegen seiner Performance keine Sorgen, weil wir wissen, dass er einer der Besten ist.»
Wolff mahnt daher: «Wir müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben, die Daten durcharbeiten und herausfinden, warum es hier schwierig war und warum Miami schwierig war. Aber es ist nicht so, als würde man ein Muster über die Saison hinweg erkennen. Ich habe keine Zweifel, dass George stark zurückkommt. Ich könnte mir keine bessere Fahrer-Kombi wünschen. Wir haben zwei Fahrer, auf die wir uns verlassen können und die uns Siege und Punkte holen.»
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