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Ducati Desmo450 EDS: Motor und Fahrwerk angepasst an den Endurosport

Klar basiert die neue Ducati Desmo450 EDS auf dem bekannten Motocross-Modell. Ducati verweist jedoch stolz auf eine umfangreiche Liste an Anpassungen für den Endurosport.

Enduro

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Die Desmo450 EDS ist die erste moderne Enduro von Ducati. Enduros von Ducati gab es schon, aber das ist Jahrzehnte her. Die Enduroversion basiert auf dem Motocross-Motorrad Desmo 450MX, mit dessen Vorserien-Versionen ab März 2024 erste Rennen bestritten wurden und die im Juni 2025 auf den Markt kam. Ducati stellt klar, dass der Endurosport eine einzigartige Disziplin ist, die Ausdauer, Kontrolle und Vielseitigkeit verlangt – und deshalb ein Motorrad benötigt, das konsequent für diesen Einsatzzweck entwickelt wurde.

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Die Ingenieure nahmen die Desmo450 MX als technische Basis und entwickelten daraus ein Motorrad, das längere Distanzen, anspruchsvolleres Terrain und unterschiedlichste Herausforderungen souverän meistern soll. Das 19er Hinterrad ist ersetzt durch ein im Endurosport übliches in 18 Zoll. Der Tank ist von 6,7 auf 8,5 vergrössert und soll durch seine nach oben hin schlanke Form sowie neu gestaltete Seitenteile und Sitzbank die Bewegungsfreiheit nicht beeinträchtigen. Der transparente Tank ermöglicht es, den Benzinstand jederzeit auf einen Blick zu kontrollieren.

Der Einzylindermotor mit desmodromischer Ventilsteuerung wurde vollständig überarbeitet, um Drehmoment und eine gleichmäßige Leistungsentfaltung zu maximieren und so Kontrolle und Präzision zu verbessern. Das Kühlsystem ist für schwierige Momente mit einem elektrischem Lüfter ausgestattet.

Im Enduro-Sport ist Schutz kein Extra, sondern Bestandteil des Konzepts. Deshalb verfügt die Desmo450 EDS serienmäßig über ein umfangreiches Paket speziell entwickelter Schutzelemente. Handschützer, Motorschutz sowie spezielle Kupplungs- und Lichtmaschinendeckel bewahren die am stärksten gefährdeten Bereiche des Motorrads vor Schlägen, Kratzern und Beschädigungen.

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Die Frontverkleidung integriert einen speziell entwickelten LED-Scheinwerfer, der optisch an die Superbikes von Ducati erinnert. Das LCD-Display liefert alle wichtigen Informationen, die der Fahrer bei einem Tag im Gelände benötigt.

Der Rahmen der Desmo450 EDS basiert auf dem Aluminium-Perimeterrahmen der Desmo450 MX, wurde jedoch durch eine Überarbeitung der Motoraufnahmen gezielt an die Anforderungen des Enduro-Sports angepasst. Das Rahmendesign ermöglicht möglichst gerade Ansaug- und Auslasskanäle für maximale Motorleistung. Das Chassis wiegt weniger als neun Kilogramm und kommt mit einer minimalen Anzahl an Schweißnähten aus. Es besteht aus lediglich elf Bauteilen und setzt sich aus gegossenen, geschmiedeten und stranggepressten Elementen zusammen. Der vordere Bereich, der Lenkkopf und obere Federbeinaufnahme verbindet, besteht aus einem einzigen Gussteil. Diese Fertigungstechnologie, die Ducati auch bei seinen Superbike-Rahmen einsetzt, ermöglicht eine exakte Kontrolle der Materialstärken, sodass an jeder Stelle nur so viel Material verwendet wird wie nötig. Gleichzeitig lassen sich komplexe Formen realisieren, ohne Kompromisse bei Gewicht oder Stabilität einzugehen.

Auch bei der Desmo450 EDS setzt Ducati die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Showa im Bereich der Federelememnte fort. Gemeinsam mit den Testfahrern von Ducati, darunter Antoine Meo, der mehrfache Enduro-Weltmeister und Europameister im Supercross, entwickelte der japanische Hersteller seine erste speziell für den Enduro-Sport ausgelegte Gabel. Mit 49 mm Standrohrdurchmesser, 310 mm Federweg und weicheren Federn als bei der Desmo450 MX bietet sie ein höheres Absorptionsvermögen bei Hindernissen wie Steinen und Wurzeln, erzeugt mehr Vertrauen beim Einlenken sowie eine bessere Kontrolle auf langsamen und technisch anspruchsvollen Passagen. Gleichzeitig wurde das über eine progressive Umlenkung verbundene Federbein darauf ausgelegt, Traktion und Stabilität beim Beschleunigen zu maximieren.

Bei der Bremsanlage setzt Ducati erneut auf die Zusammenarbeit mit Brembo. Wie üblich im Geländesport ist vorne eine Doppelkolben-Bremszange verbaut, hinten eine Einkolben-Bremszange. Die Galfer-Bremsscheiben messen 260 mm vorne und 240 mm hinten. Die Bremsbeläge sind speziell auf die besonderen Anforderungen an Dosierbarkeit und Kontrolle im Enduro-Einsatz abgestimmt.

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Der Motor der Desmo450 EDS basiert auf dem Aggregat der Desmo450 MX und wurde umfassend überarbeitet, um seine wichtigste Eigenschaft für den Enduro-Einsatz weiter zu verbessern: eine Leistungsentfaltung, die Traktion und Fahrzeugkontrolle erhöht und gleichzeitig genügend Durchzug bietet, um selbst anspruchsvollste Hindernisse ohne Gangwechsel zu bewältigen. Einen entscheidenden Beitrag dazu leistet die desmodromische Ventilsteuerung. Sie ermöglicht eine besonders kräftige Drehmomententfaltung im niedrigen und mittleren Drehzahlbereich und erlaubt zugleich sehr hohe Drehzahlen.

Ambitionierte Fahrer können das Ducati Performance Racing-Kit erwerben und in einer autorisierten Werkstatt montieren lassen. Er umfasst die Abgasanlage, verschiedene Komponenten des Ansaugsystems, eine spezielle Motorabstimmung sowie einen Lenkerschalter, der – wie bei der Desmo450 MX – die Auswahl verschiedener Riding Modes ermöglicht.

Der Einzylindermotor der 450 EDS bietet (immere gemäss Ducati) eine sanfte, progressive und jederzeit gut kontrollierbare Leistungsabgabe, kombiniert mit einer kraftvollen Beschleunigung und einem spontanen Ansprechverhalten beim Öffnen des Gasgriffs. Damit soll sich das Motorrad gleichermaßen für langsame Passagen, natürliche Hindernisse und technische Anstiege wie auch für schnelle Sonderprüfungen und Cross-Country-Etappen eignen. Möglich wird dies durch eine Drosselklappe mit 42 statt 44 mm Durchmesser, spezifische Nockenwellen, einen Kolben mit reduzierter Verdichtung, eine eigens abgestimmte Auspuffanlage sowie einen Kurbeltrieb mit mehr Schwungmasse an der Kurbelwelle und am Schwungrad.

Gegen die typischen Hindernisse des Enduro-Sports ist der Motor durch Ventil-, Zündungs- und Kupplungsdeckel aus Aluminium besser geschützt, die robuster ausgelegt sind als die Magnesium-Komponenten der Desmo450 MX. Die Kupplung erfordert weniger Handkraft als bei Motocross-Motorrädern und reduziert so die Ermüdung des Fahrers. Das Getriebe verfügt über sechs Gänge mit speziell für den Enduro-Einsatz abgestuften Übersetzungen. Der erste Gang ist kürzer ausgelegt, um Beschleunigung und Kontrolle in besonders technischen Passagen zu verbessern, während der sechste Gang auf längeren Etappen eine Drehzahlabsenkung bewirkt. Auch die Zwischenübersetzungen unterscheiden sich von denen der Motocross-Version, um das Motordrehmoment selbst in langsamen Kurven optimal zu nutzen und den vielfältigen Anforderungen des Enduro-Sports gerecht zu werden.

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Das im Vergleich zur MX-Version überarbeitete Kühlsystem übernimmt die rautenförmigen Kühler, die gegenüber einer herkömmlichen Lösung eine um 6,5 Prozent größere Kühlfläche bieten. Dadurch wird die Motorkühlung verbessert, während die kompakte Bauweise erhalten bleibt und dem Fahrer trotz des größeren Kraftstofftanks mehr Bewegungsfreiheit im vorderen Bereich des Motorrads ermöglicht. Der integrierte Elektrolüfter gewährleistet eine kontinuierliche Kühlung auch bei niedrigen Geschwindigkeiten, wie sie auf besonders anspruchsvollen Strecken auftreten.

Mit dem Ducati Performance Racing-Kit ist die Desmo450 EDS mit einer echten Traktionskontrolle ausgestattet, die bereits bei der Desmo450 MX eingeführt und speziell für den Enduro-Einsatz abgestimmt wurde. Im Gegensatz zu den bislang im Offroad-Bereich verfügbaren Systemen regelt die Ducati Traction Control (DTC) die Leistungsreduzierung auf Basis des tatsächlichen Schlupfs am Hinterrad und sorgt so für ein besonders effektives, schnelles und lineares Eingreifen. Das System erkennt Situationen, in denen eine Regelung nicht sinnvoll ist – etwa bei Sprüngen – und deaktiviert sich automatisch. Möchte der Fahrer an bestimmten Streckenabschnitten die volle Motorleistung nutzen, kann die Traktionskontrolle zudem durch leichten Druck auf den Kupplungshebel vorübergehend deaktiviert werden. Wenige Augenblicke später schaltet sie sich automatisch wieder ein.

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Die Traktionskontrolle bietet vier unterschiedliche Eingriffsstufen. Zwei sind auf besonders schnelle Fahrer ausgelegt, zwei weitere bieten weniger erfahrenen Piloten mehr Sicherheit und Vertrauen. In beiden Fällen eignet sich die niedrigere Stufe für trockenen und flüssig zu fahrenden Untergrund wie abgesteckte Strecken oder Sonderprüfungen auf festem Boden, während die höhere Stufe Unterstützung auf unebenem, nassem oder besonders rutschigem Terrain bietet.

Zum Elektronikpaket des Racing-Kits gehören außerdem Starthilfe und Motorbremskontrolle. Beide Systeme können – ebenso wie die Traktionskontrolle – in verschiedenen Stufen eingestellt und zwei individuell konfigurierbaren Riding Modes zugeordnet werden. Über die X-Link-App, die über ein WLAN-Modul mit dem Motorrad verbunden ist, lassen sich diese an die persönlichen Vorlieben des Fahrers sowie an die jeweiligen Streckenbedingungen anpassen. Zusätzlich ist das Getriebe mit einem Schaltautomat ausgestattet.

Für die Desmo450 EDS sind zwei Wartungsstufen vorgesehen: «Mid Service» und «Full Service». Der Mid Service umfasst den Austausch des Kolbens sowie die Kontrolle des Ventilspiels und ist – abhängig vom tatsächlichen Motorverschleiß – nach 90 bis 120 Betriebsstunden fällig. Der Full Service beinhaltet eine vollständige Motorrevision und kann je nach Einsatzbedingungen und Verschleißzustand nach etwa 180 bis 240 Betriebsstunden erforderlich werden.

Ein speziell für die Desmo450 entwickelter Algorithmus berechnet anhand der Betriebsparameter und Einsatzbedingungen in Echtzeit einen Belastungsindex für den Motor. Dabei wird auch die Art des Untergrunds berücksichtigt, auf dem das Motorrad bewegt wird. Auf dieser Grundlage aktualisiert das System kontinuierlich einen Verschleißindikator und passt die Wartungsintervalle entsprechend an. Die entsprechenden Informationen können über die Ducati X-Link-App eingesehen werden. So richten sich Inspektions- und Serviceintervalle nach dem tatsächlichen Fahrstil – mit kürzeren Abständen für professionelle oder besonders intensive Nutzung und längeren Intervallen für Hobbyfahrer. Damit geht Ducati über herkömmliche, statische Wartungspläne hinaus.

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Mit den Zubehörteilen von Ducati Performance lässt sich die Ducati Desmo450 EDS veredeln. Zum Angebot gehören unter anderem aus dem Vollen gefräste Factory-Komponenten, wie Radnaben und Gabelbrücken, eine komplette Racing-Abgasanlage beziehungsweise ein Akrapovič-Titan-Endschalldämpfer sowie Brembo Racing-Bremszangen. Das Zubehörprogramm wird schrittweise erweitert.

Für den passenden Factory-Look bietet Ducati Performance außerdem eine gemeinsam mit Drudi Performance entwickelte Bekleidungskollektion. Sie umfasst ein Alpinestars-Set aus Jersey, Hose, Handschuhen und Stiefeln, einen Arai-Helm, eine Windweste, eine Softshell-Jacke sowie eine Regenjacke von Spidi.

Die Desmo450 EDS wird ab Juli 2026 bei ausgewählten europäischen Ducati Händlern erhältlich sein, in Deutschland ab 12.490 €. Damit übertrifft Ducati preislich die nicht als preisgünstig geltende KTM um rund 500 €.

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