Lewis Hamilton (Ferrari) fordert Maßnahmen: «Es muss sich etwas ändern»
Ferrari-Pilot Lewis Hamilton schäumte nach dem Formel-1-GP in Mexiko wegen des laut ihm verspielten Sieges. Der Brite mahnte: «Das wird einfach so weitergehen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden.»
Nach dem zweiten Platz beim Großen Preis von Mexiko war Lewis Hamilton emotional. Der Brite sagte nach dem Rennen: «Einerseits bin ich glücklich, andererseits bin ich richtig sauer.» Die ehrliche Freude über den gerade zum Weltmeister gekrönten Kimi Antonelli mischte sich mit dem Frust über den vermutlich verspielten Rennsieg.
Lewis Hamilton: Doppelsieg wäre drin gewesen
Hamilton: «Wir haben wertvolle Punkte verloren, und wir haben als Team so hart gearbeitet. Wir hätten heute locker einen Doppelsieg einfahren können. Wir hatten das Tempo dafür. Wir gehen als Erster und Zweiter in Kurve 4. Wenn wir einfach unsere Positionen halten, kann meiner Meinung nach im Rennen alles passieren. Aber wenn dein Teamkollege gegen dich arbeitet und du dann auf diese Weise Positionen verlierst, ist das definitiv hart.» Am Ende wurde Hamilton Zweiter, sein Teamkollege Charles Leclerc Vierter.
Gleich nach dem Start kam es zu einer kontroversen Situation, bei der beide Ferrari hart gegeneinander fuhren und die Strecke verließen. Lewis Hamilton fiel zurück, Leclerc ging in Führung. Das Problem für Ferrari: Max Verstappen (Red Bull Racing) schlüpfte bei der Gelegenheit durch. Leclerc bekam eine 5-Sekunden-Strafe – allerdings für das Verlassen der Strecke, nicht konkret für eine Aktion gegen Hamilton. Der Brite schäumte am Funk.
Hamilton: Es muss sich etwas ändern!
Nach dem Rennen sagte Hamilton: «Wir werden das unter vier Augen besprechen, und es lohnt sich nicht wirklich, noch viel mehr dazu zu sagen. Wir haben keine Regeln für das Verhalten auf der Strecke untereinander, und ob sich dadurch etwas auf Charles’ Seite ändern wird, weiß ich nicht. Wir müssen das einfach klären, aber es muss sich auf jeden Fall etwas ändern.»
Hamilton: «Das Wichtigste, was man sich vor Augen halten muss – und das kommt vielleicht erst mit dem Alter –, ist, dass jede Entscheidung, die man im Auto trifft, Auswirkungen auf alle Menschen hat, die hinter den Kulissen für das Team arbeiten. Als Team zu arbeiten ist Teil unseres Jobs und Teil unseres Vertrags. Wir müssen als Team zusammenarbeiten, was uns heute eigentlich leichtgefallen wäre. Es ist also schade, dass wir das so verloren haben, wie es passiert ist.»
«Tiefgehendes, ernsthaftes Gespräch» bei Ferrari
Hamilton prognostiziert: «Das wird einfach so weitergehen, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden und kein wirklich tiefgehendes, ernsthaftes Gespräch stattfindet. In Zukunft sollte das also nicht mehr vorkommen. Natürlich hatte ich in der Vergangenheit schon enge Duelle mit Teamkollegen, und man kann es nicht immer richtig machen, aber in neun von zehn Fällen sollten wir dazu in der Lage sein. Wir werden das abseits der Rennstrecke besprechen. Es wird sicher nicht einfach sein, aber es muss getan werden.»
War Hamilton überrascht, dass Leclerc nicht die Position zurückgegeben hat? Kein Thema. Hamilton sagte: «Zu diesem Zeitpunkt spielte das gar keine Rolle mehr. Wir hatten Max vorbeigelassen, und damit war das Rennen gelaufen.» Denn auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez ist Überholen nahezu unmöglich.
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