Lewis Hamilton in der Kritik: Ferrari vom Lenkrad aus leiten – geht nicht
Lewis Hamilton hat sich im Singapur-GP über die Anweisung vom Ferrari-Kommandostand hinweg gesetzt. Ein Fehler, wie er nachher selber zugab. Der Superstar wird von Martin Brundle hart kritisiert.
Virtuelle Safety Car-Phase im Singapur-GP: Ferrari tat das strategisch Richtige und bat beide Fahrer für frische Reifen an die Box. Die Denke der Italiener: Mit neuem Gummi vielleicht Leader Max Verstappen da Leben schwermachen, gewiss aber die Ränge 2 und 3 sicherstellen.
Doch Lewis Hamilton suchte beim Nachtrennen von Singapur seinen eigenen Weg. Er setzte sich über die Anweisung von Ferrari hinweg und blieb auf der Bahn. Ergebnis: Mit abbauenden Reifen wurde der siebenfache Weltmeister leichte Beute von Antonelli, Norris und Piastri, die alle vor ihm ins Ziel kamen, am Ende nur P6 für den Briten.
Hamilton gestand nach dem Rennen seinen Fehler und entschuldigte sich sehr anständig beim Team.
Dennoch muss sich der Ferrari-Superstar viel Kritik gefallen lassen für seinen Eigensinn, auch vom langjährigen F1-Fahrer und heutigen Sky-GP-Experten Martin Brundle.
Der 67-jährige Brundle sagt in seiner Nachbetrachtung des Grand Prix: «Hamilton startete mit einem frischen Satz mittelharter Reifen, hatte aber im Laufe des Rennens Schwierigkeiten. Er schien eine klare Zweistopp-Strategie zu verfolgen und kam bereits in Runde 18 für weiche Reifen an die Box.»
«Seltsamerweise stoppte er nicht erneut, trotz der Gelegenheit, einen relativ günstigen Boxenstopp unter dem Virtual Safety-Car (VSC) zu machen, als Lance Strolls beschädigter Aston Martin von der Strecke geräumt werden musste. Hamilton erlebte dann einen unvermeidlichen und verlor schliesslich den fünften Platz an Oscar Piastris McLaren – obwohl der Australier wegen eines langsamen Plattens einen ungeplanten Stopp einlegen musste.»
«Nach dem Rennen stellte sich heraus, dass der Wechsel zu einer Einstopp-Strategie, die ihn dazu zwang, 44 Runden auf denselben Reifen zu fahren, Hamiltons eigene Entscheidung gewesen war. Er entschuldigte sich bei dem Team für diese Wahl.»
«Es ist schwierig, ein modernes Formel 1-Auto zu fahren und die Strategie des Teams vom Lenkrad aus zu managen, und der Vorfall war aufschlussreich.»
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