Nichts für Weicheier: Irres Duell Häkkinen/Schumacher, verblüffende Folge
31. Oktober 1999: Der Finne Mika Häkkinen sichert sich beim WM-Finale in Japan den zweiten WM-Titel. Ein besonderes Duell mit Michael Schumacher gilt als einer der besten Zweikämpfe der F1-Historie.
Immer wieder ein gern gesehener Gast im Formel-1-Fahrerlager: Mika Häkkinen. Der heute 58-jährige Finne hat den Kontakt zur Königsklasse nie verloren, heute (31. Oktober 2026) vor 27 Jahren stellte er beim WM-Finale von Suzuka den zweiten WM-Titel sicher.
Mika in der Formel-1-Statistik: 26 Mal auf Pole-Position, 25 beste Rennrunden, 20 Grands Prix-Siege, 51 Mal auf dem Siegerpodest. 1998 und 1999 wurde er im McLaren-Mercedes Weltmeister.
Häkkinen war der einzige Fahrer, den Michael Schumacher als gleichwertigen Gegner eingestuft hat. Einer ihrer Zweikämpfe, Ende August 2000 auf dem Circuit de Spa-Francorchamps, ist legendär geworden und wird von vielen Fans als bestes Überholmanöver der Formel-1-Historie gefeiert.
Dieser unvergessene Zweikampf hat noch heute Relevanz, in einer Formel-1-Moderne, in welcher die Fahrer sofort quengelig am Funk hängen und jammern, wenn es mal knapp wird oder es gar eine Fahrzeugberührung gibt.
27. August des Jahres 2000, Grosser Preis von Belgien: Ein atemberaubenden Rad-an-Rad-Kampf zwischen Michael Schumacher (Ferrari) und Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes) in Spa-Francorchamps.
Mika nahm damals auf der langen Bergauf-Geraden zur Les Combes-Kurve einen ersten Anlauf, Michael machte seinen Ferrari seeeehr breit, Häkkinen musste zurückstecken, später begann Häkkinen an gleicher Stelle eine neue Attacke und griff innen an, Schumi blieb links aussen, während die beiden Superstars gleichzeitig am BAR-Fahrer Ricardo Zonta vorbeischossen, der Brasilianer wundert sich bis heute, wie das gehen konnte. Häkkinen ging in Führung und gewann, eine Sekunde vor seinem Widersacher.
Noch im Parc fermé ging der Finne auf seinen Rivalen zu und sprach ihm gestenreich ins Gewissen. Als wir damals Mika nach dem Rennen fragten, was er zu Schumi gesagt habe, meinte Häkkinen: «Es tut mir leid, aber das bleibt unter uns.»
Jahrelang hat der Finne darüber geschwiegen, was er damals zu Michael Schumacher gesagt hat – bis zu einer Video-Serie für Unibet. Da verriet Mika Häkkinen endlich, was er damals zu Michael Schumacher gesagt hat. Der zweifache Weltmeister blickte so zurück: «Es war mir sofort klar, dass ich nach dem Rennen mit Michael sprechen muss. Ich sagte zu ihm: ‘Du kannst nicht einen Gegner bei 300 Sachen aufs Gras drücken. Hier geht es um Leben und Tod, benutz doch ein wenig deine gesunden Menschenverstand!’»
«Schumacher legte seinen Kopf zur Seite und schaute mich an, dann sagte er: ‘Was habe ich falsch gemacht?’ Aber er hat sich nicht entschuldigt, er sagte nicht: ‘Tut mir leid, da war ich wohl ein wenig zu aggressiv.’ So fuhr er halt.»
Häkkinen sagt im Video weiter, er fand das Pistenverhalten von Schumacher damals «inakzeptabel. Wenn ein grenzwertiges Manöver in einer langsamen Kurve passiert, dann kann ich das noch halbwegs tolerieren, ich hatte ja auch meine Trickkiste. Aber 300 km/h ist so verdammt schnell. Wenn du dann in Belgien auf dem Gras bist, bei einer Bodenfreiheit von 15 Millimetern auf der Vorderachse, dann reicht der kleinste Erdhügel, um das Auto auszuhebeln, und Gott weiss, wo du dann hinsegelst. Daher wollte ich Michael klarmachen: ‘Jetzt mal ehrlich – denk nach!’»
«Michael hatte überhaupt nicht gefallen, wie ich dann an Zonta und ihm gleichzeitig vorbeigegangen bin. Er konnte aber wertschätzen, dass wir ein tolles Duell hatten und nichts passiert ist. Mit jedem anderen Fahrer wäre früher oder später ein Frontflügel davongeflattert.»
«Michael konnte unfassbar gut Rennfahren. Er gab immer alles, als Fahrer und auch bei der Zusammenarbeit mit dem Team. Es gibt so viele Aspekte seiner Arbeit, die ich grenzenlos bewundere. Er liess nie locker. Aufgeben gehörte nicht zu seinem Wortschatz. Er war immer am Limit, mit rotglühenden Bremsscheiben – unglaublich!»
«Was die Zweikämpfe angeht, so konnte er sich extrem verteidigen, besonders wenn es Richtung Zielflagge ging. Zur Mitte eines Grand Prix liess er immer ein wenig Luft zum Gegner zwischen den Reifen. Zum Ende eines WM-Laufs scheute er sich aber nicht vor Wagenkontakt.»
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