MotoGP in Katar: Niemand will – aber (fast) alle werden nach Katar reisen
Sobald die Flagge in Malaysia gefallen ist, werden die erst Aktiven zum nächsten Event aufbrechen – nach Katar. Trotz größter Bedenken geht es beim Geschäft MotoGP weiterhin nur um harte Fakten.
Unmittelbar nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 sah sich die MotoGP gezwungen, den ursprünglich für Mitte April angesetzten Katar-GP zu verschieben. Ein wesentlicher Grund war der nicht mehr regulär durchführbare Flugverkehr über das weltweit relevante Drehkreuz in Europa. Rund sieben Wochen war die kommerzielle Fliegerei über Doha unterbrochen.
Stand heute laufen alle Flugbewegungen ohne Einschränkungen, damit ist eine Grundvoraussetzung für die Durchführung des auf die kommende Woche (6. bis 8. November) platzierten MotoGP-Events erfüllt. Erst am gestrigen Freitag informierte und
Die Emotionen lassen sich nicht ausblenden
Auch mit den Fahrern der Königsklasse gab es am späteren Abend in Sepang einen persönlichen Austausch mit MotoGP-Manager und «Diplomat» Carlos Ezpeleta. Während es in Südostasien sportlich um die nächste Etappe in Richtung WM-Titel geht, hat sich der
Rein auf die emotionale Situation bezogen, verweigert sich der gesamte MotoGP-Zirkus. Eine Durchführung des Katar-Grand-Prix erscheint nicht verhältnismäßig und zu risikoreich. Neben den persönlichen Ängsten um das eigene Wohl geht es auch um die Meisterschaft an sich. Warum alles an einem umstrittenen Katar-GP aufhängen und damit den weiteren Verlauf der Weltmeisterschaft gefährden? Was, wenn nach der Anreise der MotoGP am kommenden Dienstag der Flugverkehr erneut für Wochen zum Erliegen kommt und die komplette MotoGP in der Wüste festsitzt? Zur Umsetzung der WM müssen die beiden Veranstaltungen in Portimao und Valencia über die Bühne gehen. Das Finale ist längst ausgebucht – steht all das die Umsetzung des Katar-GP mit der Brechstange?
Entschieden wird über den Katar-GP auf Basis von Fakten
Der Punkt ist: Die Entscheidung der MotoGP basiert als unternehmerische Struktur, wenn auch mit einer Bewertung der Risiken, ausschließlich auf Fakten. Und die lassen am heutigen Tag die Durchführung von Runde 20 im Wüstenstaat zu.
Zugleich sind die aktuellen Befürchtungen aber auch nicht das Ergebnis von Stammtischrunden, sondern das Extrakt der laufenden Entwicklungen auf der politischen Weltbühne. Dass sich die Fronten vor dem Hintergrund des US-Stimmungsbarometers – Stichwort sind die sogenannten Midterm-Wahlen Mitte nächster Woche – kurzfristig verhärten können, ist keine lose Fantasie, es ist eine konkrete Gefahrenlage in direktem Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. Wenn auch nicht offiziell bestätigt, so haben sich mehrere Mitarbeiter im Fahrerlager bei ihren Chefs abgemeldet. Alle anderen werden sich schon bald auf den Weg machen.
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