Martin Brundle über Miami-GP: Fragezeichen & dickes Lob für Kimi Antonelli
Kimi Antonelli fiel im Miami-GP zwischenzeitlich zurück, schaffte es am Ende aber dennoch als Erster ins Ziel. Martin Brundle wundert sich über den Rennverlauf, und spricht von einem verdienten Sieg.
Mit seinem dritten GP-Sieg hat sich Kimi Antonelli wieder einmal in Bestform präsentiert – und der junge Italiener schaffte, was vor ihm noch keinem gelungen ist: Er holte den dritten GP-Sieg seiner Karriere in Folge von der Pole aus. Damit baute der Mercedes-Teenager seine WM-Führung auf seinen ärgsten Rivalen und Teamkollegen George Russell auf 20 WM-Zähler aus.
Der frühere GP-Pilot und heutige TV-Experte Martin Brundle lobt den 19-Jährigen aus Bologna in seiner GP-Analyse auf «Skysports.com». Mit Blick auf den Rennverlauf gesteht er: «Der italienische Teenager hinterliess in seinem Mercedes einen sehr schnellen Eindruck, und als er in der vierten Runde die Führung übernahm, prognostizierte ich, dass er nun davonziehen würde. Doch das war in der früheren Formel 1 so, denn bis zur sechsten Runde war er wieder auf die dritte Position zurückgefallen, und ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, warum das passiert ist.»
«Es muss etwas mit dem Energie-Management zu tun haben, denn sobald du vorne bist, verlierst du den Überholmodus, und wenn du es nicht schaffst, mehr als eine Sekunde vor deinen Gegnern zu liegen, dann ist es wahrscheinlich, dass sie dich wieder schnappen können. Mir wurde erklärt, dass ein Überholmanöver erst vorbei ist, wenn die Runde fertig ist, denn du kannst beim Überholen zu viel Power einsetzen, wofür du dann später bezahlen musst», erklärt der Brite.
«Das verstehe ich vollkommen, und mir gefallen die Rad-an-Rad-Duelle und das Können, das nötig ist, um schneller zu bleiben als die Konkurrenten und sie damit zu überlisten, sogar besser. Es ist das relativ einfache Zurücküberholen in den folgenden Runden, das mehr Verständnis sowie bessere Grafiken und Informationen erfordert», ist sich Brundle sicher.
Ein hochverdienter Sieg
Auf jeden Fall habe Antonelli den Sieg verdient, kommt Brundle zum Schluss. Er schildert: «Nach dem Restart gestaltete sich der Spitzenkampf zum engen und intensiven Duell zwischen WM-Leader Antonelli und Weltmeister Lando Norris. Zum Ende der 26. Rennrunde spielte Mercedes dann sein Ass aus und holte Kimi zum Reifenwechsel rein. Dank eines schnellen Boxenstopps und eines guten Tempos bei der Rückkehr auf die Strecke übernahm Antonelli knapp die Führung, als McLaren Norris in der nächsten Runde an die Box holte – das war ein klassischer Undercut.»
«Der Zweikampf ging bis zum Fallen der Zielflagge weiter, doch Antonelli hatte dabei die richtige Position und behielt einen kühlen Kopf. Er kontrollierte das Rennen und hielt sein Tempo, sodass er seinen dritten Sieg in Folge einfahren konnte, der hochverdient war. Norris war hingegen zu Recht enttäuscht, denn dies kann man getrost als einen für ihn entglittenen Sieg betrachten. Wie die beiden Max Verstappen, der keinen Zentimeter nachgab, obwohl er seine Reifen schonen musste, ein- und überholten, war sehr unterhaltsam», fügt der 66-Jährige an.
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