Schumacher: Lewis Hamilton Ferrari-Chef? Hat Vasseur Kontrolle verloren?
Ferrari-Star Lewis Hamilton und Charles Leclerc sind sich schon einige Male verflixt nahe gekommen. GP-Sieger Ralf Schumacher glaubt: Wegen Hamiltons Vertrag hat Teamchef Fred Vasseur wenig zu sagen.
Charles Leclerc und Lewis Hamilton schenkten sich beim Grossen Preis von Japan keinen Zentimeter. Der achtfache GP-Sieger Leclerc zog entschlossen am britischen Rekord-Champion vorbei – in Kurve 1 aussen! Später gab der Monegasse zu: «Unsere Autos haben sich in der Schikane berührt, ich hatte sogar Angst, dass ich mir einen Platten zugezogen hatte.»
Timo Glock, als Toyota-Werksfahrer 2008 und 2009 Formel-1-WM-Zehnter, hat für die deutsche Sky die Action vor Ort verfolgt und findet: «Also die Grenze muss ganz klar da gezogen werden, wenn das Team in einen Nachteil gerät. Wenn die beiden sich gegenseitig im Weg stehen und Batterie-Leistung verlieren, wenn letztlich das Team dadurch Plätze verloren gehen, dann muss die Rennstall-Leitung eingreifen.»
«Da muss Ferrari mal eine klare Kante beweisen, denn das war schon hart an der Grenze. Es gilt bei den Rennställen als Faustregel – Duell okay, Berührung geht gar nicht.»
«Lewis Hamilton versucht natürlich, seine Position zu verbessern. Vom Bauchgefühl her habe ich den Eindruck – die beiden werden wir irgendwann nach einer Kollision im Kiesbett sehen!»
«Charles Leclerc ist noch immer ein bisschen konstanter schnell, aber definitiv ist Lewis Hamilton wieder da, wo wir ihn alle sehen wollen – mit Selbstbewusstsein und Spass am Rennfahren. Auch wenn der Engländer hier in Japan nicht ganz so konkurrenzfähig war wie in China.»
Der sechsfache GP-Sieger Ralf Schumacher (50) hat zum Pistenverhalten von Lewis Hamilton eine ungewöhnliche Ansicht. Der WM-Vierte von 2001 und 2002 sagt im Sky-Podcast Backstage Boxengasse: «Ich bin der Meinung, auch wenn ich dafür wieder Kritik ernten werde, dass Lewis zwar dieses Jahr ganz klar wieder vorne mitmischt, er aber auch einen Vertrag haben wird, der ihm genau das ermöglicht.»
Der 180-fache GP-Teilnehmer Schumacher weiter: „Ich glaube, selbst wenn Fred Vasseur etwas sagen wollte, könnte er es gar nicht. Deshalb hat Ferrari da keine Chance. Hamilton wird das selbst entscheiden. Das macht natürlich was im Rennstall: Der Mechaniker, der von morgens bis abends alles gibt, und dann sieht er da die zwei kämpfenden Ochsen, die Sekunden verlieren, möglicherweise sogar Teile, weil sie sich gegenseitig ins Auto fahren. Das bringt Unruhe.»
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