Euro Moto Superbike
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Nach dem Tod ihres Teamchefs KW leitet jetzt ein Quartett das Superbike-Team nun in Eigenregie. Marcel Schrötter konnte am Sachsenring schon einen Pokal holen. Fortsetzung in Brünn.
Auf dem Sachsenring musste das Team GERT5 nach dem viel zu frühen Tod seines Chefs Karsten ‚KW‘ Wolf erstmals alleine los. Zum Jahreswechsel hatte Wolf noch den Weg für eine weitere Superbike-Saison geebnet und das Team in die verantwortungsvollen Hände seiner Mannschaft übergeben. Im Januar 2026 musste das Team um Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig und Neuzugang Marcel Schrötter seinen Chef dann beerdigen. Der zuständige Pfarrer staunte nicht schlecht, als zur Trauerfeier plötzlich eine BMW in seiner Kirche stand.
Den Auftakt der neuformierten IDM und den ersten Pokal von Marcel Schrötter durfte KW nicht mehr miterleben. Die Freude wäre entsprechend gewesen. Im Rennbetrieb lief das Team nach wie vor wie geschmiert. Kuschelig ging es zu, da statt zwei Motorrädern nun drei BWM in der Box verarztet werden. Gelegentliche Überfüllung war an der Tagesordnung, wurde aber vom Team mit entspannter Fassung getragen. Ronny Schlieder, Holger Homfeld, Johannes Bornemann und Toni Finsterbusch teilen sich gemeinsam die Chefetage und die damit verbunden Aufgaben.
Ronny Schlieder, im Team für die Technik verantwortlich, traf sich mit Danijel Peric von Radio Viktoria zum kurzen Interview. «Karsten Wolf war ein Mensch», berichtete Schlieder, «der Motosport geliebt und gelebt hat. Er fehlt uns allen massiv, denn wir waren ja von Beginn an mit ihm zusammen.» Erinnert wird dabei auch an die Erfolge in der Langstrecken-Weltmeisterschaft unter anderem den Bol d’Or-Sieg in der Stockklasse. «Karsten hat immer alles dafür gegeben», so Schlieder, «dass wir bestmöglich dastehen als Team und die Fussstapfen sind jetzt groß.»
«Unser IDM-Team war eigentlich als Abschluss für KW gedacht», schilderte Schlieder den Wechsel von der Langstrecken-WM zu den Sprints der IDM, die jetzt als Euro Moto an den Start geht. «Wir wollten das ruhig ausklingen lassen. Es wurde dann natürlich größer als gedacht und es macht wahnsinnig Spaß. Und es ist so hart, dass er fehlt. Aber in seinem Sinne ‚aufgegeben werden Briefe und keine Rennen‘ machen wir weiter.»
«Ja, es war schwierig», meinte Schlieder, «als die Kraft von KW dann geschwunden ist, waren wir es, die es jetzt mittlerweile auf vier Schultern verteilen mussten. In der Führung des Teams ist das nicht immer ganz einfach, aber da sind alle über sich hinausgewachsen und haben gezeigt, was für ein Potenzial in uns steckt. Wir werden alles geben, dass wir das schaffen.»
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