Strafpunkte 2026: Rennkommissare sehr zurückhaltend – was ist passiert?
In den vergangenen Jahren hagelte es für die GP-Piloten Strafpunkte, auch für fragwürdige Vergehen. Wissen Sie, wieviele Knöllchen in der bisherigen Saison 2026 ausgesprochen wurden? Keines. Nanu!
SPEEDWEEK.com-Leser wissen: Das Strafpunkte-System des Autosport-Weltverband FIA wurde 2014 eingeführt. Maximal elf Knöllchen darf sich ein Grand-Prix-Pilot in einem Zeitraum von zwölf Monaten (also über eine Saison hinaus) leisten. Wer sich zwölf oder mehr zuschulden kommen lässt, der kommt auf die Strafbank und muss einen Grand Prix lang zuschauen. Das passierte Haas-Fahrer Kevin Magnussen 2024 in Baku.
Vor der GP-Saison 2026 galt: Das könnte auch Haas-Fahrer Oliver Bearman blühen. Denn der Engländer stand vor der Saison bei 10 Punkten! Inzwischen sind zwei dieser Punkte verfallen, der Ferrari-Zögling steht also bei acht Knöllchen.
Zahlreiche Fahrer hatten 2025 die Nase voll. Carlos Sainz gab zu bedenken: «Haben wir nicht mal gesagt, man sollte den Piloten eine etwas längere Leine lassen, um saftige Duell zu erlauben?»
Ex-GP-Star Juan Pablo Montoya gab zu bedenken: «Der Sport ist an einem gefährlichen Punkt. Wenn die Fahrer wissen, dass sie für die leiseste Berührung Strafen und Strafpunkte erhalten, dann überlegen sie sich einen Angriff doch zwei Mal. Und das ist attraktivem Sport Rad an Rad nicht förderlich.»
Mit dieser Strafpunkt-Liste gingen die GP-Asse in die Saison 2026:
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Oliver Bearman 10
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Lance Stroll 6
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Liam Lawson 6
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Kimi Antonelli 5
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Oscar Piastri 4
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Carlos Sainz 4
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Alex Albon 4
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Lewis Hamilton 3
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Max Verstappen 3
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Pierre Gasly 2
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Gabriel Bortoleto 2
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Esteban Ocon 1
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Charles Leclerc 1
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Franco Colapinto 1
Und nun raten Sie mal, wie viele Strafpunkte an den ersten acht GP-Wochenenden verteilt worden sind. Kein einziger. Was ist da los?
Nach der Saison 2025 ist, nach Gesprächen zwischen der Fahrervereinigung GPDA und der FIA, beschlossen worden: Es sollen nur noch dann Strafpunkte verhängt werden, wenn die Aktion eines bestimmten Fahrers zu einer wirklich gefährlichen Situation geführt hat. Vorbei die Zeiten, in welchen sich Knöllchen nach verhältnismässig geringfügigen Fouls angesammelt haben und eine Sperre drohte.
Stattdessen sprechen die Kommissare im Rennen mehr Zeitstrafen aus, was während des folgenden Reifenwechsels abgesessen werden muss, oder – kommt kein Boxenstopp mehr – auf die Rennzeit addiert wird.
Beispiele: Zehnsekundenstrafe in Montreal für Hadjar wegen zu robuster Abwehr von Charles Leclerc (Fahrtrichtung unerlaubt mehrfach geändert), Zehnsekundenstrafe auch für Piastri (Kollision mit Albon). Aber beide Male gab es keine Strafpunkte. Und so lief das auch in China nach der Kollision zwischen Ocon und Colapinto.
Eine längere Leine für die Fahrer wird von den Akteuren selber begrüsst. Aber es sind Fragezeichen erlaubt. Denn Red Bull Racing-Fahrer Isack Hadjar hat in Kanada unter doppelt gelb nicht markant Tempo rausgenommen. Das erzeugte früher Strafpunkte ohne Wenn und Aber, weil das als gefährlich eingestuft werden muss. Doch der Pariser erhielt – in Anführungszeichen nur – eine Stop-and-go-Strafe mit zehn Sekunden Standzeit. Hier hätte man zur Abwechslung ruhig ein Knöllchen geben können.
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