Moto3 erster Klasse: Quiles gewann in Assen Spanien-Duell gegen Almansa
In einem spannenden Moto3-Rennen in Assen setzte sich die Elite der kleinsten Klasse durch. WM-Leader Maximo Quiles kämpfte gegen David Almansa (Intact GP) – und gewann erneut. Pech für Alvaro Carpe.
Klarer hätte die Ansage vom Dominator der 2026er-Moto3-WM-Saison nicht sein können: Maximo Quiles, der dieses Jahr bereits fünf GP-Siege auf seinem Konto hat, brachte seinen KTM-Renner in CFMOTO-Lackierung auf den besten Startplatz. Einen sehr guten Eindruck hinterließ auch Joel Kelso. Der Australier mischte in allen Sessions an der Spitze mit, im Q2 reichte es zu P2 zwischen Quiles und dem besten Rookie, Ajo-Pilot Brian Uriarte.
Wie stark die Neulinge in der laufenden Saison sind, bewies der Blick in Reihe 2. Dort standen Marco Morelli (4.) und Adrian Cruces (5.) neben Intact-Siegfahrer David Almansa, der neben Alvaro Carpe als härtester Gegner von Maximo Quiles im WM-Kampf zählt.
Nur auf Startplatz 16 – Hakim Danish. Der Brünn-Sieger, der zuletzt von P14 am Start aus gewonnen hatte, stand also erneut vor einer großen Aufgabe. Noch weiter hinten, auf Position 23, bereitete sich Leo Rammerstorfer auf den zehnten GP des Jahres vor. 20 Runden auf dem 4,54 km langen Traditionskurs waren angeschlagen.
Nicht zu befürchten stand ein Wetterchaos. Zwar hatte es in der Nacht geregnet, doch zum ersten GP-Start am Sonntagmorgen zeigte sich der Kurs von Assen bei 26 Grad und blauem Himmel in Bestzustand. Dennoch: Da die Long-Lap-Schleife noch nicht komplett abgetrocknet war, kam es zu einer spontanen Regeländerung. Jede Long-Lap wurde nur beim Moto3-Rennen automatisch in eine 3-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt.
Bemerkenswert: Als das Feld der 26 Youngster in die Aufwärmrunde startete, hatte sich Maximo Quiles exklusiv für den mittleren Hinterreifen entschieden – 25 Piloten setzten dagegen auf die softe Pirelli-Variante.
Um 11 Uhr ging es los. Quiles gewann den Start, doch David Almansa ging zu Beginn extrem offensiv ans Werk. Auf der schwarzen Intact-KTM wütete der Spanier durch die ersten Kurven und führte bereits in Kurve 6. Doch Maximo Quiles ließ keine Flucht zu. Noch in der ersten Runde schlug der Aspar-Pilot entschlossen zurück.
Pech hatte der WM-Zweite Alvaro Carpe. In Runde 2 kollidierte der KTM-Pilot in der langsamen Kurve 5 mit dem gestürzten Adrian Cruces. Carpe konnte – obwohl vom Landsmann überfahren– weiterfahre, lag aber über 20 Sekunden hinter der Spitze. Später gab der WM-Zweite auf. Auch Zen Mitani (Honda Asia) und Cormach Buchanan stürzten früh.
Sensationell erneut Hakim Danish. Ausgang der dritten Runde wurde der MSi-Hoffnungsträger bereits auf Position 5 gelistet. Noch besser zeigte sich Veda Pratama. Der Rookie ging respektlos an Fernandez und Quiles vorbei und hatte damit nur noch Almansa vor sich, der in der Anfangsphase das beste Tempo der Konkurrenz hatte.
Profiteur der hektischen Anfangsphase war Leo Rammerstorfer. Nach fünf Runden kreist der Linzer mit fünf Sekunden Rückstand auf den Leader an 20. Stelle. Nach einem Drittel der Distanz zog sich die Spitze auseinander, doch Almansa, Quiles, Danish, Perrone und Fernandez blieben zusammen.
Frust stellte sich in der Honda-Asia-Box ein – nach dem Crash von Veda Pratama in Kurve 4 waren beide Fahrer aus dem Match. Derweil steigerte Quiles mit der schnellsten Rennrunde das Tempo, doch David Almansa konnte weiter mithalten. Dahinter Danish und der stark nach vorne gekommene Jesus Rios aus dem Team Snipers. Fernandez und Salmela kämpften darum, den Anschluss an die Vierergruppe in Front zu schaffen.
Mit der zweiten Rennhälfte zeigte Quiles seine ganze Klasse. Während die Verfolgergruppe wuchs, war die Nummer 28 um eine halbe Sekunde enteilt. Aus der Soloflucht wurde aber wieder nichts, denn David Almansa fuhr die Lücke in nur einer Runde zu. Mit einer 1:40,8 min ging die schnellste Runde an die Intact-Mannschaft von Petter Öttl.
Zunächst sah es nach einer spanischen Angelegenheit zwischen Quiles und Almansa aus, aber auch Hakim Danish hatte den Speed, um sich in den Streit um den Sieg einzumischen. Hinter dem Trio war eine Lücke von knapp einer Sekunde zu Fernandez, Perrone und Rios entstanden. Leo Rammerstorfer fuhr auf Platz 19, als noch fünf Runden angezeigt wurden.
Im Finale musste Hakim Danish abreißen lassen – es kam zu einem harten, aber fairen Spanien-Duell um den Sieg in den Niederlanden. Zwei Runden vor der Flagge hatten sich Quiles und Almansa um 1,5 Sekunden abgesetzt.
Danish, lange auf Platz 3 wurde geschnupft. Salmela, Morelli und Perrone flogen am Asiaten vorbei.
Quiles begann den letzten Umlauf auf P1, Zentimeter vor Almansa. Quiles setzte alles auf eine Karte und ging voll auf Angriff. Mit einer perfekten Schlussrunde nahm er Almansa jeden Platz für einen Angriff. Maximo Quiles gewann 0,5 Sek. vor David Almansa, es war der sechste Sieg des Aspar-Piloten und der neunte Podestplatz im zehnten Rennen – Moto3-Rekord!
Perfekt wurde der Moto3-Tag in Assen für das Team von Jorge Martinez durch Platz 3 von Rookie Morelli. Der Argentinier hatte sich in der letzten Runde gegen Salmela, Perrone und Kelso durchgesetzt. Salmela, der wie Long-Lap-Strafen hatte, wurde auf P11 zurückgestuft. Während sich Eddie O'Shea den letzten WM-Punkt für Platz 15 holte, ging Leo Rammerstorfer auf 17 über die Linie.
Die Situation in der WM-Tabelle ist eindeutig. Maximo Quiles führt weiter unangefochten. Der Aspar-Pilot hat 90 Punkte Vorsprung auf Alvaro Carpe. Unangefochten führt KTM weiter die Herstellerwertung an. Honda hat 114 Zähler Rückstand.
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