Formel-1-WM-Chancen zunichte? Das sagt George Russell (Mercedes)
Aus der Traum? Nach Kimi Antonellis Heimsieg hat sein Mercedes-Stallgefährte George Russell 66 Punkte Rückstand auf Antonelli. Wie Russell die Lage im WM-Kampf bewertet.
War dieses Rennen die WM-Vorentscheidung? In Monza gewann Mercedes-Pilot Kimi Antonelli spektakulär bei seinem Heimrennen. Der Italiener war wegen einer Motorenstrafe nur von Platz 19 gestartet, tankte sich aber durch zum Sieg. Sein Teamkollege George Russell war von Platz 2 gestartet und beendete das Rennen auch als Zweiter. An sich ein Top-Ergebnis – aber wirklich freuen konnte sich Russell nicht.
Kein Wunder, hat der Brite doch jetzt satte 66 Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen. Zehn Rennen sind nominell noch zu fahren, realistisch gesehen aber wohl eher neun wegen der Lage im Nahen Osten (die Zeichen stehen derzeit auf Absage Katar und Abu Dhabi und einem Ersatz in Imola, auch wenn noch nichts entschieden ist). Antonellis Vorsprung wächst, der Italiener hat das Momentum auf seiner Seite – während derzeit gefühlt alles gegen George Russell läuft. Ja, Antonelli hatte in Monza Extra-Power durch die neue Antriebseinheit (wegen der er ja die Startplatzstrafe kassierte). Dennoch wirft der Italien-GP ein Schlaglicht auf die Lage an der WM-Spitze und im Mercedes-Team.
Russell: «Kimi hat alles im Griff»
Muss George Russell sich von seinen Hoffnungen auf den WM-Titel 2026 endgültig verabschieden? Auf eine Frage nach seiner Sicht auf den WM-Kampf in der laufenden Saison sagte der Brite nach dem Rennen: «Kimi hat definitiv alles im Griff, und er hat es verdient, die Kontrolle zu haben.» Mit 66 Punkten liegt Antonelli weit mehr als zwei Siege bei gleichzeitiger Punktlosigkeit des Rivalen vorn (das wären 50, also 2x25 Punkte). Russell hat es also nicht mehr selbst in der Hand.
Hypothetisches Rechenbeispiel: Selbst wenn Russell alle noch zu fahrenden Rennen (wir gehen hier von 9 GPs aus) und den einen übrigen Sprint (Singapur) gewinnen und Antonelli jeweils Zweiter werden würde, würde das Russell lediglich 64 Punkte gutmachen lassen. Schwierige Ausgangslage für den Briten – rechnerisch und mental.
Russell: Denke gar nicht an ein Comeback
Russell behauptet: «Ich persönlich denke gar nicht über einen Kampf oder ein Comeback oder so etwas nach. Ich konzentriere mich einfach darauf, ein Rennen nach dem anderen zu fahren und jedes einzelne Wochenende optimal zu nutzen.»
Und zu seinem Stallrivalen Antonelli merkt er anerkennend an: «Er zeigt unglaublich gute Leistungen. Es wird eine außerordentliche Herausforderung sein, diesen Rückstand aufzuholen, also nehme ich es einfach so hin, wie es ist, und werde es von nun an einfach genießen und versuchen, so viele Rennen wie möglich zu gewinnen.»
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