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Die Superbike-WM erhält 2027 prominenten Zuwachs. Nicolo Bulega erklärt, was Brad Binder, Jack Miller und Franco Morbidelli beim Umstieg erwartet – und warum nicht jeder Fahrstil passt.
Das Fahrerfeld der Superbike-WM erhält in der Saison 2027 prominenten Zuwachs. Mit Brad Binder, Jack Miller und Franco Morbidelli kommen gleich drei MotoGP-Rennsieger in die seriennahe Weltmeisterschaft. Doch wie schnell können sich die Neulinge an die Superbikes gewöhnen? WM-Leader Nicolo Bulega kennt die Herausforderungen eines Wechsels aus dem Grand-Prix-Paddock in die seriennahe Meisterschaft aus eigener Erfahrung.
Binder wird bei BMW Nachfolger von Danilo Petrucci, Miller übernimmt bei Yamaha den Platz von Xavi Vierge. Morbidelli wechselt zu Ducati und tritt dort ausgerechnet das Erbe von Bulega an, der seinerseits 2027 in die MotoGP aufsteigt. Bulega gelang nach schwierigen Jahren in Moto2 der Durchbruch im seriennahen Fahrerlager. 2023 dominierte er mit Ducati die Supersport-WM, anschließend etablierte er sich auch in der Superbike-WM an der Spitze. Deshalb weiß der Italiener, dass ein Wechsel der Kategorie einem Fahrer durchaus entgegenkommen kann.
«Als ich in der Moto2 gefahren bin, war meine Situation sehr schlecht», erinnerte sich Bulega beim zurückliegenden Rennwochenende in Magny-Cours. «Ich wusste, dass ich die Geschwindigkeit in mir hatte, aber ich brauchte jemanden wie dieses Team, der mir dabei hilft, meine Geschwindigkeit wieder zum Vorschein zu bringen.»
Ob Binder, Miller und Morbidelli in der Superbike-WM einen ähnlichen Effekt erleben werden, hängt für Bulega stark vom individuellen Fahrstil ab. «Wenn im nächsten Jahr einige MotoGP-Fahrer hierherkommen, wird es sicher nicht einfach, weil das Motorrad anders ist. Vielleicht passt dein Fahrstil besser zu einem Superbike oder vielleicht besser zu einem MotoGP-Bike.»
Genau darin sieht der Ducati-Star einen entscheidenden Faktor für den Erfolg der drei Neulinge. «Einige Fahrer sind vielleicht besser für die Superbike-WM geeignet und andere für die MotoGP. Wir fahren nicht alle auf die gleiche Art und Weise. Es hängt sehr stark davon ab, wie man sich an das Motorrad anpassen kann.»
Dabei treffen die MotoGP-Wechsler 2027 auf eine zusätzliche Herausforderung. Gleichzeitig mit ihrer Ankunft vollzieht die Superbike-WM den Wechsel von Pirelli zu Michelin. Binder, Miller und Morbidelli kennen Michelin zwar aus der MotoGP, doch Bulega betont, dass die Reifen der beiden Weltmeisterschaften nicht identisch sein werden.
«Im nächsten Jahr werden die Reifen von Michelin kommen, aber sie sind nicht mit den Pirelli-Reifen in der Superbike-WM oder MotoGP vergleichbar», erklärte der Italiener, der in diesem Jahr parallel die neue MotoGP-Ducati mit Pirelli-Reifen testet. «Für die neuen Fahrer wird es ähnlich sein: Die Michelin-Reifen aus der MotoGP werden nicht die gleichen sein wie die Michelin-Reifen in der Superbike-WM. Aber die DNA kann zumindest ähnlich sein.»
Noch größer dürfte die Umstellung auf die Motorräder ausfallen. «Das Motorrad ist komplett anders. Ich denke, der Wechsel wird ihrem Umstieg sehr ähnlich sein wie meiner, wenn sie diesen Schritt tatsächlich alle machen», meinte Bulega.
An der grundsätzlichen Klasse der drei prominenten Neuzugänge zweifelt der WM-Leader nicht. Binder, Miller und Morbidelli haben allesamt bereits MotoGP-Rennen gewonnen. Entsprechend hoch schätzt Bulega ihr Potenzial für die Superbike-WM ein.
«Sie sind auf jeden Fall sehr starke Fahrer. Wenn du in der MotoGP fährst, bist du definitiv gut. Wenn du nicht gut bist, kommst du gar nicht erst dorthin», unterstrich der Ducati-Pilot. «Sie waren in der MotoGP und haben Rennen gewonnen, also waren sie fantastisch. Ich denke, dass sie in der Superbike-WM schneller sein können.»
Bulega selbst ist das beste Beispiel dafür, dass ein Wechsel in die seriennahe Weltmeisterschaft nicht zwangsläufig einen sportlichen Rückschritt bedeutet. Seine Erfolge führt er allerdings weniger darauf zurück, heute ein grundsätzlich schnellerer Fahrer zu sein als zu Moto2-Zeiten.
«Ich denke nicht, dass ich schneller bin, denn ich bin immer noch derselbe. Aber vielleicht verstehe ich heute besser, wann der Zeitpunkt gekommen ist, schnell zu fahren», erklärte Bulega. «Ich habe mehr Erfahrung und verstehe eine bessere Arbeitsweise. Besonders in der Superbike-WM spielen die Elektronik und die Arbeit damit eine viel größere Rolle als in Moto3, Moto2 und Supersport.»
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