Toto Wolff (Mercedes) warnt: Team-Duell «gerade noch» akzeptabel
Im Formel-1-GP von Kanada duellierten sich die Mercedes intensiv. Teamchef Toto Wolff urteilte danach: Das Racing war «gerade noch akzeptabel». Er hätte sich «10 Prozent weniger» gewünscht.
Für Mercedes war der Kanada-Grand-Prix ein Wechselbad der Gefühle. Die beiden Silberpfeile starteten von den Plätzen 1 und 2 – George Russell vor WM-Leader Kimi Antonelli.
Die ersten 30 Runden des GP auf dem Circuit Gilles Villeneuve lieferten sich die beiden haarscharfe Rad-an-Rad-Duelle, überholten einander mehrfach, teils super-eng und mit Berührung. Doch wie durch ein Wunder ging es glatt!
Russell: Aus nach technischem Defekt
In Runde 30 des 68-Runden-GP endete das teaminterne Duell abrupt: George Russell kam plötzlich auf der Strecke zum Stehen, stieg aus und schmiss seine Kopfstütze auf die Strecke. Dafür bekam er später eine Strafe von 5000 EUR aufgebrummt (zunächst aber auf Bewährung ausgesetzt). Ein technischer Defekt, als der Brite in Führung lag.
Antonelli zum Kanada-Sieg
Russell parkte wütend und enttäuscht am Streckenrand, Kimi Antonelli fuhr zum Grand-Prix-Sieg. Der junge Italiener hat jetzt 43 Punkte Vorsprung vor Russell in der WM-Wertung.
Toto Wolff: Bittersüßer Moment
Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte nach dem Rennen: «Ein Sieg ist ein Sieg, und das ist großartig, und Kimi hat ihn verdient. Aber für das Team ist es natürlich ein bittersüßer Moment: Da war George, der das Rennen anführte, und wir haben ihn durch einen Ausfall im Stich gelassen – das ist immer schwer zu verkraften. Wir hätten es lieber gesehen, wenn sie das ganze Rennen über so gefahren wären und sich dann auf der Strecke entschieden hätte, wer den Sieg verdient.»
Das enge Racing hätte aber durchaus auch in die Hose gehen können. Mehrfach kam einer der beiden Mercedes im engen Duell von der Strecke ab, einmal prüften die Rennkommissare sogar eine Szene, ermittelten aber nicht weitergehend.
Wolff: Racing gerade noch akzeptabel
Toto Wolff urteilt: «Es war gerade noch akzeptabel. Ich glaube, wenn es vielleicht 10 Prozent weniger Zweikämpfe gegeben hätte, wären wir alle glücklicher gewesen, aber es ist okay.»
Bis zum Grand Prix in Monaco dürfte es teamintern bei Mercedes noch einiges zu besprechen geben. Allerdings will sich Wolff bewusst Zeit lassen, nicht in der Hektik nach dem Rennen und vor allem nach dem enttäuschenden Aus sprechen.
Wolff: Wogen glätten
Der Österreicher: «Ich denke, wir müssen erst einmal die Wogen glätten, auch sicherstellen, dass George mental in einer guten Verfassung ist – in einer besseren Verfassung –, und dann mit ihnen darüber sprechen. Wir wollen immer transparent sein.»
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