Vasseur (Ferrari): «Klar ist Leclerc frustriert, Hamilton kann gewinnen!»
Ein lachendes und ein weinendes Auge bei Ferrari-Teamchef Fred Vasseur, im Anschluss an die packende Quali zum Barcelona-GP: Leclerc durch Crash out, aber Hamilton auf P2. Vasseur glaubt an den Sieg!
Glück und Leid liegen in keinem Sport so dicht beisammen wie in der Formel 1: Nur 64 Tausendstel fehlten dem siebenfachen Champion Lewis Hamilton, um seine 105. Formel-1-Pole an Land zu ziehen, es wäre seine siebte in Barcelona gewesen und seine erste seit Ungarn 2023! Seine erste GP-Pole natürlich auch in Rot. So also Startplatz für den 41-jährigen Engländer, die beste Darbietung seit Silverstone 2024.
Auf der anderen Seite Charles Leclerc im Tal der Tränen: Fehler in Kurve 4, Crash, Chance auf die Pole futsch, der Monegasse ist untröstlich und meinte zu den Journalisten: «Ich schäme mich in Grund und Boden.»
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur auf die Frage, ob dies das stärkste Ferrari bisher in der Saison 2026 sei: «Ob es das stärkste Ferrari ist, kann ich nicht einschätzen. Was ich hingegen mit Gewissheit sagen kann – so dicht lagen wir bisland noch nicht an Mercedes-»
Der Franzose weiter: «Es ist normal, nach solchen Qualifyings enttäuscht zu sein. Ich denke, Leclerc hatte das Tempo für die Pole-Position, und dann Zehnter zu werden, das ist natürlich nicht das, was wir erwartet haben. Es stimmt, dass er wie verrückt attackiert hat, und es stimmt auch, dass wir wie verrückt gearbeitet haben, um all die Verbesserungen am Ferrari hier nach Barcelona zu bringen.»
«Charles ist natürlich frustriert, aber er war am Eingang von Kurve 4 etwas zu hungrig. Er in allen Trainings konkurrenzfähig. Leider ist er mit 5 oder 6 km/h mehr in die Kurve eingefahren als in der vorherigen Runde, und das ist wohl der Faktor, der den Unfall verursacht hat.»
Zur bärenstarken Leistung von Lewis Hamilton meint der Chef: «Lewis hat Fortschritte gemacht, er verbessert sich gleichzeitig mit dem Auto und dem Team. An den vergangenen Wochenenden hat er wichtige Ergebnisse eingefahren, mit den zweiten Rängen in Montreal und Monte Carlo, sein bestes Ergebnis bei uns im Grand Prix, und er kam mit grossem Vertrauen ins Auto und in das Team nach Barcelona.»
«Zudem wusste er, dass wir mit einem stattlichen Update-Paket für das Auto hierherkommen würden, und er hatte das Tempo, obwohl er das erste freie Training ausgelassen musste (das sass der junge Beganovic im Auto, M.B.). Man sieht, dass er mehr Vertrauen hat und auf diese Weise auch Ergebnisse nach Hause bringt.»
«Ich wusste nicht, was ich von der Quali erwarten sollte. Ich verbringe mein Wochenende nicht damit, auf etwas im Qualifying zu warten. Ich versuche einfach, meinen Teil dazu beizutragen, dass Ferrari die bestmögliche Arbeit leistet und wir das Maximum aus dem Auto holen.»
«Im Training lagen die Autos teilweise dicht beisammen. Da ist es unmöglich, Vorhersagen zu treffen. Es ist sehr wichtig, sich von Training zu Training stetig zu verbessern. Heute ist es uns gelungen, uns zwischen Q1 und Q3 zu steigern, und das war sicher der Hauptfaktor für unser Ergebnis.»
Was nun im Grand Prix? Vasseur meint: «Das Renntempo in der Simulation war am Freitag gut, aber das wird ein schwieriges Rennen. Auf der Strecke werden über 50 Grad herrschen, und es wird hauptsächlich, wenn nicht sogar vollständig, vom Reifen-Management abhängen, was passieren wird.»
«Wir müssen die Reifen am Leben halten und die Strategie gut umsetzen. Gestern haben wir gesehen, dass wir ein gutes Tempo hatten, aber der Reifenverschleiss war deutlich. Das galt für uns genauso wie für unsere Gegner. Deshalb haben wir heute den sehr engen Abstand zwischen den Autos gesehen. Ich schätze, der Verschleiss wird im Grand Prix eine wichtige Rolle bei den Abständen spielen.»
«Ferrari kann dieses Rennen gewinnen, und wenn man aus der ersten Reihe startet, muss man immer ans Gewinnen denken.»
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