Kimi Antonelli (Mercedes/3.): Wieso er auf einmal Russell hinterher fährt
WM-Leader Kimi Antonelli muss sich im packenden Qualifying zum Barcelona-Catalunya-GP hinter Russell und Hamilton anstellen: Startplatz 3. Wo ist der Speed des unbekümmerten Teenagers hin gekommen?
Knifflige Ausgangslage zum Grossen Preis von Barcelona-Catalunya, denn eine gute Startposition ist auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya – wir staunen – statistisch wichtiger als in Monaco!
Bei bislang 35 Formel-1-Rennen hier kam der Sieger 32 Mal aus der ersten Startreihe und 24 Mal von Pole-Position. Es wird also ein hartes Stück Arbeit für Antonelli, von P3 aus etwas zu reissen.
Verblüffend: Der 19-jährige Italiener startet erstmals in dieser Saison nicht aus der ersten Reihe!
Der Bologneser stuft seine Leistung in Katalonien so ein: «Das war bislang für mich ein schwieriges Wochenende, ich finde einfach nicht das richtige Gefühl im Wagen.»
«Es läuft zwar deutlich besser als am Freitag, aber auch heute fehlte mir einfach etwas. Ich bin nicht glücklich. Ich komme mit dem Wagen nicht so zurecht, wie ich es möglicherweise schaffe. Vielleicht fahre ich auf dieser Bahn zu aggressiv. Ich hatte auch auf meiner besten Runde einen üblen Rutscher.»
«Alles in allem bin ich an diesem Wochenende nicht mit jenem Speed unterwegs, den ich von mir selber gewohnt bin. Ich hatte keine sauberen Trainings, das führte dazu, dass ich nicht alles über das Verhalten der Reifen lernen konnte.»
«Beim Start werde ich versuchen müssen, beim langen Lauf zur ersten Kurve Boden gutzumachen. Der Windschatten wird da noch wichtiger sein als sonst, weil wir die aktive Aerodynamik erst später aktivieren können. Dann werde ich versuchen, taktisch alles richtig zu machen und vielleicht so vorzurücken. Aber das wird ein langes, vor allem aus Reifensicht schwieriges Rennen.»
Wieso ist hier Russell hier stärker als Antonelli? Formel-1-Champion Jacques Villeneuve hat eine Theorie: «Mir ist das schon ein paar Mal aufgefallen – wie komplett unterschiedlich der Fahrstil von Antonelli und Russell ist.»
«Kimi fährt den Formel 1-Renner wie ein Go-Kart, mit einer steifen Vorderachse und einem ganz weich abgestimmten Heck, dazu brutalem Untersteuern. Er bremst irre spät und lenkt knackig ein, aber dann bricht ihm der Wagen nicht aus, was das Auto eigentlich machen müsste, sondern mit der elektrischen Energie schafft er es aus der Kurve raus. Das alles passt auf dieser Strecke weniger gut als in Montreal oder Monaco. Russell fährt viel runder und weicher, und das macht sich hier in Spanien bezahlt.»
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