Verstappen: «Red Bull/Ford-Motor stärkster von allen? Wir sind verblüfft»
Formel-Superstar Lewis Hamilton hat ausgeplaudert, dass Red Bull/Ford den besten Verbrenner gebaut hat für die GP-Saison 2026. Da gingen einige Alarmglocken los. Auch bei Max Verstappen.
Diese Nachricht kam selbst für Formel-1-Fachleute eher unerwartet. Ferrari-Superstar Lewis Hamilton stellte sich in Monte Carlo vor die Sky-Kamera und posaunte: «Es wurde bekannt, dass Red Bull den stärksten Motor hat, Mercedes an zweiter Stelle liegt und wir dann danach kommen. Wir können nun also Token einsetzen, um zu versuchen, den Rückstand aufzuholen.»
Hintergrund: In der Formel 1 wird nach dem ADUO-Prinzip vorgegangen (additional development and upgrade opportunities). Diese Möglichkeit für einen Hersteller, wegen Leistungsmangels nachzulegen, wurde 2017 eingeführt, als Honda eine ziemlich brustschwache Antriebseinheit auf die Bahn brachte.
Im Anschluss an den Kanada-GP sind die V6-Verbrenner von Mercedes, Red Bull Powertrains/Ford, Ferrari, Honda und Audi geprüft worden. Der leistungsstärkste Motor gilt als Richtwert, wer um mehr als 2% hinten liegt, darf eine Wertmarke (token) einsetzen, um zusätzlich zu entwickeln – dies in Form zusätzlicher Prüfstand-Stunden oder Zugeständnissen beim Kostendeckel. Wer um mehr als 4% hinten liegt, darf zwei Wertmarken einsetzen.
In Monaco kursierte: Mercedes liegt um mehr als zwei Prozent hinter Red Bull/Ford, Ferrari um mehr als vier Prozent hinter dem Leader. Audi und Honda folgen.
Für ADUO zieht die FIA lediglich den V6-Verbrenner in Bezug, nicht aber die elektrische Seite.
Max gibt in Spanien zu: «Red Bull/Ford-Motor der stärkste Verbrenner von allen? Wir sind verblüfft. Wir stehen in Gesprächen mit der FIA, denn wir möchten gerne wissen, wie sie zu diesem Schluss gekommen sind. Die schauen sich das derzeit nochmals an. Und das ist auch gut so, denn was uns angeht, so haben wir nicht den Eindruck, dass wir den kraftvollsten Verbrenner haben.»
Tatsächlich gibt es seitens des Autosport-Weltverbands die Nachricht, dass die Ergebnisse nach dem Kanada-GP nochmals unter die Lupe genommen werden, nur um sehen, dass auch ja kein Fehler gemacht wurde.
Seit dem Abend des 10. Juni steht fest: Das Kräfteverhältnis zwischen Verbrenner und Elektrik beträgt in dieser Saison 53:47, in der Saison 2027 wird das 58:42 sein und 2028 dann 60:40.
Der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen hat aus seiner Abneigung gegen den grösseren Elektrik-Anteil nie ein Geheimnis gemacht. Als für 2027 über eine Korrektur auf 60:40 gesprochen wurde, meinte der Niederländer: «Das ist das Mindeste, was ich erwarte, damit wir besseren Sport erhalten.»
Nun ist das auf 2028 verschoben, und der 71-fache GP-Sieger sagt dazu in seiner Medienrunde am Circuit de Barcelona-Catalunya: «Zunächst mal finde ich es schön, dass wir Fahrer Gehör gefunden haben und dass Änderungen kommen. Ganz ehrlich, ich hatte gehofft, dass wir schon 2027 erhalten würden, was nun für 2028 geplant ist (das Verhältnis 60:40 vom Verbrenner zur Elektrik, M.B.). Gleichzeitig ist mir klar, dass es bei solchen Entscheidungen eine starke politische Seite gibt. Aber immerhin geht das alles in die richtige Richtung.»
Was erwartet Max fürs kommende GP-Wochenende hier auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya? «Die vergangenen Rennen fanden alle auf Pisten mit vielen mittelschnellen oder langsamen Kurven statt. Barcelona wird für uns eine Nagelprobe zu sehen, wo wir in Sachen Fahrzeugverhalten in schnellen Kurven stehen. Da waren wir bislang 2026 nicht so gut. Inzwischen haben wir am Wagen intensiv gearbeitet, und ich bin selber neugierig darauf herauszufinden, ob wir uns da verbessern konnten.»
«Doch hier haben wir wieder eines der Wochenenden, für welches gilt: fahr langsamer und sei damit schneller; auf einer Strecke also, wo viel Energie-Management gefragt ist. Nach der tollen Quali in Monaco freue ich mich nicht darauf.»
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