Weltmeister Lando Norris: Anderer Plan als Lewis Hamilton
Abu Dhabi 2025: Lando Norris hat sich mit einer makellosen Leistung zum Weltmeister gemacht. Danach sagte der McLaren-Fahrer, was er in der kommenden Saison anders machen wird als Lewis Hamilton.
Lando Norris ist Weltmeister. Dem 26-jährigen Engländer reichte beim WM-Finale von Abu Dhabi ein dritter Platz, um seinen ersten Titel zu gewinnen, mit zwei Punkten Vorsprung in der Schlusstabelle auf Max Verstappen.
Damit ist klar: Max Verstappen muss die 1 des Weltmeisters abtreten, nach 1457 Tagen als F1-Champion. Und Lando Norris erhält das Recht, die 1 des Weltmeisters auf seinen McLaren zu setzen. Bislang ist der Brite mit der 4 gefahren.
Nur: Er muss das eigentlich gar nicht. Wir erinnern uns an Lewis Hamilton, der jahrelang auf die 1 gepfiffen hat und lieber mit seiner 44 auf dem Mercedes weitergefahren ist.
Lewis Hamilton benützte anhaltend die 44, «weil mir die 44 mehr bedeutet als die 1. Ich fuhr zu Beginn meiner Karriere mit der 44, damit habe ich meine erste Meisterschaft gewonnen, die Zahl hat eine Geschichte für mich. Die 1 ist von so vielen Piloten ausgeführt worden, von Vettel, von Schumacher, von Senna, die 44 aber nicht. Ich mag die 44 auf dem Wagen tragen, aber ich fühle mich als Nummer 1. Das reicht mir.»
Feste Startnummern pro Fahrer sind in der Formel 1 seit 2014 zugeteilt. Die Piloten konnten sich ihre Zahl wünschen, sofern sie frei war. Wenn zwei Piloten die gleiche Nummer wollten, dann hatte Vorwahlrecht, wer sich in der WM 2013 besser platziert hatte. Die Nummer bleibt zugeteilt, bis ein Pilot seine Formel-1-Karriere beendet, erst nach zwei Jahren wird sie wieder frei. Diese, um Rückkehrern (wie jetzt Bottas und Pérez für 2026) die Chance zu geben, ihre gewohnte Nummer wieder zu wählen.
Wenn wir in der Formel-1-Historie zurückblättern, dann ist es durchaus nicht ungewöhnlich, dass der Weltmeister nicht mit der 1 ausrückt. Es gab beispielsweise Fälle, in welchen der Champion gar nicht mehr im Feld war. Da wurde die 1 einfach nicht vergeben.
So fuhren die Williams-Fahrer Damon Hill und Alain Prost in der Saison 1993 – also nach der Williams-Trennung von Nigel Mansell Ende 1992 – mit der 0 für Hill und der 2 für Prost. 1994 war der 1993er Champion Alain Prost nach seinem vierten Titel zurückgetreten, Williams ging mit der 0 für Damon Hill und der 2 für Ayrton Senna in die Saison 1994.
In den ersten Jahren der Formel-1-WM erhielt der Weltmeister überdies in der folgenden Saison nicht die 1 für den Champion, die Nummern variierten auch von Rennen zu Rennen.
Der letzte Weltmeister, der ohne die 1 in die neue Saison ging: Emerson Fittipaldi beim Argentinien-GP 1973, wo er kurioserweise die Startnummer 2 trug. Den Rest der Saison dann prangte die 1 auf seinem John Player Special-Lotus.
Fittipaldi war es auch, der als erster Fahrer überhaupt die 1 des Weltmeisters die ganze Saison lang trug – das war 1975, bei McLaren.
Kurios: Zuvor war der Brasilianer in der Formel-1-WM viermal mit der 1 ausgerückt, aber da war er noch gar nicht Weltmeister ...
Und Lando Norris?
Der Engländer sagt zu seiner Startnummer: «Die 1 auf dem Auto des Weltmeisters, das hat Tradition. Sie steht dort aus einem Grund. Sie steht dort, weil sich ein Fahrer diese 1 hart erarbeitet hat. Also werde ich sie natürlich auf meinem McLaren tragen, zum Stolz all meiner Mitarbeiter, die diesen fabelhaften Erfolg möglich gemacht haben.»
«Ich werde die 1 nicht nur für mich auf den Wagen setzen, sondern für die komplette McLaren-Mannschaft. Ich weiss, wie viel Arbeit sie in diese Saison reingepackt haben. Es wäre ziemlich uncool, nach solch einem Erfolg die Botschaft zu senden – wir sind die Nummer 4. Nein, wir sind die Nummer 1, und das wollen wir der Welt auch zeigen.»
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