Alles neu zum 105. Geburtstag: Moto Guzzi feierte Neueröffnung am Stammsitz
Moto Guzzi hat seinen Stammsitz kernsaniert und im Rahmen der jährlichen «Moto Guzzi World Days» dessen Neueröffnung gefeiert. Dazu wird eine neue Sonderreihe der wichtigsten Guzzi-Modelle aufgelegt.
105 Jahre Moto Guzzi – kein runder Geburtstag. Für die Marke mit dem Adler dennoch Grund, ein rauschendes Fest am Stammsitz in Mandello del Lario zu veranstalten und, wie jedes Jahr, Fans des Traditionsherstellers zum Comer See einzuladen. Anlass für die «Moto Guzzi World Days» im Jahr 2026 war am ersten Septemberwochenende eben jener Stammsitz, denn dieser wurde im Rahmen der Veranstaltung nach fünf Jahren Bauzeit neu eröffnet.
50 Millionen Euro soll das Projekt verschlungen haben, das Konzernmutter Piaggio als «visionärstes und ehrgeizigstes Architekturprojekt der letzten Jahre» bezeichnet. Der Umbau ist integriert in das historische Fabrikgelände, das 1921 erstmals die Tore öffnete und seither ohne Unterbrechung Motorräder produzierte. 10.000 bis 15.000 Einheiten sollen Schätzungen zufolge zuletzt jährlich die Anlage verlassen haben. Im historischen in die Berglandschaft am Comer See eingebetteten Fabrikkomplex wurde 1954 der heute legendäre Windkanal eröffnet, der Moto Guzzi zum weltweit ersten Motorradhersteller mit aerodynamischer Kompetenz machte. Auch er wurde im Zuge des Umbaus restauriert, die daneben liegenden Produktionshallen um 5.500 Quadratmeter neue Industriefläche und die Büros um 380 Quadratmeter Bürofläche ergänzt. Die Gesamtfläche des Werks stieg damit auf über 38.000 Quadratmeter, in denen neu konzipierte Produktionsstraßen zum Einsatz kommen. Die sollen, neben ebenso neuen Werkzeugen und Hilfsmitteln wie Bodenrobotern, die Arbeiter entlasten. Am Ende der Produktionsstraße greift Moto Guzzi beispielsweise auf Boden-Transportdrohnen zurück, die Konzernschwester «Piaggio Fast Forward» beisteuert. Maßnahmen wie diese sollen helfen, die maximale Produktionskapazität des Werks auf rund 30.000 Motorräder zu steigern und dennoch, laut Hersteller, «exakteste Qualitätsstandards» zu erfüllen.
Zum Gelände gehört auch ein neues Markenmuseum, das allein am Eröffnungswochenende Veranstalterangaben nach rund 30.000 Besucher angezogen haben soll und in dem 160 Exponate aus der Firmenhistorie zu sehen sind. 60.000 Besucher sollen die Moto Guzzi World Days 2026 insgesamt besucht haben, rund die Hälfte davon am letzten der drei Tage währenden Veranstaltung.
Einer der alljährlichen Höhepunkte der Veranstaltung umfasste die inzwischen traditionelle Motorradparade, bei der rund 1500 Moto Guzzi aus allen Epochen der Markengeschichte ebenso teilnahmen, wie die MotoGP-Piloten von Konzernschwester Aprilia um den WM-Führenden Jorge Martin, Marco Bezzecchi und Test- und Reservefahrer Lorenzo Savadori. Begleitet wurde die Parade von der Ehrengarde «Corazzieri» des italienischen Präsidenten.
Anlässlich der Veranstaltung zeigte die italienische Marke zudem die Modelle Stelvio, V100 Mandello, V85 Strada und V7 Stone als Sondermodelle mit der Zusatzbezeichnung «105th Anniversary». Diese sollen unlimitiert, jedoch zeitlich begrenzt für das neue Modelljahr bis Ende 2027 zu haben sein. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal ist die Farbgebung, die in grau mit Perlglanz-Finish lackiert auf die metallischen Oberflächen der neuen Fabrik anspielen soll. Daneben kommen gelbe Akzentstreifen zum Einsatz.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach