Debüt-Sieg mit Ansage: Roberto Garcia ist das neue SSP-Talent von Yamaha
Es war nicht die Frage, ob Roberto Garcia (Yamaha) ein Rennen der Supersport-WM gewinnen kann, sondern nur, wann es passieren wird. Beim Meeting in Magny-Cours machte es ihm Can Öncü leicht.
Erst seit Misano 2025 ist Roberto Garcia ein Supersport-Pilot, zuvor war die Moto2-EM sein motorsportliches Zuhause. Als das Yamaha-Team GMT94 einen Nachfolger für Michael Rinaldi benötigte, verpflichtete Teamchef Christophe Guyot den talentierten Spanier und machte mit ihm in der Supersport-WM 2026 weiter.
In diesem Jahr verhageln zwar mehrere Ausfälle die Bilanz des 20-Jährigen, doch ein dritter Platz auf dem Balaton Circuit markierte seine erste Podestplatzierung. Im MotorLand Aragón und Donington Park holte Garcia vierte Plätze, aber schon dort führte er die Rennen zeitweise an und hatte geringe Rückstände auf den Sieger.
Die Basis für ein starkes Rennwochenende in Magny-Cours legte GMT94 mit einem Test auf der französischen Piste. Nach Platz 2 im ersten Rennen – seinem bis dahin besten Supersport-Ergebnis – ließ Garcia am Sonntag einen Sieg folgen.
Als das zweite Rennen nach elf Runden abgebrochen wurde, kämpfte Garcia bereits in einer Vierergruppe um den Sieg. Beim anschließenden Restart über fünf Runden positionierte sich der Yamaha-Pilot zu Beginn der letzten Runde im Windschatten des Führenden Can Öncü und lauerte auf eine Chance zum Überholen. Die bot sich in Kurve 15, als der Türke den Bremspunkt verpasste. Garcia zögerte nicht und sicherte sich seinen ersten Supersport-Sieg.
«Dieses Gefühl ist unglaublich. Es war ein anstrengendes Wochenende. Am Samstag war ich enttäuscht, dass ich den Sieg verpasst hatte. Deshalb war für Sonntag mein Ziel, zu gewinnen», sagte Garcia erleichtert. «Beim ersten Start habe ich einen kleinen Fehler gemacht, aber als ich die rote Flagge sah, dachte ich, das könnte meine Chance sein. Can war im letzten Sektor unfassbar schnell, aber er machte einen Fehler und ich ließ mir die Gelegenheit nicht nehmen und zog innen vorbei. Ich habe alles gegeben, und wir haben es geschafft. Zwei Podestplätze sind großartig – nicht nur für mich, sondern auch für mein Team, da es ihr Heimrennen ist, und natürlich auch für Yamaha.»
In der Gesamtwertung verbesserte sich der aus Sevilla stammende Spanier um zwei Positionen und ist jetzt WM-Sechster – mit nur einem Punkt Rückstand auf den Fünftplatzierten Tom Booth-Amos (Triumph). Längst hat Yamaha das Talent von Garcia erkannt und seinen Vertrag für die Supersport-WM 2027 verlängert.
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