Iannone über die Renn-Harley: «Habe all meine Bedenken über Bord geworfen!»
Vor seinem Debüt im Bagger World Cup in Mugello berichtete Andrea Iannone von seinen ersten Eindrücken von der Harley. Was seine Ziele sind und wie es für ihn ist, zurück im MotoGP-Paddock zu sein.
In Austin hatte der Harley-Davidson Bagger World sein Debüt. Die Fans sahen in Texas zwei spektakuläre und kurzweilige Rennen, die viel Unterhaltung boten – obwohl nur neun Fahrer am Start waren. Was der neuen Serie jedoch fehlte, war ein großer Name, der als Zugpferd dient.
Diesen Namen hat der Bagger World Cup Anfang Mai in Form von Andrea Iannone bekommen. Der ehemalige MotoGP- und Superbike-Pilot hat eine lebendige Vergangenheit. Seinen einzigen Sieg in der Königsklasse der Motorrad-WM erzielte er 2016 auf dem Red Bull Ring. Damals war er im Ducati-Werksteam der Teamkollege von Andrea Dovizioso. 2017 und 2018 trat er für Suzuki an, 2019 war er im Gresini-Aprilia-Team an der Seite von Aleix Espargaro.
Im November 2019 wurde Iannone in Sepang positiv auf das Steroid Nandrolon getestet – es folgte eine vierjährige Dopingsperre. 2024 kehrte Iannone auf die Rennstrecke zurück. Er trat im Team GoEleven auf einer Ducati Panigale V4 R in der Superbike-WM an. In den zwei Jahren in der seriennahen Weltmeisterschaft erzielte er einen Sieg sowie die Gesamtränge 8 und 9.
In Mugello wird Iannone seine Rennpremiere im Bagger World Cup haben. Im Gegensatz zu seinen Kontrahenten konnte Iannone mit der 200 PS starken Renn-Harley noch keine Erfahrung sammeln. Die Fahrer und Teams hatten neben dem ersten Rennwochenende zuvor in Austin einen zweitätigen Test, um sich auf ihre Arbeitsgeräte einzuschießen.
Vor seinem Auftritt auf dem Autodromo Internazionale del Mugello an diesem Wochenende hatte «The Maniac» zumindest die Möglichkeit, mit dem Road-Glide-Motorrad aus Milwaukee in Misano einige Runden zu drehen. Was war sein erster Eindruck vom Bike? «Es ist schön und sehr lustig, damit zu fahren. Es ist ein wenig seltsam, zugleich aber sehr agil», so Iannone. «Das Bike ist mit 280 kg sehr schwer und ich dachte mir zuerst, dass damit insbesondere die Richtungswechsel nicht einfach sein werden. Am Ende habe ich aber all meine Bedenken über Bord geworfen – das Motorrad macht Spaß, es ist gut.»
Iannone: «Es fühlt sich an, als ob ich nach Hause komme»
Wie ist es für ihn, in Italien, auf dem Mugello Circuit, seine ersten Rennen zu fahren? «Wir haben Austin ausgelassen, um direkt in Italien zu starten», scherzte Iannone vor den anwesenden Journalisten. «Die letzten zwei Jahre war ich in der Superbike-WM, dieses Paddock ist komplett anders. Es fühlt sich an, als ob ich nach Hause komme – als ob jeder mein Vater, mein Bruder oder meine Schwester wäre. Es ist ein richtig gutes Gefühl.»
Ist es sein Plan, alle restlichen fünf Rennwochenenden zu bestreiten? «Ich habe einen Vertrag für die Meisterschaft, also ja», schmunzelte der 36-Jährige. Musste er lange überlegen, um im Bagger World Cup zu fahren? «Ich habe mich vor langer Zeit dafür entschieden. Am Ende gab es einige Schwierigkeiten, dann kam eine neue Chance mit Niti Racing. Ich muss mich bei Niti und dem gesamten MotoGP-Paddock bedanken», erzählte Iannone. Zuerst wurde er mit dem italienischen Team Cecchini Racing in Verbindung gebracht, doch dann folgte Mitte März die Nachricht, dass die Teilnahme des Teams auf Eis gelegt wurde, da Cecchini Racing «…die für Runde 1 erforderlichen Garantien nicht vorlegen konnte», hieß es damals in einem offiziellen Statement von Harley-Davidson. Dann schnappte sich das indonesische Team Niti Racing Andrea Iannone.
Iannone: «Ich habe vor jedem Fahrer großen Respekt»
Denkt Iannone, dass er in Mugello auf Anhieb konkurrenzfähig sein wird? «Ich weiß es nicht. Mach mir bitte keinen Druck, es geht mir um den Spaß», antwortete er auf die Frage eines Journalisten. «Natürlich fahren wir Rennen und ich möchte gewinnen. Ich habe aber vor jedem Fahrer großen Respekt. Es wird nicht einfach, weil ich dieses Bike noch nicht viel gefahren bin.»
Ist er glücklich, wollte ein anderer Journalist wissen? «Ja, ich bin happy. Diese Meisterschaft ist sehr interessant und wir machen etwas Schönes», so Iannone. «Ich habe in den schwierigen Momenten sehr viel dazugelernt und ich bin ein besserer Mensch geworden. Ich habe in den letzten fünf oder sechs Jahren jeden Tag Fortschritte gemacht.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach