Harley verlegt Motorenproduktion von Thailand teilweise in die USA
Harley-Davidson will die Revolution Max-Motoren für die Modelle Pan America und Nightster nicht mehr ausschliesslich in Thailand, sondern auch wieder in den USA produzieren.
Nachdem Harley-Davidson jahrelang Teile der Produktion zunehmend ins Ausland verlagert hatte, kündigt der amerikanische Hersteller nun an, wieder mehr im Inland produzieren zu wollen. Konkret geht es um die Produktion des Revolution Max-Motors. Die Motoren, welche für Motorräder für dem Heimmarkt bestimmt sind, sollen nicht mehr in Thailand, sondern in den Vereinigten Staaten gefertigt werden, in den Werken in Wisconsin und Pennsylvania.
Bei diesem Motor handelt es sich um den modernsten Motor von Harley. Ein flüssigkeitsgekühlter V2 mit Vierventil-Zylinderköpfen, der in zwei Versionen gebaut wird, mit 975 und 1250 ccm. Dessen Zylinderwinkel vom 60° ermöglicht den Einbau von zwei Drosselklappenkörpern in Fallstromanordnung, was der Leistungsausbeute zuträglich ist. Eingebaut wird dieser Motor derzeit in die Reise-Enduro Pan America, in den Roadster Nightster und die Sportster S. Weiter soll dieser Motor auch die angekündigte neue Sportster antreiben. Auch für ein kürzlich vorgestelltes Konzeptmotorrad im Café Racer Stil wäre dieser Motor der passende Antrieb, sollte sich Harley zu einer Serienproduktion entschliessen.
Die Rückverlegung des Motorenbaus erfolgt im Zuge von Harleys neuer Strategie namens «Back to the Bricks» (zurück zu den Wurzeln / Backsteinen). Diese beinhaltet eine Reihe von Kurskorrekturen, die Artie Starrs, seit Oktober 2025 CEO von Harley-Davidson, umsetzen will, um die Company nach Jahren des Niedergangs wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Motorräder mit den ersten in Amerika gebauten Motoren sollen als Modelle des Jahrgangs 2028 auf den US-Markt kommen.
«Wir sind stolz darauf, einen weiteren Schritt nach vorn anzukündigen, indem wir die Produktion der Revolution Max-Plattform für Nordamerika – einschließlich der Modelle Pan America, Sportster S und Nightster – zurück in die Vereinigten Staaten holen. Dieser Schritt bringt die maschinelle Bearbeitung, die Montage des Antriebsstrangs, die Lackierung und die Endmontage der Fahrzeuge zurück in unsere Werke in Pennsylvania und Wisconsin und sichert Dutzende zusätzlicher amerikanischer Fertigungs- und Gewerkschaftsarbeitsplätze», kündigt Harley mit typisch amerikanischem Nationalstolz an.
Die Teilverlegung der Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen und bis nächstes Jahr abgeschlossen sein. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, da Harley in den USA für seine Produktion im Ausland kritisiert wird. Ob mit dieser Verlegung auch Zölle eingespart werden, ist unklar, jedenfalls wird sich US-Präsident Donald Trump darüber freuen. Weiterhin im Harley-Werk in Rayong/Thailand werden diverse Modelle gefertigt, die für Asien und Europa bestimmt sind.
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