Euro Moto Sportbike: Winkler verletzt zuhause und ERC macht den Laden dicht
Unruhige Zeiten herrschen aktuell in der kleinsten Euro Moto Klasse. Mit dem Ende des Teams ERC Kawasaki scheiden gleich drei Piloten vorzeitig aus. Der Aprilia-Pilot kommt wieder.
Das WSC-Racing-Team wird beim Rennwochenende im niederländischen Assen nicht an den Start gehen. Grund dafür ist eine Verletzung des Fahrers Micky Winkler, die er sich am vergangenen Wochenende bei einem Radrennen zugezogen hat. Winkler erlitt eine Blessur am Ellenbogen. Nach aktueller medizinischer Einschätzung ist zunächst eine Pause von rund zehn Tagen erforderlich. Unter diesen Voraussetzungen ist ein Renneinsatz in Assen nicht sinnvoll. Das Team hat sich daher einvernehmlich entschieden, auf den Start zu verzichten und ihrem Piloten die notwendige Zeit für eine vollständige Genesung zu geben.
«Das Pech bleibt uns auch in dieser Saison treu», weiß Teamchef Roland Matthes. Vorletztes Wochenende die defekte Benzinpumpe vor dem zweiten Rennen, und jetzt eine Verletzung. Wir waren vergangene Woche mit dem Motorrad noch einmal auf dem Prüfstand, alles war bestens. Micky war wieder richtig motiviert. Und nun das.» Der Fokus des WSC-Racing-Teams richtet sich nun voll und ganz auf das anstehende Heimrennen am Nürburgring. Bis dahin sollte Micky Winkler wieder fit sein, damit das Team vor heimischem Publikum mit voller Stärke angreifen kann.
Im Team ERC dreht man den Schlüssel rum
Oliver Svendsen hatte schon vor dem Rennen in Oschersleben das Handtuch geworfen und beim Team ERC Kawasaki den Abschied eingereicht. Dafür stieg Felix Kauertz ein und gemeinsam mit dem Belgier Sasha de Vits und dem Franzosen Jules Bercot plante man die restliche Saison. Nach dem mäßigen Auftakt am Sachsenring hatte man sich für zwei Rennen ausgeklinkt und war in Oschersleben wieder aufgetaucht, inklusive, im Vergleich zum Sachsenring, pfeilschnellen Motorrädern. De Vits und Bercot landete auf dem Podest, beiden wurde nach einem Protest die Erfolge allerdings wieder aberkannt.
Bei den Motorrädern wurde nicht mit dem regelkonformen Mapping der Mectronik-Elektronik gefahren. Jürgen Höpker-Seibert von Kawasaki Deutschland kann bei der Aufklärung weiterhelfen. Denn das ERC Team war nicht mit Betrugsabsichten mit dem veränderten Mapping, welches etwa 10 PS bringt, an den Start gegangen, sondern mit dem Segen des Promoters.
«Von Hersteller Mectronik wurde uns ein Mapping der Elektronik angeboten», erläutert Höpker-Seibert. Der Promoter genehmigte den Einsatz dieses Mappings und nahm diese in die Eligible List auf, die im Rahmen der Balance of Performance in allen Klassen regelmäßig ergänzt, erweitert, oder auch gekürzt wird. «Das Map welches Mectronik zu Verfügung stellt», fügt der Mectronik-Hersteller an, «wird nicht in der WM zum Einsatz kommen. Das Map ist ein Custom Map, welches erstellt worden ist, um die Leistungslücke zum National/International bzw. BSB-Reglement zu schließen. Die jeweilige Freigabe des Maps obliegt der jeweiligen Rennserie.» In der Euro Moto kommt sowohl das WM- als auch das BSB-Reglement zum Einsatz.
Keine Lust mehr auf Querelen
Auch das Team ERC aus Karlsruhe äußert sich zu dem Vorfall: «Zunächst möchten wir betonen, dass unser Team zu keinem Zeitpunkt die Absicht hatte, sich einen unlauteren sportlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Sämtliche technischen Maßnahmen und Entscheidungen wurden im Vorfeld des Rennwochenendes in enger Abstimmung mit Kawasaki, Mectronik sowie dem Veranstalter und Promoter Euro Moto getroffen. Vor dem Rennwochenende in Oschersleben wurde unserem Team die ausdrückliche Zustimmung zum Einsatz des verwendeten Steuergerätes und des entsprechenden Mappings erteilt. Diese Freigabe erfolgte nach einem erheblichen technischen und zeitlichen Aufwand, den wir gemeinsam mit Mectronik betrieben haben. Die Programmierung und Abstimmung der Elektronik erfolgten mit voller Transparenz gegenüber den beteiligten Stellen.»
Berufung hatte das Team bereits eingelegt. Auch über eine einstweilige Verfügung wurde nachgedacht. Doch vor Assen machte Teambesitzer Uwe Reinhardt kurzen Prozess und drehte im Euro Moto Team ERC, in dem er mit seiner Firma Prokasro die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, den Schlüssel rum. Das Material kann laut Reinhardt von den Fahrern weiter genutzt werden, was in der Kürze der Zeit nicht zu stemmen war. Für ERC selbst ist das kurze Euro Moto-Abenteuer damit zu Ende.
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