Euro Moto Superbike • Neu
Jan Mohr an Tulovic: «Wie macht er das bloß?» – schwieriges Oschersleben
Der Schleizer und sein Team WSC kämpfen sich in Oschersleben tapfer durch. Zweierlei Regelwerke und Nachbesserungen machen es schwer, den Überblick in der Euro Moto Sportbike zu behalten.
Beim vierten Saison-Wochenende der Euro Moto Sportbike in der Motosport Arena Oschersleben zeigte WSC-Pilot Micky Winkler im Qualifying eine solide Leistung und sicherte sich den neunten Platz unter 20 Teilnehmern. «Im ersten Rennen zeigte sich jedoch deutlich die Auswirkung der aktualisierten Balance of Performance (BoP)», beschreibt sein Aprilia-Team die Lage. «Trotz starker Rundenzeiten und vollem Einsatz verlor Micky auf fast jeder Geraden Boden gegenüber der Konkurrenz und wurde selbst von potenziell langsameren Piloten passiert. Unter diesen Bedingungen war eine erfolgreiche Positionsverteidigung extrem schwierig. Dennoch kämpfte sich Micky durch und brachte das Bike auf Rang 15 ins Ziel – mit einem sehr hart erarbeiteten Meisterschaftspunkt als Lohn.»
In der aktuellen Euro Moto Sportbike ist die Lage verworren. Im Vorjahr war man in der IDM, dem Vorgänger der Euro Moto, noch mit dem an die Britische Meisterschaft angelehnten Reglement unterwegs. Seit diesem Jahr gibt es die noch junge Klasse auch in der Weltmeisterschaft, mit einem etwas anderen Reglement, welches weniger gestattet als die IDM/BSB-Variante. Der Euro Moto-Promoter hatte anfangs 2026 beschlossen, beide Reglements zu genehmigen. Auch auf die Gefahr hin, dass der Zuschauer nicht weiß, welches Motorrad nach welchem Reglement aufgebaut ist.
Die Leistungsunterschiede sind schwer zu vermitteln. Auch Begehrlichkeiten der in der Euro Moto Sportbike vertretenen Hersteller dürften eine Rolle spielen. Im Team um Micky Winkler ist man mit dem Aprilia-Modell 2024 unterwegs. Diese ist mit einem kleineren Drosselklappen-Durchmesser unterwegs als das neue Modell. Darüber hinaus spielen sicherlich die unterschiedlichen Elektronik-Modelle der verschiedenen Marken eine Rolle. Die Überprüfung ist für die technischen Kommissare kein Kinderspiel.
Vor dem zweiten Lauf am Sonntag in Oschersleben keimte bei Winkler und seiner Mannschaft vorsichtiger Optimismus auf. Nach Anpassungen bei Mapping, Auspuffanlage und Kraftstoff fühlte sich der Motor im Warm-up subjektiv etwas
konkurrenzfähiger an. Umso bitterer der Rückschlag kurz vor dem Start: Ein Defekt an der Kraftstoffpumpe beim geplanten Warmlaufen vereitelte die Teilnahme am zweiten Rennen.
Micky hat im ersten Lauf wirklich gekämpft – allerdings mit einer stumpfen Waffe.Roland Matthes
«In der verbleibenden Zeit zum Rennstart war ein Tausch der Pumpe nicht mehr zu realisieren», so Winkler. Das Fazit des Teams fällt dennoch zukunftsorientiert aus. Trotz des unglücklichen Ausgangs nimmt das WSC-Team die wertvollen Daten aus Oschersleben mit, analysiert die technischen Herausforderungen und fokussiert sich auf die Vorbereitung für den nächsten Lauf, um wieder mit vollem Elan anzugreifen.
Teamchef Roland Matthes war nicht unzufrieden: «Micky hat ein starkes Training gezeigt und im ersten Lauf wirklich gekämpft – allerdings mit einer stumpfen Waffe. Dass er wegen des verpassten zweiten Laufes besonders enttäuscht ist, kann ich gut verstehen.»
Zudem hofft der WSC-Chef auf eine baldige Anpassung der Balance of Performance durch den Veranstalter. Schon in knapp zwei Wochen steht mit dem fünften Lauf der Sportbike-Meisterschaft in Assen bereits die nächste Herausforderung auf dem Programm.
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.