Euro Moto Superbike
Euro Moto Most: Tulovic, Alt und Schrötter gönnen sich Pokale und Kühlung
Lange hatte Florian Alt dem späteren Sieger mit der Ducati beim Superbike-Rennen 2 in Most das Leben schwer gemacht. Twan Smits holt Rang 3. Schlappe für BMW-Piloten.
Der Start ins zweite Rennen der Euro Moto Superbike verzögerte sich um ein paar Minuten, denn einer der Streckenposten wurde Opfer der brachialen Hitze und musste ärztlich versorgt werden. Immerhin war das Thermometer über 40 Grad geklettert, der Asphalt glühte mit fast 70 Grad still und leise vor sich hin. Die 16 Piloten warteten geduldig und genossen noch die letzten Minuten vor dem Ventilator. Der 17. in der Startaufstellung, Patrick Hobelsberger, hatte sich nach einem verwachsten Training vorzeitig in die vierwöchige Pause verabschiedet.
Wie schon am Vormittag rollte Marcel Schrötter auf den letzten Drücker auf seinen Startplatz und nach kurzer Standzeit ging es auch gleich los. 16 Runden standen auf dem Zettel. Marcel Schrötter und Hannes Soomer mussten nach dem Start in der Schikane erst einmal durch den Notausgang. Schrötter hatte sich mit Lukas Tulovic angelegt und den Kürzeren gezogen, und Soomer musste mit, da es sonst geknallt hätte.
Nach den erste Führungskilometern von Tulovic kam Alt auf der Start-Ziel-Geraden vorbei und übernahm das Kommando an der Spitze. Auf Rang 3 reihte sich Twan Smits ein. Eine Sekunde dahinter taten sich die Verfolger mit Kevin Orgis, Marcel Schrötter und Markus Reiterberger zusammen. In Runde 5 staute es sich im Notausgang der Schikane. Am schlimmsten traf es Reiterberger, der damit auf Platz 9 strandete, knapp hinter Teamkollege Hannes Soomer.
Auch zur Halbzeit verteidigte Alt seinen Spitzenplatz und hatte sich ein paar Meter von seinem Ducati-Verfolger absetzen können. Dahinter rackerten sich Smits, Schrötter und Kevin Orgis ab. Leon Orgis rollte in Runde 8 mit einem technischen Problem an die Box. Tulovic ließ allerdings nicht locker und erhöhte den Druck. Smits auf Rang 3 blieb nur die Rolle als Zuschauer. In Runde 9 fackelte Tulovic nicht lange und zirkelte auf der letzten Rille an Alt vorbei. Ausfall Nummer 2 wurde es für den Ungar Soma Görbe. Lauf 1 war er wegen eines Defekts an der Benzinleitung ausgeschieden, in Lauf 2 stürzte er.
Soomer und Orgis schien die Hitze herzlich wenig auszumachen, denn sie nutzten jede Chance, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen. Schwer hatte es auch Markus Reiterberger, der sich auf einem neunten Platz rumquälte, um den Ein-Sekunden-Vorsprung vor Ducati-Mann Lorenzo Zanetti zu halten.
Lukas Tulovic hatte sich unterdessen aus dem Staub gemacht und war auf dem besten Weg zum Doppelsieg. Alt und Smits fuhren mit gebührendem Abstand auf den Plätzen 2 und 3 in Richtung Ziel. Milan Merckelbagh, Marcel Schrötter und auch Twan Smits waren ins Visier der Rennleitung geraten, wegen der Fahrt durch den Notausgang an der ersten Schikane.
Keine Verdachtsmomente gab es bei Tulovic und Alt, die auf den Plätzen 1 und 2 , 0,940 Sekunden voneinander getrennt, durchs Ziel fuhren. Twan Smits wurde als Dritter angezeigt, auch wenn die Rennleitung noch kein grünes Licht gegeben hatte. Die kam zur Erleichterung des Niederländers kurz später und er durfte seinen Pokal abholen.
Lukas Tulovic war auf dem Podium nicht zum Lachen zumute. Der Motorblock seiner Ducati und seine Wade hatten ein wenig heftig gekuschelt, sodass das ganze Ausmaß der Hitze erst nach dem Ausziehen der Lederkombi zu Tage treten dürfte.
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